Schwarzer Stuhlgang: Ursachen, Symptome und wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten

Schwarzer Stuhlgang, auch Teerstuhl oder Meläna genannt, kann beunruhigend sein. Während nicht immer eine ernsthafte Erkrankung dahintersteckt, ist es wichtig, die Ursachen zu verstehen und zu wissen, wann ärztlicher Rat eingeholt werden sollte. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von schwarzem Stuhlgang, von harmlosen Auslösern bis hin zu potenziellen Warnsignalen.

Was bedeutet schwarzer Stuhlgang?

Ein normaler Stuhlgang weist eine hellbraune bis dunkelbraune Färbung auf und sollte eine definierte Form haben, weder zu hart noch zu flüssig. Eine nur geringfügig dunklere Farbe als gewöhnlich ist oft auf die Ernährung oder die Einnahme bestimmter Medikamente zurückzuführen.

Von Teerstuhl (Meläna) spricht man jedoch, wenn der Stuhl schwarz, glänzend und von klebriger Konsistenz ist und zudem einen unangenehm-fauligen Geruch aufweist. Diese charakteristischen Merkmale deuten auf mögliche ernstere Ursachen hin, die ärztlich abgeklärt werden müssen.

Mögliche Ursachen für schwarzen Stuhlgang

Die Ursachen für schwarzen Stuhlgang sind vielfältig und reichen von harmlosen Auslösern bis hin zu ernsthaften Erkrankungen.

Blutungen im oberen Magen-Darm-Trakt

Die häufigste Ursache für echten Teerstuhl sind Blutungen im oberen Verdauungstrakt. Dazu zählen Blutungen im Magen, Zwölffingerdarm oder in der Speiseröhre. Wenn Blut mit dem Magensaft und der enthaltenen Salzsäure in Kontakt kommt, wird das Hämoglobin im Blut in Hämatin umgewandelt, was dem Stuhl die schwarze Farbe verleiht. [Erbrechen von schwarzem, kaffeesatzartigem Material kann auf Magengeschwüre hindeuten. (cite:4)]

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Wenn der Blutverlust im Darm stattfindet und der Stuhl dort länger als fünf Stunden verweilt, können Darmbakterien ebenfalls dazu beitragen, dass das Blut schwarz erscheint. Blutungen im Dickdarm führen hingegen eher zu einer roten Verfärbung des Stuhls.

Bestimmte Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel

Die Einnahme von Eisenpräparaten ist eine der häufigsten harmlosen Ursachen für schwarzen Stuhlgang. Eisenmangelanämie, besonders in der Schwangerschaft, kann eine Notwendigkeit für solche Präparate darstellen. Ebenso können Aktivkohle (oft bei Durchfallerkrankungen eingesetzt) und Bismut-haltige Medikamente (zur Bekämpfung von Heliobacter pylori) den Stuhl schwarz verfärben.

Ernährungsgewohnheiten

Bestimmte Lebensmittel können bei Verzehr in größeren Mengen ebenfalls zu einer dunklen Verfärbung des Stuhls führen:

  • Rote Bete
  • Lakritz
  • Blaubeeren
  • Rotwein
  • Spinat
  • Dunkle Schokolade
  • Kaffee

Erkrankungen des oberen Magen-Darm-Traktes

Schwarzer Stuhlgang kann ein Symptom verschiedener Erkrankungen sein, darunter:

  • Magengeschwüre
  • Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
  • Krebserkrankungen im oberen Magen-Darm-Bereich (Magenkrebs, Speiseröhrenkrebs)
  • Leberzirrhose
  • Ösophagitis (Entzündung der Speiseröhre)
  • Mallory-Weiss-Syndrom (Einrisse der Speiseröhrenschleimhaut)
  • Ösophagusvarizen (Krampfadern in Speiseröhre oder Magen)

Schwarzer Stuhlgang bei Babys

Der erste Stuhlgang von Neugeborenen, das sogenannte Mekonium oder Kindspech, ist von Natur aus dunkelgrün bis schwarz. Dies liegt am Bilirubin, einem Abbauprodukt roter Blutkörperchen. Diese dunkle Farbe normalisiert sich in den ersten Lebenstagen.

Alkohol und Leberzirrhose

Obwohl Alkohol nicht direkt schwarzen Stuhlgang verursacht, kann chronischer und exzessiver Alkoholkonsum zu Leberzirrhose und Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren führen. Blutungen aus diesen Geschwüren äußern sich typischerweise durch schwarzen Stuhl, oft begleitet von weiteren Symptomen wie Oberbauchschmerzen und Übelkeit.

Kombination mit anderen Symptomen

Wenn schwarzer Stuhlgang von weiteren Beschwerden begleitet wird, ist Vorsicht geboten und ein Arztbesuch dringend anzuraten. Dazu gehören:

  • Magen- oder Bauchschmerzen
  • Abgeschlagenheit und Müdigkeit
  • Schwindel
  • Appetitlosigkeit
  • Hoher Puls
  • Ungewollte Gewichtsabnahme
  • Völlegefühl
  • Erbrechen
  • Nachtschweiß
  • Durchfall
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Diese Symptome können auf ernsthafte Probleme wie Magenblutungen oder auch Darmkrebs hindeuten, obwohl Darmkrebs nicht immer direkt schwarzen Stuhlgang verursacht, sondern eher Blut im Stuhl, das rot oder schwarz erscheinen kann.

Wann zum Arzt?

Sollten Sie schwarzen Stuhlgang bemerken und harmlose Ursachen wie Medikamente oder bestimmte Lebensmittel ausscheiden können, ist es ratsam, ärztlichen Rat einzuholen. Insbesondere wenn zusätzliche Symptome wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder starke Müdigkeit auftreten, sollten Sie umgehend einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Ein Früherkennungstest auf okkultes Blut im Stuhl kann auch bei unauffälligem Stuhl helfen, kleinste Blutspuren nachzuweisen.

Behandlung

Die Behandlung von schwarzem Stuhlgang richtet sich stets nach der zugrundeliegenden Ursache. Bei Blutungen können Infusionen oder Bluttransfusionen notwendig sein, um den Kreislauf zu stabilisieren. Oftmals ist eine endoskopische Blutstillung erforderlich, bei der über einen dünnen Schlauch (Endoskop) die Blutungsquelle identifiziert und behandelt wird. Dies kann durch Verödung oder das Anbringen von Clips geschehen.

Die Untersuchung von Ernährung bei Sodbrennen kann ebenfalls relevant sein, da Magenprobleme indirekt mit Verdauungsbeschwerden zusammenhängen. Ebenso kann der Aufbau einer gesunden Darmflora durch Probiotika und Präbiotika unterstützend wirken, besonders wenn Durchfallerscheinungen auftreten.

Wenn Sie unsicher sind oder sich Sorgen machen, zögern Sie nicht, professionelle medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend für eine gute Prognose.