Die gefährlichsten Extremsportarten und die Realität hinter Sportunfällen

Extremsportarten faszinieren durch ihren Nervenkitzel, den direkten Wettbewerb und die ultimativen körperlichen Herausforderungen. Sie locken Athleten an, die ihre persönlichen Grenzen austesten wollen. Doch die wahre Gefahr im Sport lauert oft an unerwarteten Stellen. Während Extremsportarten wie B.A.S.E.-Jumping oder Highlining zwar mit einem hohen Risiko verbunden sind, passieren die meisten Sportunfälle und Verletzungen ironischerweise in scheinbar harmloseren Disziplinen. Dieser Artikel beleuchtet die gefährlichsten Extremsportarten und deckt die überraschenden Fakten über die häufigsten Ursachen von Sportverletzungen in Deutschland und darüber hinaus auf.

Extremsportarten: Mehr als nur ein Adrenalinkick

Was genau macht eine Sportart zur “Extremsportart”? Der Sportwissenschaftler Siegbert A. Warwitz definiert zwei Hauptbereiche: quantitative und qualitative Extrembereiche. Quantitative Extreme beinhalten das Ausreizen von Ausdauer, wie es Marathonläufer tun. Qualitative Extreme gehen darüber hinaus und sprengen herkömmliche Grenzen, wie Reinhold Messners legendärer Aufstieg auf den Mount Everest ohne zusätzlichen Sauerstoff. Darüber hinaus kann auch das bewusste Verletzen rechtlicher Vorgaben, wie beim B.A.S.E.-Jumping, zu den Merkmalen von Extremsport zählen.

Die Faszination für diese Extremsportarten liegt oft im Rausch, der durch die Überwindung von Angst und Gefahr entsteht. Doch die Realität sieht oft anders aus, und die Gefahr ist allgegenwärtig.

Gefährliche Extremsportarten im Überblick

Hier ist eine Übersicht über einige der Extremsportarten, die als besonders riskant gelten:

  • Highlining: Das Balancieren auf einem Seil in extremen Höhen, oft zwischen Felswänden oder Schluchten gespannt.
  • Freeclimbing: Eine Kletterform ohne Sicherungsmittel wie Seile oder Haken, bei der die Athleten direkt auf Felswänden unterwegs sind.
  • Bergsteigen: Das Erklimmen von Bergen, das neben körperlicher Anstrengung auch die Bewältigung schwieriger Geländebedingungen und Umwelteinflüsse erfordert.
  • Rafting: Eine Teamsportart auf einem Schlauchboot (Raft), bei der der Fluss, insbesondere Wildwasser mit starker Strömung, bezwungen wird.
  • B.A.S.E.-Jumping: Springer springen von Gebäuden, Antennen, Brücken oder Klippen und öffnen ihren Fallschirm erst in geringer Höhe. Laut Die Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, liegt die durchschnittliche Lebensspanne von Base-Jumpern bei nur etwa sechs Jahren.
  • Big-Wave-Surfing: Surfer reiten auf riesigen Wellen, die an einigen Spots Höhen von bis zu 30 Metern erreichen können. Es ist eine Disziplin, die höchste Konzentration und Können erfordert.
  • Cliff Diving: Das Klippenspringen, bei dem Athleten von hohen Klippen oder Felsen in Gewässer springen.
  • Wingsuit-Flying: Mit einem speziellen Anzug, dem Wingsuit, gleiten Springer aus großer Höhe – von Klippen, Gebäuden oder Flugzeugen – durch die Luft, bevor sie per Fallschirm landen.
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Die Wahrheit über Sportunfälle in Deutschland

Die Vorstellung, dass Extremsportarten die Hauptursache für Verletzungen sind, ist weit verbreitet. Doch Statistiken zeichnen ein anderes Bild. Einer Studie des Bundesinstituts für Sportwissenschaften zufolge benötigen in Deutschland jährlich rund 1,25 Millionen der etwa 23 Millionen aktiven Sportler ärztliche Hilfe aufgrund von Verletzungen. Experten schätzen die Gesamtzahl der Sportverletzungen in Deutschland auf etwa 2 Millionen pro Jahr. Diese verteilen sich erstaunlich gleichmäßig auf den Vereinssport, Schulsport und frei organisierte Aktivitäten.

Wussten Sie schon, dass…

  • Fußball, alpiner Skilauf und Inline-Skaten zu den häufigsten Unfallursachen im nicht organisierten Sport zählen?
  • im Vereinssport die meisten Unfälle beim Fußball, Handball und Volleyball passieren?
  • im Schulsport die Top 3 der unfallträchtigsten Sportarten Fußball, Basketball und Turnen sind?
  • in der Schweiz das Bergwandern und Bergsteigen zu den Sportarten mit den meisten Todesfällen zählen? Laut Statista gab es dort im Jahr 2021 93 Todesfälle.
  • sich in den USA im Jahr 2018 die meisten Sportunfälle durch Fitnessgeräte ereigneten?
  • in der Schweiz zwischen 2000 und 2019 insgesamt 98 Menschen bei B.A.S.E.-Jumping ums Leben kamen?

Es ist faszinierend zu sehen, wie die wahrgenommene Gefahr und die tatsächliche Unfallstatistik oft auseinanderklaffen. Während Extremsportarten zweifellos ein hohes Risiko bergen, sind es die alltäglicheren Sportarten, die im Durchschnitt die meisten Verletzten fordern. Für alle, die sich für Risiken interessieren, aber vielleicht im Arbeitsleben, gibt es auch einen Blick auf die gefährlichsten Berufe der Welt.