Klima-Bildung an deutschen Grundschulen: Spielerisch zum Umweltbewusstsein

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, und die Vermittlung von Wissen sowie die Motivation zu umweltfreundlichem Handeln sind entscheidende Ziele der Umweltbildung. Insbesondere Grundschulen spielen dabei eine wichtige Rolle, indem sie Kindern frühzeitig positive Identifikationsmöglichkeiten mit dem Umweltschutz aufzeigen. Ein erfolgreiches Beispiel hierfür sind die Unterrichtsmodule der Deutschen Umwelt-Aktion e.V. (DUA) in Zusammenarbeit mit atmosfair, die seit 2017 bundesweit an Grundschulen angeboten werden und sich auf die Themen “Mein CO₂-Fußabdruck” und “Ernährung und Klima” konzentrieren. Diese interaktiven Programme fördern das Nachdenken und regen zum Handeln an.

Das Konzept: Wissen und Motivation durch spielerische Ansätze

Frau Janoczek, engagierte Umweltpädagogin der Deutschen Umwelt-Aktion e.V., leitet im Modul “Ernährung und Klima” eine Unterrichtseinheit, die das Verständnis für die Auswirkungen des CO₂-Gehalts in der Atmosphäre vertieft. Ein anschauliches Experiment mit Plexiglas simuliert den Treibhauseffekt und verdeutlicht die Notwendigkeit, CO₂-Emissionen zu reduzieren. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich aktiv mit ihren persönlichen CO₂-Fußabdrücken auseinander. Ein begleitender Fragebogen führt sie durch ihren Alltag und macht ihnen bewusst, wie viel CO₂ sie in Bereichen wie Verkehr, Ernährung und Heizung verursachen. Der Unterricht nimmt sich ausreichend Zeit für individuelle Fragen, um ein tiefgreifendes Verständnis zu fördern.

“Mein CO₂-Fußabdruck”: Den persönlichen Einfluss verstehen

Das Modul “Mein CO₂-Fußabdruck” nutzt das bekannte Bild des Fußabdrucks als Metapher für die persönliche Verantwortung im Klimaschutz. Es vermittelt anschaulich die Ursachen und Folgen des menschengemachten Klimawandels und die Bedeutung globaler Perspektiven. Mithilfe eines Fragebogens analysieren die Kinder ihren eigenen Alltag, erstellen ihren individuellen CO₂-Fußabdruck und lernen so die vielfältigen CO₂-Quellen im Verkehr und anderen Lebensbereichen kennen. In anschließenden Gesprächsrunden erarbeiten sie konkrete Möglichkeiten, um einen fairen Beitrag zur Atmosphäre zu leisten.

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“Ernährung und Klima”: Bewusste Entscheidungen treffen

Das Modul “Ernährung und Klima” fokussiert sich auf die Handlungsmöglichkeiten im Alltag, insbesondere im Bereich Ernährung. Durch abwechslungsreiche Methoden erschließen sich die Schülerinnen und Schüler, warum klimafreundliches Handeln wichtig ist und welchen Beitrag die tägliche Nahrungsmittelwahl leistet. In einer simulierten Einkaufssituation lernen sie die CO₂-Bilanz ihrer Mahlzeiten kennen und diskutieren, welche Kaufentscheidungen sowohl gut für das Klima als auch für die Gesundheit sind – oft eine positive Überschneidung. Eine Waage hilft dabei, die CO₂-Emissionen verschiedener Lebensmittel anschaulich zu machen, da sie den mit der Herstellung verbundenen CO₂-Ausstoß darstellt. Die Kinder stellen Lebensmittel für einen ganzen Tag zusammen und besprechen im Anschluss, welche Einkäufe am klimafreundlichsten sind und warum.

Projektverlauf und Partner

Seit der Entwicklung der Unterrichtsmodule im Jahr 2017 durch atmosfair und die Deutsche Umwelt-Aktion e.V. wurden bereits rund 2.700 Unterrichtseinheiten an über 1.100 Schulen durchgeführt. Was als Pilotphase in Hamburg und Berlin begann, konnte sich schnell ausweiten: Innerhalb eines Jahres wurde das Projekt auf zwei Städte ausgeweitet, und nach weiteren sechs Monaten fand der Klimaunterricht bereits in zwölf Regionen Deutschlands statt. Sogar in Österreich und Frankreich konnten Gastspiele gegeben werden. Seit 2019 unterstützen verschiedene Finanzierungspartner die Initiative, was eine erhebliche Ausweitung der Aktivitäten ermöglichte. Bisher wurden Grundschulen und Förderschulen in über 160 Landkreisen zur Teilnahme eingeladen, wobei über 1.100 Schulen das Angebot, teilweise mehrfach, wahrgenommen haben.

Die Deutsche Umwelt-Aktion e.V. ist seit 1958 ein etablierter Träger des Naturschutzgedankens an Schulen. Mit rund 30 verschiedenen Unterrichtsmodulen zu Themen wie Trinkwasser, erneuerbare Energien, Abfallmanagement, Klimawandel, Mobilität sowie Boden- und Gewässerschutz hat der Verein über 20 Millionen Schülerinnen und Schüler erreicht.

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Ihr Ansprechpartner bei atmosfair

David Grüttner, Mathematiker und Projektmanager für Klimaschutzprojekte bei atmosfair, ist Ihr Ansprechpartner. Sie erreichen ihn unter +49 30 1208480 – 77 oder per E-Mail an gruettner@atmosfair.de.

Förderung des Klimaschutzes durch Bildung

Die Initiative “Klimaunterricht an Grundschulen” leistet einen wertvollen Beitrag zur Förderung des Umweltbewusstseins bei Kindern. Durch spielerische und altersgerechte Vermittlung von Wissen über den Klimawandel und konkrete Handlungsmöglichkeiten werden die Grundlagen für ein verantwortungsbewusstes und klimafreundliches Handeln im späteren Leben gelegt. Die enge Zusammenarbeit mit Partnern wie der Deutschen Umwelt-Aktion e.V. und die breite Akzeptanz an Schulen zeigen die Bedeutung und den Erfolg dieses Bildungsansatzes. Wenn Sie mehr über Klimaschutz und Mobilität erfahren möchten, finden Sie weitere Informationen unter klimaschutz mobilität. Auch die Rolle von Umwelt und Klima im Allgemeinen ist unter umwelt klima beleuchtet.