Babyelefanten als Statussymbol: Ein gefährlicher Trend in Sri Lanka

Der Wunsch nach einem Babyelefanten als Haustier hat sich in Sri Lanka zu einem besorgniserregenden Trend entwickelt, der die Oberschicht und den illegalen Tierhandel befeuert. Diese majestätischen Tiere, die in der Kultur Sri Lankas eine hohe Bedeutung haben, werden zu teuren Statussymbolen, deren Beschaffung oft mit Gewalt und dem Tod von Elefantenmüttern einhergeht. Die Behörden sind alarmiert und versuchen, diesem Treiben Einhalt zu gebieten.

Die Anziehungskraft der Dickhäuter

Die Faszination für Elefanten als Haustiere ist kein neues Phänomen. Sie wurzelt in einer alten Tradition der srilankischen Aristokratie, die einst ganze Elefantenherden besaß. Heute sind es vor allem “Neureiche”, die aus Prestigegründen einen Elefanten im heimischen Umfeld halten möchten. Dies treibt den Markt für Babyelefanten an, deren Wert auf dem Schwarzmarkt auf bis zu 113.000 Euro geschätzt wird. Dieser hohe Preis lockt skrupellose Wilderer an, die bereit sind, erhebliche Risiken einzugehen.

Ein besonders schockierendes Beispiel für die Grausamkeit dieses Handels war ein Babyelefant, der als Geschenk für den neuseeländischen Premierminister John Key gedacht war. Tierschützer protestierten vehement gegen die Trennung des Jungtiers von seiner Familie und wiesen auf die brutalen Methoden der Wilderer hin. Der Mutterinstinkt von Elefanten ist extrem stark, und so endet die Jagd auf Babyelefanten oft im Kampf, bei dem die Muttertiere ums Leben kommen.

Gefahren bei der Beschaffung und Haltung

Auch die Babyelefanten selbst sind in großer Gefahr. Bei der Betäubung, die notwendig ist, um sie von ihren Müttern zu trennen und zu transportieren, kann es zu Überdosierungen kommen, die tödlich enden. Ein tragischer Fall ereignete sich, als ein Elefantenkalb an einer Überdosis Beruhigungsmittel verstarb, trotz der Bemühungen von Tierschützern, es zu retten. Die Artenschutzorganisation SCC dokumentierte ähnliche Vorfälle, bei denen Babyelefanten auf Traktoranhängern transportiert wurden, oft unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln.

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Die srilankische Gesetzgebung sieht zwar strenge Strafen für die vorsätzliche Tötung von Elefanten vor, bis hin zur Todesstrafe. Doch in der Vergangenheit schien die Justiz in diesen Fällen oft untätig zu bleiben. Es gibt Vermutungen, dass Wilderer und Händler in der Ära des ehemaligen Regierungschefs Mahinda Rajapakse unter besonderem Schutz standen. Ein Beweis dafür könnte das Verschwinden und spätere Wiederauftauchen einer Liste mit als Haustiere gehaltenen Elefanten sein, die angeblich “frisierte” Einträge enthielt. Die Polizei ermittelt in dieser Angelegenheit.

Ein Umdenken im Gange?

In jüngster Zeit scheint sich die Haltung der Behörden jedoch zu ändern. Der Naturschutzminister Gamini Jayawickrama Perera hat seine Entschlossenheit bekundet, den illegalen Handel zu stoppen. Die Regierung hat auch die langjährige Praxis beendet, Tiere aus dem Elefantenwaisenhaus in Pinnawala an buddhistische Tempel zu verschenken. Diese Tradition diente dazu, die Tempel mit zahmen Elefanten für religiöse Zeremonien zu versorgen.

Diese Entscheidung stößt jedoch auf Widerstand. Der einflussreiche Zahntempel im historischen Kandy, der für seinen jährlichen Festumzug mit Buddha-Reliquien mindestens 80 zahme Elefanten benötigt, sieht sich einer Krise gegenüber. Die Verwalter befürchten, nicht genügend Tiere für die notwendigen Prozessionen zu bekommen.

Trotz dieser Herausforderungen gibt es ermutigende Anzeichen für eine strengere Strafverfolgung. Im Juni wurde der Richter Thilina Gamage festgenommen, weil er illegal einen Babyelefanten besaß. Er wurde suspendiert und erwartet nun seinen Prozess. Auch der buddhistische Mönch Uduwe Dhammaloka wurde im März in Gewahrsam genommen, da in seinem Tempel in Colombo ein zweijähriges Elefantenkalb entdeckt wurde. Er beteuerte, das Tier sei ausgesetzt worden, doch ihm drohen bis zu drei Jahre Haft wegen Diebstahls staatlichen Eigentums.

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Der Trend, Babyelefanten als Statussymbol zu halten, ist ethisch höchst fragwürdig und mit erheblichen Risiken für Mensch und Tier verbunden. Die Bemühungen der srilankischen Regierung und von Tierschutzorganisationen, diesen illegalen Handel zu unterbinden, sind entscheidend für den Schutz dieser bedrohten Tierart und für die Wahrung der kulturellen Werte Sri Lankas. Es bleibt zu hoffen, dass die strengeren Maßnahmen und die wachsende öffentliche Sensibilisierung dazu führen, dass Elefanten ihren rechtmäßigen Platz in der Wildnis Sri Lankas finden und nicht länger Opfer von Gier und Prestigedenken werden.