Die faszinierende Reise mit dem Citroën DS: Eine deutsche und kanadische Ära

Die Liebe zum legendären Citroën DS hat eine besondere Geschichte, die sich über Jahrzehnte und Kontinente erstreckt. Dieser Artikel taucht tief in die Erfahrungen eines Enthusiasten ein, der in den 90er Jahren in Deutschland und ab 2012 in Kanada mit diesen Ikonen der Automobilgeschichte lebte und arbeitete. Von der Restaurierung von Scheunen bis zur Einfuhr klassischer Fahrzeuge nach Übersee – die Reise ist geprägt von Leidenschaft, technischem Know-how und einer tiefen Verbundenheit zur Marke Citroën.

Die deutsche DS-Ära der 90er Jahre

Die Anfänge dieser Leidenschaft liegen im Deutschland der späten 80er Jahre. In Marburg, nahe Frankfurt, begann der Autor mit der Restaurierung eines alten Bauernhauses. Dort lernte er Martin Kraut kennen, einen charismatischen Präsidenten des DS Club Deutschland und leidenschaftlichen Kenner aller DS-Modelle, einschließlich der exklusiven Chapron-Varianten. Unter Martins Führung entstand ein Club, der sich der Organisation von Treffen und der Veröffentlichung eines begehrten Magazins widmete.

In Deutschland waren DS-Fahrzeuge rar, da sie oft unter dem Salz auf den Straßen und mangelndem professionellen Service litten. Die meisten Mitglieder importierten ihre Fahrzeuge aus Frankreich. Der Autor erwarb seinen ersten DS, einen 1966er Pallas in Gris Palladium mit schwarzem Leder und Citromatic, aus dem Elsass. Dieser Wagen wurde mit einer umweltfreundlichen Abgasanlage und einem nachgerüsteten Stoff-Schiebedach ausgestattet, um den deutschen Vorschriften zu entsprechen und Steuererleichterungen zu nutzen.

Für den täglichen Weg zur Arbeit erwarb der Autor einen 1967er ID 19 Break mit Schaltgetriebe. Dieser Wagen erwies sich als zuverlässiger täglicher Begleiter, trotz wiederkehrender Probleme mit dem Anlasser. Die ID 19 half sogar dabei, gute Beziehungen zur Produktionsabteilung aufzubauen, da das auffällige Fahrzeug für Gesprächsstoff sorgte. Die Suche nach Ersatzteilen führte zur Bekanntschaft mit Didier Blin, einem wichtigen Freund und Organisator von Citroën-Treffen in Frankreich.

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Die Restaurierung eines Cabriolet-Projekts war eine größere Herausforderung. Ein 1966er DS 21 Cabriolet aus den USA wurde nach Deutschland verschifft. Die Transplantation des Chassis und die präzise Ausrichtung der Karosserieteile erwiesen sich als schwierig, was zu leichten Verformungen führte. Trotz einer exzellenten Innenausstattung mit beigem Mercedes-Leder und der Lackierung in Rouge Cornaline mit schwarzem Verdeck, gab es Probleme mit Wassereinbrüchen bei Regen.

Abschied von Deutschland und Aufbruch nach Italien

Ende der 90er Jahre zog der Autor nach Siena, Italien, um beruflich eine neue Herausforderung anzunehmen. Angesichts der Schwierigkeit, geeignete Garagenplätze zu finden und der Erkenntnis, dass ein DS gefahren werden muss, entschied er sich, nur das Cabriolet zu behalten. Die Toskana bot zwar malerische Straßen, doch das Fehlen einer Garage und die zunehmende berufliche Beanspruchung führten schließlich zum Verkauf des Cabriolets. Als Ersatz wurde ein Mercedes SLK angeschafft, der sportlicher für die toskanischen Straßen war und zu einem besseren Preis erworben werden konnte. Das DS-Cabriolet fand über den deutschen DS-Club einen neuen Besitzer in Belgien. Zurück blieben lediglich Ersatzteile für ein 1967er Modell und einige Teile für ein Cabriolet.

Kanadische Wiederbelebung: Die DS-Szene in Nordamerika

Im Jahr 2010 begann der Autor, seinen Ruhestand vorzubereiten und verbrachte mehr Zeit in Paris, Ontario, Kanada. Ein großes, gut ausgestattetes Garage bot ideale Bedingungen für Oldtimer. Über Kontakte lernte er die lokale Citroën-Gemeinschaft kennen, darunter Bernard, einen ausgebildeten Citroën-Mechaniker, und Mitglieder des Citroën Clubs in Toronto.

Die Suche nach einem spezifischen Modell – einem 1967er DS 21 Pallas Gris Palladium mit Leder und Citromatic in makellosem Zustand – gestaltete sich in Kanada äußerst schwierig, da nur wenige Exemplare im Land existierten. Auch die Suche in Europa war durch die hohe Nachfrage und teils fragwürdige Händler erschwert.

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Im Mai 2013 entdeckte der Autor in Südfrankreich einen wunderschönen, originalen 1971er DS 21 IE Pallas mit Citromatic. Nach einigen Telefonaten und einem Besuch im Citromusee von Henri Fradet in Castellane, ergab sich die unerwartete Gelegenheit, das Fahrzeug doch noch zu erwerben, da der ursprüngliche Käufer abgesprungen war. Diese Episode wurde bereits auf dem CITROENVIE-Blog unter dem Titel “Driving a ‘True’ DS in France” ausführlich dokumentiert.

Die beiden erworbenen DS-Fahrzeuge wurden sicher in einem Container von Antwerpen nach Halifax und dann per Bahn nach Toronto transportiert. Die Einfuhr und Zulassung verliefen dank Unterstützung von Behörden und Dienstleistern reibungslos. Nach der Ankunft in Paris, Ontario, konnten die Fahrzeuge zugelassen und mit einer Oldtimer-Versicherung versehen werden.

Nun kann der Autor seine beiden wunderbaren DS-Fahrzeuge in Kanada genießen, ein Symbol für die fortwährende Faszination und das Erbe dieser außergewöhnlichen Automobilklassiker.