Das Europäische Institut für Klima und Energie (EIKE) stellt die wissenschaftlich anerkannte Erderwärmung als “Schwindel” dar und behauptet, dass unsere Freiheit bedroht sei, nicht unser Klima. Mit dem Motto “Nicht unser Klima ist bedroht, sondern unsere Freiheit!” organisiert EIKE die Klimakonferenz von Gera und vertritt die Ansicht, dass die Behauptung eines menschengemachten Klimawandels wissenschaftlich nicht haltbar sei. EIKE argumentiert, dass Klimawandel ein natürlicher Prozess sei, der schon immer stattgefunden habe, und dass die Sonne die Ursache für die aktuelle Erderwärmung sei. Doch wie viel Wahrheit steckt in diesen Behauptungen, und was sind die Motive hinter der Verharmlosung des Klimawandels? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Ermittlungen der Science-Cops gegen Klimawandel-Leugner:innen.
Die Behauptung: “Den Klimawandel gab es doch schon immer”
Die globale Durchschnittstemperatur ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. Klimaskeptiker:innen wie das EIKE-Institut weisen jedoch darauf hin, dass es in früheren erdgeschichtlichen Perioden weitaus heftigere klimatische Veränderungen gegeben hat. Sie argumentieren, dass die Menschen in der mittelalterlichen Warmzeit von einem wärmeren Klima profitierten und die Erwärmung der letzten 150 Jahre im Vergleich dazu moderat sei und keine Gefahr darstelle.
Zwar stimmt es, dass sich das Klima der Erde schon immer verändert hat. Die Argumentation von EIKE und ähnlichen Organisationen greift jedoch zu kurz und ist irreführend, da sie die besonderen Umstände und die Geschwindigkeit des gegenwärtigen Wandels ignoriert. Die schnellen Veränderungen, die wir heute beobachten, sind beispiellos und haben weitreichende Konsequenzen.
Die Behauptung: “Die Sonne ist schuld am Klimawandel”
Wissenschaftlich ist anerkannt, dass Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2) und Methan, die in großen Mengen von Menschen in die Atmosphäre emittiert werden, die Hauptursache für den Temperaturanstieg der letzten Jahrzehnte sind. Klimaschutzgegner wie EIKE stellen dies jedoch infrage und sehen die Sonne als Hauptverursacherin der wärmeren Temperaturen. Sie behaupten, dass eine verstärkte Sonnenaktivität zu einer Erwärmung der Erde führe.
Zwar hat die Intensität der Sonnenstrahlung in der Vergangenheit zugenommen, was mit einer langsamen Erwärmung der Erde einherging. Seit etwa 1960 nimmt die von der Sonne kommende Energie jedoch ab, während sich die Erde weiterhin erwärmt. Dies widerlegt die Theorie, dass die Sonne die Ursache für den gegenwärtigen Klimawandel ist.
Die Behauptung: “Das bisschen CO2 kann das Klima nicht beeinflussen”
Das EIKE-Institut argumentiert, dass der Anstieg des CO2-Anteils in der Luft von 0,028 Prozent auf 0,04 Prozent seit 1850 gering sei und daher keine schädlichen Auswirkungen auf das Klima haben könne.
Dieses Argument täuscht über die tatsächliche Klimawirkung von CO2 hinweg. Obwohl der Anteil gering erscheint, hat CO2 eine starke treibende Wirkung auf das Klima. Schon geringe Konzentrationsänderungen können signifikante Auswirkungen auf die globale Temperatur haben. Die Wissenschaft hat die klimaerwärmende Wirkung von CO2 eindeutig nachgewiesen.
Die Behauptung: “Der Meeresspiegel steigt nicht an”
Klimaforscher:innen warnen seit Jahren vor den Gefahren eines steigenden Meeresspiegels, der zu Überflutungen an Küsten und bedrohten Inseln führen kann. EIKE hingegen behauptet, dass ein durch den steigenden CO2-Ausstoß verursachter Anstieg des Meeresspiegels bisher nicht durch Satelliten- oder Pegelmessungen nachgewiesen werden konnte.
Diese Behauptung ist falsch. Aktuelle Satellitenmessungen und Pegelstände belegen eindeutig einen Anstieg des Meeresspiegels. Trotz einzelner Schwankungen zeigt der globale Trend eine stetige Zunahme, die direkte Folgen für Küstenregionen weltweit hat.
Die Behauptung: “Extremwetter werden nicht mehr”
Ein zentrales Argument von Klimaleugner:innen wie EIKE ist, dass sich das Wetter nicht verändert habe und es keine Zunahme von Extremwetterereignissen wie Stürmen, Hitzewellen oder Kälteeinbrüchen gebe. Sie behaupten, dass Wetterdienste weltweit keine solchen Trends feststellen könnten und daher kein Grund zur Panik bestehe.
Die Realität sieht anders aus. Die Wissenschaft dokumentiert eine Zunahme von Extremwetterereignissen, die mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden. Die Behauptungen von EIKE basieren oft auf selektiven Daten und irreführenden Interpretationen, um von der Ernsthaftigkeit der Klimakrise abzulenken. Es ist wichtig, sich nicht von solchen Scheinargumenten täuschen zu lassen und die wissenschaftlichen Erkenntnisse ernst zu nehmen. Die Folgen des Klimawandels sind real und erfordern dringendes Handeln.

