Sicherheit und Reisehinweise für die Dominikanische Republik

Die Dominikanische Republik ist ein beliebtes Urlaubsziel, doch wie bei jeder Reise ins Ausland ist es wichtig, sich über potenzielle Risiken und notwendige Vorkehrungen zu informieren. Dieser Leitfaden bietet Ihnen umfassende Informationen zu Sicherheit, Kriminalität, Naturgefahren, Infrastruktur und gesundheitlichen Aspekten, um Ihre Reise so sicher und angenehm wie möglich zu gestalten.

Innere Sicherheit und Kriminalität

Die allgemeine Sicherheitslage erfordert Aufmerksamkeit, auch wenn touristische Zonen bisher selten direkt betroffen waren. Vereinzelt kann es zu Demonstrationen kommen, bei denen auch gewaltsame Auseinandersetzungen nicht ausgeschlossen werden können. Es wird empfohlen, sich über lokale Medien zu informieren, Demonstrationen und Menschenansammlungen zu meiden und den Anweisungen der Sicherheitskräfte Folge zu leisten.

Die Kriminalitätsrate wird als relativ hoch eingeschätzt. Touristen können Opfer von Raubüberfällen und Gewaltverbrechen werden. Bewaffnete Überfälle, oft durch Täter auf Motorrädern, die auf Mobiltelefone, Rucksäcke, Handtaschen und Schmuck abzielen, nehmen zu. Diese Täter sind in der Regel mit Messern oder Schusswaffen bewaffnet und schrecken nicht vor Gewalt zurück. Auch Autofahrer sind gefährdet, insbesondere im Stau oder an roten Ampeln.

Besonders wird auf Straftaten im Umfeld von Prostitution und Drogenhandel hingewiesen. Reisende werden mitunter unwissentlich als „Drogenschmuggler“ missbraucht, was zu Festnahmen und langjährigen Haftstrafen führen kann. Gewalt gegen Frauen wird sehr hart geahndet und kann auch bei vermeintlich geringeren Vergehen zu Verhaftungen führen. Ein respektvoller Umgang ist daher unerlässlich.

Empfehlungen zur Sicherheit:

  • Vermeiden Sie es, in der Öffentlichkeit zu telefonieren.
  • Tragen Sie keine auffälligen Wertgegenstände wie Schmuck oder teure Uhren.
  • Seien Sie in Menschenansammlungen besonders aufmerksam bezüglich Ihrer Wertsachen.
  • Bewahren Sie Geld und wichtige Dokumente sicher auf und erstellen Sie ggf. digitale Kopien.
  • Leisten Sie bei einem Überfall keinen Widerstand und geben Sie Wertgegenstände ohne Gegenwehr heraus.
  • Führen Sie stets einen kleinen Geldbetrag griffbereit für solche Fälle mit sich.
  • Meiden Sie dunkle, abgelegene Gegenden und Armutsviertel, besonders nachts.
  • Nutzen Sie Geldautomaten in belebten Einkaufszentren und lassen Sie sich nicht beobachten.
  • Halten Sie beim Autofahren die Fenster und Türen geschlossen und verstauen Sie Wertsachen außer Sichtweite.
  • Vermeiden Sie aggressives Auftreten bei Meinungsverschiedenheiten.
  • Führen Sie Ausflüge nur mit renommierten, versicherten Touristikunternehmen durch.
  • Nehmen Sie keine Gepäckstücke für Fremde mit und kontrollieren Sie Ihr eigenes Gepäck sorgfältig.
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Die Touristenpolizei (POLITUR) bietet eine englischsprachige Notruf-App. Die Nationalpolizei (Policía Nacional) stellt eine App für digitale Anzeigen auf Spanisch zur Verfügung.

Natur und Klima

Die Dominikanische Republik hat ein tropisches Klima. Die Hurrikan-Saison von Mai bis November kann zu Tropenstürmen, Starkregen und Überschwemmungen führen. Das Land liegt zudem in einer seismisch aktiven Zone, was Erdbeben nicht ausschließt.

Empfehlungen bei Naturgefahren:

  • Verfolgen Sie regelmäßig Wetterberichte und Nachrichten, z. B. des COE (Centro de Operaciones de Emergencias).
  • Achten Sie auf Sturmwarnungen des National Hurricane Center und informieren Sie sich über Verhaltenshinweise bei Unwettern.
  • Nutzen Sie die App „AlertaCOE“ für aktuelle Gefährdungslagen.
  • Machen Sie sich mit Verhaltenshinweisen bei Erdbeben vertraut.

Reiseinformationen

Grenzschließung zu Haiti

Von Reisen auf dem Landweg nach Haiti wird dringend abgeraten. Die Grenze ist teilweise geschlossen, der Flugverkehr eingestellt. Grenzüberquerungen bedürfen der Notifizierung an die Behörden.

