Schmerzen im linken Unterbauch, Verstopfungen, Blähungen oder gar Fieber und Schüttelfrost? Dies sind typische Anzeichen einer Divertikulitis, einer Erkrankung, bei der sich kleine Ausstülpungen der Darmwand entzünden. Eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Behandlung spielt die Ernährung. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Diagnose und vor allem die Ernährungsempfehlungen bei Divertikulitis.
Was versteht man unter Divertikulitis?
Divertikel sind kleine, sackartige Ausstülpungen, die sich vor allem im Dickdarm (Kolon) bilden können. Das Vorhandensein dieser Divertikel wird als Divertikulose bezeichnet. Divertikulitis tritt auf, wenn sich ein oder mehrere dieser Divertikel entzünden oder infizieren. Dies geschieht häufig, wenn Stuhl oder unverdaute Nahrungsreste den Ausgang der Divertikel blockieren. Obwohl Divertikel häufiger nach dem 40. Lebensjahr auftreten, verursachen sie zunächst selten Beschwerden.
Mögliche Ursachen und Risikofaktoren für Divertikulitis
Obwohl keine einzelne Ursache für Divertikulitis bekannt ist, können verschiedene Faktoren das Risiko erhöhen. Dazu gehören:
- Erhöhter Druck im Darm: Dieser kann durch verschiedene Faktoren begünstigt werden.
- Genetische Veranlagung: Eine familiäre Häufung ist möglich.
- Medikamenteneinnahme: Bestimmte Medikamente, wie nichtsteroidale Antirheumatika, können das Risiko beeinflussen.
- Ballaststoffarme Ernährung: Eine Ernährung mit wenig Ballaststoffen wird als Hauptrisikofaktor angesehen.
- Übergewicht und Bewegungsmangel: Diese Lebensstilfaktoren spielen eine wichtige Rolle.
- Rauchen: Nikotin kann sich negativ auf die Darmgesundheit auswirken.
- Verminderte Immunfunktion: Ein geschwächtes Immunsystem kann Entzündungen begünstigen.
- Veränderungen im Mikrobiom: Das Gleichgewicht der Darmbakterien ist entscheidend.
Symptome der Divertikulitis: Von leicht bis schwer
Die Symptome einer Divertikulitis können stark variieren und sich plötzlich oder schleichend entwickeln.
Leichtere Symptome umfassen oft:
- Schmerzen im linken Unterbauch, manchmal auch rechtsseitig
- Blähungen und Bauchschmerzen
- Durchfall oder Verstopfung
Schwerere Symptome können sein:
- Konstante, starke Bauchschmerzen
- Fieber und Schüttelfrost
- Übelkeit und Erbrechen
- Blut im Stuhl oder rektale Blutungen
Bei anhaltenden oder starken Beschwerden ist es unerlässlich, einen Arzt aufzusuchen, um ernstere Komplikationen wie Abszesse, Darmperforationen oder einen Darmverschluss auszuschließen.
Diagnose der Divertikulitis
Die Diagnose einer Divertikulitis basiert auf einer Kombination aus Anamnese (Erfragung der Symptome und Krankengeschichte), körperlicher Untersuchung und bildgebenden Verfahren.
Zusätzliche Untersuchungen können erforderlich sein, um andere Erkrankungen auszuschließen und den Schweregrad zu beurteilen:
- Bildgebende Verfahren: Ultraschall, Computertomografie (CT), MRT oder Röntgen des Abdomens.
- Darmspiegelung (Koloskopie): Zur direkten Untersuchung der Darmschleimhaut.
- Stuhl- und Urintests: Zum Nachweis von Infektionen.
- Blutuntersuchungen: Zur Feststellung von Entzündungszeichen, Anämie oder Problemen mit Nieren und Leber.
- Gynäkologische Untersuchung und Schwangerschaftstest: Zum Ausschluss entsprechender Ursachen bei Frauen.
Behandlung der Divertikulitis
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung.
- Unkomplizierte Divertikulitis: Kann oft zu Hause behandelt werden, beginnend mit einer Ernährungsumstellung. In einigen Fällen werden Medikamente, einschließlich Antibiotika, verschrieben.
