DEVK Lebensversicherung: Eine Analyse angesichts aktueller wirtschaftlicher Herausforderungen

Die DEVK Versicherung, gegründet 1886 als Deutsche Eisenbahn-Versicherungskasse mit Hauptsitz in Köln, hat sich als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit etabliert. Ihr umfangreiches Produktportfolio, das Haftpflicht-, Rechtsschutz- und diverse Altersvorsorgeversicherungen umfasst, wird über ein dichtes Netz von rund 1.200 Geschäftsstellen und etwa 2.550 Vertriebspartnern in ganz Deutschland vertrieben. Die DEVK Allgemeine Lebensversicherungs-AG betreut dabei rund 686.000 Versicherungsverträge mit einer Versicherungssumme von 30,54 Milliarden Euro.

Die Auswirkungen steigender Zinsen und Inflation auf Lebensversicherungen

Die Europäische Zentralbank hat in den letzten Jahren die Leitzinsen deutlich angehoben. Auch wenn es kürzlich zu Zinssenkungen kam, liegt das Zinsniveau immer noch signifikant über dem Durchschnitt der letzten Dekade. Für Versicherungsnehmer, die jahrelang mit sinkenden Renditen konfrontiert waren, klingt dies zunächst vielversprechend.

Allerdings wird es voraussichtlich noch einige Zeit dauern, bis sich diese Zinswende spürbar auf die Überschussbeteiligungen auswirkt – Experten rechnen mit mehreren Jahren. Versicherungsunternehmen nutzen die aktuelle Situation primär zur Stärkung ihrer eigenen finanziellen Stabilität. Es besteht die Gefahr, dass steigende Kapitalmarktzinsen nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden. Gleichzeitig führt die hohe Inflation dazu, dass viele laufende Verträge eine negative Gesamtrendite aufweisen. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass viele Versicherer Staatsanleihen in ihren Portfolios halten, deren Wert mit dem Zinsanstieg erheblich gesunken ist. Diese Entwicklung hat in der Vergangenheit bereits zu finanziellen Schwierigkeiten und sogar zu Insolvenzen bei mehreren Lebensversicherungsgesellschaften geführt.

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Überdurchschnittliche Stornoquote bei der DEVK

Die durchschnittliche Stornoquote für Lebensversicherungen in Deutschland liegt bei 2,55 %. Die DEVK Allgemeine Lebensversicherungs-AG verzeichnet jedoch eine Stornoquote von 3,6 %, was über dem Marktdurchschnitt liegt. Dies wirft die Frage auf, warum sich Kunden des Unternehmens im Vergleich zu anderen Anbietern häufiger von ihren Verträgen trennen möchten.

Hohe Kosten und fraglicher Kundennutzen im Fokus der Aufsichtsbehörden

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat Bedenken hinsichtlich zu hoher Kosten und eines geringen Kundennutzens bei Lebensversicherern geäußert. Bei mehreren Unternehmen wurden überhöhte Kostenstrukturen und eine hohe Rate an vorzeitigen Kündigungen festgestellt. Dies unterstreicht die Herausforderung, für Kunden über die gesamte Laufzeit eines Vertrages einen signifikanten Mehrwert zu generieren. Die BaFin erwägt daher, Maßnahmen bis hin zu Vertriebsverboten zu ergreifen, um die Situation zu verbessern. Einige Versicherer haben bereits auf die Kritik reagiert, indem sie Rückzahlungen angeboten oder Produkte mit hohen Stornoquoten vom Markt genommen haben.

Die Herausforderung der Inflation und steigenden Lebenshaltungskosten

Die aktuelle Inflationsentwicklung und die damit verbundenen steigenden Lebenshaltungskosten machen regelmäßige Einzahlungen in Versicherungsverträge für viele Menschen zu einer erheblichen Belastung. Die Realzinsen auf Bankeinlagen liegen für deutsche Privathaushalte im zweiten Quartal 2025 weiterhin im negativen Bereich, was bedeutet, dass die Inflation die Zinserträge übersteigt und somit Kaufkraftverluste für Sparer entstehen.

Diese finanzielle Situation veranlasst viele Versicherungsnehmer, über eine Beitragsfreistellung oder gar eine Kündigung ihrer Verträge nachzudenken. Die Kündigung eines Lebensversicherungsvertrages ist jedoch oft unrentabel, insbesondere wenn sie nach nur wenigen Jahren Laufzeit erfolgt. Hohe Abschluss- und Verwaltungskosten können dazu führen, dass der Rückkaufswert deutlich unter den eingezahlten Prämien liegt, was für die Betroffenen eine böse Überraschung darstellen kann. Die meisten Verträge sind langfristig angelegt und entfalten ihren vollen Nutzen erst bei kontinuierlichem Sparen über die gesamte Laufzeit.

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DEVK Lebensversicherung kündigen oder verkaufen? Eine Alternative prüfen

Angesichts dieser Herausforderungen erwägen möglicherweise auch Sie, Ihre DEVK Lebensversicherung zu kündigen, um Ihr angespartes Kapital zu sichern. Bevor Sie diesen Schritt gehen, sollten Sie jedoch die potenziellen Nachteile einer Eigenkündigung bedenken. Oftmals werden Versicherer von ihren Kunden die Unterzeichnung von Dokumenten verlangen, die auf zukünftige finanzielle Ansprüche verzichten, welche sich aus neuen Rechtsprechungen ergeben könnten.

Eine interessante Alternative zur Kündigung kann der Verkauf Ihrer DEVK Lebensversicherung sein. Externe Experten, wie beispielsweise ProLife, prüfen kontinuierlich mögliche Ansprüche und können im Falle eines Verkaufs möglicherweise eine höhere Auszahlung erzielen als bei einer Eigenkündigung. ProLife bietet an, Lebens- und Rentenversicherungen anzukaufen und kann eine Alternative für Kunden darstellen, die ihre DEVK Lebensversicherung verkaufen möchten. Bereits ab einem Rückkaufswert von 1.000 € kann ein Verkauf geprüft werden. Die Anfrage ist unverbindlich und erst nach Rücksendung der Verkaufsunterlagen kommt ein Vertrag zustande. Bei Nichtgefallen der Konditionen können die Unterlagen einfach nicht zurückgesendet werden.