Hamburg – Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat den Zuschlag für die Ausrichtung der Frauen-Fußball-Europameisterschaft 2025 erhalten. In einem klaren Votum setzte sich Deutschland bereits im ersten Wahlgang mit 15 Stimmen gegen die Konkurrenz aus Polen sowie die gemeinsamen Bewerbungen von Schweden und Dänemark durch. Dies markiert einen bedeutenden Erfolg für den deutschen Frauenfußball und verspricht, das Interesse an dieser Sportart weiter zu beflügeln.
Die EM 2025 wird in acht deutschen Städten ausgetragen: Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hannover, Köln, Leipzig, München und Wolfsburg. Insgesamt 16 Nationalmannschaften werden um den Titel kämpfen, wobei 31 packende Partien ausgetragen werden. Der DFB prognostiziert einen großen Andrang und hofft, mehr als eine Million Tickets verkaufen zu können.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf äußerte sich optimistisch: “Wir sind absolut überzeugt, dass das Turnier in Deutschland mehr als eine Million Fans anziehen und die UEFA erstmals mit einer Frauen-Europameisterschaft einen finanziellen Gewinn erzielen wird.” Er betonte, dass es ein wichtiger Schritt für den Frauenfußball wäre, wenn die EM nicht mehr subventioniert werden müsste, sondern aus eigener Kraft Gewinne erwirtschaften könne. Dies würde die Professionalisierung und finanzielle Stabilität des Frauenfußballs weiter vorantreiben.
Eine Stimme aus dem Herzen des Teams: Alexandra Popp
Bei der Vergabezeremonie in der Schweiz waren neben DFB-Präsident Neuendorf und DFB-Vizepräsidentin Heike Ullrich auch prominente Persönlichkeiten des deutschen Frauenfußballs anwesend. Darunter die langjährige Kapitänin Alexandra Popp, Sportdirektorin Nia Künzer sowie Andreas Rettig und Rudi Völler. Heike Ullrich sicherte zu, den Frauenfußball weltweit auf ein neues Level heben zu wollen.
Alexandra Popp, die eine Schlüsselrolle bei der Präsentation der deutschen Bewerbung spielte, gestand ihre Nervosität: “Ich war aufgeregter vor der Präsentation, als wenn ich vor einem Finalspiel stehe. Weil man sowas nicht so häufig macht und du weißt natürlich auch am Ende, worum es hier gerade geht: um ein Heimturnier”, sagte die Spielerin des VfL Wolfsburg. Ihre Leidenschaft und ihr Engagement unterstrichen die Dringlichkeit und Bedeutung dieses Heimturniers für das Team und den Verband.
Auch Bundestrainer Christian Wück, Kapitänin Giulia Gwinn und Torhüterin Ann-Katrin Berger, die unmittelbar nach der Finalniederlage in der Nations League gegen Spanien nach Nyon gereist waren, zeigten sich überglücklich. “Ich freue mich riesig, es war ein Gänsehautmoment”, jubelte Gwinn, als UEFA-Präsident Aleksander Ceferin das Ergebnis verkündete. Die Freude über den Zuschlag bot einen willkommenen Kontrast zur Enttäuschung auf dem Spielfeld.
Ein Turnier für alle: Deutschland als Gastgeber mit Tradition
“Wir laden alle ein, nach Deutschland zu kommen. Es ist ein Turnier für alle, nicht nur für Deutschland”, rief DFB-Präsident Neuendorf. Deutschland blickt auf eine erfolgreiche Historie als Gastgeber von Frauenfußball-Europameisterschaften zurück. Bereits 1989 und 2001 fand das Turnier in Deutschland statt, und in beiden Fällen kürte sich die DFB-Auswahl zum Europameister. Diese Tradition soll nun fortgesetzt werden.
Der Erfolg bei der Vergabe der EM 2025 ist auch ein wichtiger Meilenstein für DFB-Präsident Neuendorf auf internationaler Ebene. Seine erste große Bewerbung für ein Frauen-Turnier – gemeinsam mit den Niederlanden und Belgien für die Frauen-Weltmeisterschaft 2027 – war vor anderthalb Jahren noch gegen Brasilien verloren gegangen. Die EM 2025 stellt somit eine erfolgreiche Revanche dar.
Erwarteter Schub für den Mädchen- und Frauenfußball
Neuendorf erhofft sich durch den EM-Zuschlag einen deutlichen Impuls für den Mädchen- und Frauenfußball in Deutschland: “Ich glaube, dass allein der Weg hin zu dieser Euro in den nächsten vier Jahren dazu führen wird, dass viele Mädchen und junge Frauen hoffentlich den Weg in die Vereine finden. Und dass dies dann noch einmal eine Welle auslöst, was Frauen- und Mädchenfußball in Deutschland betrifft.” Die Ausrichtung der EM soll als Katalysator wirken, um mehr junge Talente für den Fußball zu begeistern und die Strukturen im Mädchen- und Frauenfußball zu stärken.
Die deutschen Fußballerinnen haben trotz der Niederlage im Nations-League-Finale gegen Spanien gezeigt, zu was sie fähig sind. Die beiden Duelle waren trotz des enttäuschenden Ergebnisses letztendlich ein Mutmacher für die Zukunft und unterstreichen das Potenzial des deutschen Frauenfußballs. Die Leistung der DFB-Frauen im Nations-League-Finale spiegelte dies wider.
Die Ausrichtung der Frauen-Fußball-EM 2025 in Deutschland bietet die einmalige Gelegenheit, die Begeisterung für den Sport zu maximieren und eine neue Generation von Spielerinnen und Fans zu inspirieren. Deutschland ist bereit, ein unvergessliches Turnier zu präsentieren und den Frauenfußball auf die nächste Stufe zu heben.
Dieser Artikel basiert auf Informationen von NDR Info vom 03.12.2025.