- Komplizierte Divertikulitis: Erfordert häufig eine stationäre Behandlung im Krankenhaus, eventuell mit intravenöser Flüssigkeits- und Medikamentengabe. In sehr schweren Fällen kann eine Operation notwendig sein.
Ernährung bei Divertikulitis: Was essen und was meiden?
Die Ernährung spielt eine Schlüsselrolle bei der Behandlung und Vorbeugung von Divertikulitis.
Lebensmittel, die bei Divertikulitis gemieden werden sollten:
- Lebensmittel mit hohem FODMAP-Anteil: Diese können bei manchen Menschen mit Divertikulitis Druck im Dickdarm erhöhen. Dazu gehören bestimmte Früchte (Äpfel, Birnen, Pflaumen), Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Kohl und Zwiebeln/Knoblauch.
- Verarbeitetes und rotes Fleisch: Ein hoher Konsum kann das Risiko für Divertikulitis erhöhen.
- Alkohol: Kann den Verdauungstrakt reizen und Entzündungen verschlimmern.
- Zucker- und fettreiche Lebensmittel: Eine typisch westliche Ernährung mit wenig Ballaststoffen kann das Risiko erhöhen.
Lebensmittel, die bei Divertikulitis empfohlen werden:
- Bei akuten Schüben: Zunächst eine ballaststoffarme Flüssigkeitsdiät, um die Symptome zu lindern. Dazu gehören weiße Getreideprodukte, gut gekochtes Gemüse ohne Schale, Schonkost bei tierischem Protein und klare Flüssigkeiten wie Wasser, Brühe oder ungesüßte Tees.
- Zur Vorbeugung und nach Abklingen der Symptome: Eine ballaststoffreiche Ernährung ist ratsam. Hierzu zählen Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, viel Obst und Gemüse.
Klare Flüssigkeiten: Wasser, Eiswürfel, klare Brühen, Götterspeise, ungesüßte Tees und klare Elektrolytgetränke sind wichtig, um hydriert zu bleiben.
Weitere unterstützende Maßnahmen und Vorbeugung
Neben der Ernährungsumstellung können auch andere Maßnahmen zur Linderung der Symptome beitragen:
- Probiotika: Können das Darmmikrobiom positiv beeinflussen.
- Aromatherapie und Kräuter: Bestimmte ätherische Öle sowie entzündungshemmende Kräuter wie Ingwer, Kurkuma und Rosmarin können unterstützend wirken.
- Akupunktur: Kann bei Verdauungsproblemen und chronischen Schmerzen helfen.
Zur Vorbeugung einer Divertikulitis sind ein moderates Körpergewicht, eine ballaststoffreiche Ernährung, regelmäßige Bewegung, der Verzicht auf Rauchen und die Einschränkung von gesättigten Fetten entscheidend.
Fazit: Ein bewusster Umgang mit Ernährung und Lebensstil
Divertikulitis ist eine Erkrankung, die durch Entzündungen der Darmausstülpungen gekennzeichnet ist. Während die Ursachen vielfältig sind, spielen Ernährung und Lebensstil eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Behandlung. Eine sorgfältige Anpassung der Ernährung, beginnend mit einer ballaststoffarmen Kost im akuten Schub und einer schrittweisen Umstellung auf eine ballaststoffreiche Kost zur Vorbeugung, ist essenziell. Ergänzende Maßnahmen wie Probiotika und ein gesunder Lebensstil können die Darmgesundheit weiter fördern.
FAQ zum Thema Divertikulitis Behandlung
Ist Kaffee bei Divertikulitis schädlich?
Kaffee kann die Darmaktivität stimulieren und Verstopfung lindern, aber auch den Magen-Darm-Trakt reizen. Die Verträglichkeit ist individuell zu betrachten.
Was hilft bei chronischer Verstopfung?
Eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, regelmäßige Bewegung und etablierte Toilettengewohnheiten sind wichtig. Stressreduktion kann ebenfalls hilfreich sein.
Wie hängen Divertikulitis und die Psyche zusammen?
Chronischer Stress kann das Immunsystem schwächen und Entzündungsreaktionen begünstigen. Nach einer Diagnose können Ängste vor Komplikationen auftreten. Die primären Ursachen sind jedoch physischer Natur.