Infrastruktur und Verkehr

Die Dominikanische Republik weist eine der höchsten Verkehrstotenquoten weltweit auf. Die größte Gefahr für Reisende besteht im Straßenverkehr. Besonders bei Dunkelheit erhöht sich das Risiko durch unbeleuchtete Fahrzeuge, entgegenkommenden Verkehr, schlechte Straßenverhältnisse und Fußgänger oder Tiere auf der Fahrbahn.

Das Straßennetz ist gut ausgebaut, jedoch sind Straßenschäden häufig anzutreffen. Züge für den Personenverkehr gibt es nicht. Fernbusse verbinden die Regionen.

Viele Autofahrer haben keinen Versicherungsschutz und teilweise keine Fahrerlaubnis, was die Gefahr von Fahrerflucht erhöht. Bei Unfällen mit Personenschaden kann es zur vorläufigen Festnahme des Verursachers kommen.

Touristen werden gelegentlich von der Polizei wegen angeblicher Verkehrsdelikte angehalten und zur Zahlung von Bußgeldern aufgefordert.

Empfehlungen für den Straßenverkehr:

  • Fahren Sie möglichst nie bei Dunkelheit.
  • Rechnen Sie stets mit einer aggressiven Fahrweise und der Missachtung von Verkehrsregeln durch andere.
  • Achten Sie bei der Anmietung eines Fahrzeugs auf ausreichenden Versicherungsschutz.
  • Rufen Sie bei einem Unfall die Polizei und lassen Sie alle relevanten Daten aufnehmen.
  • Bewahren Sie Ruhe, wenn Sie von der Polizei angehalten werden, und zeigen Sie Ihre Ausweispapiere vor.
  • Bestehen Sie bei der Zahlung eines Bußgeldes auf einem Strafzettel und der Aufnahme von Personen- und Fahrzeugdaten.
  • Verlangen Sie ggf. den Namen und die Dienststelle des Polizisten und bitten Sie um Kontaktaufnahme mit der deutschen Botschaft, Ihrer Reiseleitung oder der Mietwagenfirma.

Führerschein

Der deutsche Führerschein wird für touristische Aufenthalte anerkannt. Die Mitnahme eines Internationalen Führerscheins wird dennoch empfohlen.

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LGBTIQ

Homosexuelle Handlungen sind nicht strafbar, die Akzeptanz in der Bevölkerung ist jedoch, besonders in ländlichen Gebieten, nicht sehr ausgeprägt.

Rechtliche Besonderheiten

Drogenkonsum und -handel sind strafbar, auch bei geringen Mengen, und führen zu mehrjährigen Freiheitsstrafen ohne Möglichkeit der Kaution. Haftstrafen müssen im Land verbüßt werden.

Beim Immobilienerwerb ist Vorsicht geboten, da Verkäufer nicht immer im Grundbuch eingetragen sind und Betrugsfälle vorkommen können. Lassen Sie sich unbedingt durch seriöse Rechtsanwälte beraten und überweisen Sie kein Geld an ungeklärte Personen oder Firmen.

Geld und Kreditkarten

Die Landeswährung ist der Dominikanische Peso (DOP). Kreditkarten werden in den meisten Hotels, Geschäften und Restaurants akzeptiert. Euro kann in Banken und Wechselstuben getauscht werden. An Geldautomaten kann mit Kredit- und bestimmten Debitkarten Bargeld abgehoben werden.

Empfehlungen zum Geldumtausch:

  • Tauschen Sie Devisen nur bei autorisierten Stellen um.
  • Vermeiden Sie den Umtausch von Banknoten mit sehr hohem Wert.
  • Tauschen Sie Devisen nicht auf der Straße, um Betrug und Falschgeld zu vermeiden.

Einreise und Zoll

Einreise- und Zollbestimmungen können sich kurzfristig ändern. Informieren Sie sich vorab bei den zuständigen Vertretungen des Ziellandes.

Mögliche Einreisebeschränkungen

Alle Reisenden müssen ein elektronisches Formular („E-Ticket“) für Ein- und Ausreise ausfüllen.

Reisedokumente

Deutsche Staatsangehörige benötigen einen gültigen Reisepass, vorläufigen Reisepass oder Kinderreisepass. Der Personalausweis ist nicht ausreichend. Reisepässe müssen für die Dauer des Aufenthalts gültig sein. Ein gültiges Rückflugticket ist vorzulegen.

Visum

Für Aufenthalte bis zu 30 Tagen ist kein Visum erforderlich. Für längere Aufenthalte muss eine gebührenpflichtige Verlängerung beantragt werden, andernfalls droht bei Ausreise eine Geldbuße.

Längerfristiger Aufenthalt

Für einen dauerhaften Aufenthalt muss vorab ein Visum („Residencia“) bei der Botschaft der Dominikanischen Republik in Berlin beantragt werden. Der illegale Aufenthalt kann zu Wiedereinreisesperren führen.

Minderjährige

Minderjährige, die ohne beide Elternteile reisen, benötigen eine notarielle Genehmigung des nicht mitreisenden Elternteils.

Einfuhrbestimmungen

Die Einfuhr von Devisen ist unbegrenzt erlaubt, ab 10.000 US-Dollar jedoch deklarationspflichtig. Gegenstände für den persönlichen Bedarf sind zollfrei. Die Einfuhr von Lebensmitteln ist untersagt.

Tiere

Für die Einreise mit Haustieren ist ein amtstierärztliches Zeugnis erforderlich, das bestimmte Impfungen und Gesundheitsnachweise enthält.

Gesundheit

Impfschutz

Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet ist eine Gelbfieberimpfung nachzuweisen. Standardimpfungen gemäß Impfkalender sollten aktuell sein. Reiseimpfungen gegen Hepatitis A, Dengue-Fieber, Hepatitis B, Typhus, Tollwut und ggf. Cholera werden empfohlen.

Diphtherie

Es gab Ausbrüche von Diphtherie. Überprüfen Sie Ihren Impfstatus und lassen Sie ggf. eine Auffrischimpfung durchführen.

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Zika-Virus-Infektion

Die Infektion kann in der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim Kind führen. Schützen Sie sich vor Mückenstichen.

Dengue-Fieber

Dengue-Fieber wird durch tagaktive Mücken übertragen. Schützen Sie sich konsequent vor Mückenstichen, insbesondere tagsüber.

Chikungunya-Fieber

Wird ebenfalls durch tagaktive Mücken übertragen und verursacht Fieber sowie teils langanhaltende Gelenkschmerzen.

Malaria

Landesweit besteht ein geringes Malariarisiko, hauptsächlich durch Malaria tropica. Schützen Sie sich konsequent vor Insektenstichen durch körperbedeckende Kleidung, Insektenschutzmittel und ggf. ein Moskitonetz. Eine Chemoprophylaxe kann sinnvoll sein, besprechen Sie dies mit einem Reisemediziner.

HIV/AIDS

Es besteht ein HIV-Übertragungsrisiko durch sexuelle Kontakte, Drogengebrauch und Bluttransfusionen. Verwenden Sie stets Kondome.

Durchfallerkrankungen

Achten Sie auf Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene, um Durchfallerkrankungen zu vermeiden. Trinken Sie nur Wasser sicheren Ursprungs, kochen oder schälen Sie Nahrungsmittel selbst und waschen Sie sich häufig die Hände.

Cholera

Cholera wird über verunreinigtes Trinkwasser oder Lebensmittel übertragen. Eine Impfung ist nur selten indiziert.

Ciguatera

Im Fischgenuss, besonders von April bis September, besteht die Gefahr einer Vergiftung durch Ciguatera. Beachten Sie lokale Warnungen.

Tollwut

Vereinzelt treten Tollwutfälle auf, meist von Hunden, Katzen oder Fledermäusen übertragen. Eine Impfung wird empfohlen.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist im privaten Sektor, insbesondere in Santo Domingo, teilweise auf europäischem Niveau. Der öffentliche Sektor ist oft defizitär. Planbare Eingriffe sollten in Deutschland erfolgen. Es besteht kein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland. Die Behandlungskosten sind oft hoch und müssen in der Regel vorab bezahlt werden.

Empfehlungen zur medizinischen Versorgung:

  • Schließen Sie eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung ab.
  • Nehmen Sie eine Reiseapotheke mit.
  • Klären Sie Zahlungsmodalitäten im Krankenhaus im Voraus.
  • Lassen Sie sich von der Klinik die Begleichung aller Rechnungen bestätigen.
  • Lassen Sie sich reisemedizinisch beraten und passen Sie Ihren Impfschutz an.

Weitere Hinweise für Ihre Reise

Die weltweite Gefahr terroristischer Anschläge und Entführungen besteht fort. Obwohl keine konkreten Hinweise auf eine Gefährdung deutscher Interessen im Ausland vorliegen, kann nicht ausgeschlossen werden, dass deutsche Staatsangehörige oder Einrichtungen Ziel terroristischer Akte werden. Seien Sie stets sicherheitsbewusst und informieren Sie sich über die Verhältnisse vor Ort. Melden Sie verdächtige Vorgänge den örtlichen Behörden.

Reisende sind angehalten, sich in die Krisenvorsorgeliste „Elefand“ des Auswärtigen Amts einzutragen.

Beim Kauf von Souvenirs ist Vorsicht geboten. Viele Reiseandenken unterliegen strengen Einfuhrregeln. Informieren Sie sich über das Online-Portal „Artenschutz im Urlaub“, welche Mitbringsel eingeführt werden dürfen, um Beschlagnahmungen oder Strafen zu vermeiden. Erwerben Sie vorzugsweise landestypische Textilien, Keramik oder Malereien.