Der Wechsel Ihres Riester-Vertrags kann eine kluge Entscheidung sein, um von besseren Konditionen und potenziell höheren Renten zu profitieren. Dieser Prozess mag auf den ersten Blick komplex erscheinen, doch mit der richtigen Vorgehensweise ist er gut zu meistern. Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie in vier Schritten erfolgreich den Anbieter oder Tarif wechseln und welche Kosten dabei auf Sie zukommen könnten.
1. Anbieter und Tarife vergleichen
Der erste und wichtigste Schritt ist ein umfassender Vergleich. Informieren Sie sich bei unabhängigen Beratungsstellen wie der Verbraucherzentrale über die verschiedenen Riester-Angebote auf dem Markt. Vergleichen Sie dabei gezielt Ihren bestehenden Vertrag mit den Tarifen anderer Anbieter. Achten Sie darauf, welche monatliche Einzahlung zu welcher monatlichen Rente führt. Wenn ein anderer Anbieter bei gleicher Einzahlung eine höhere Rendite verspricht, ist ein Wechsel definitiv in Erwägung zu ziehen. Nur durch einen detaillierten Vergleich stellen Sie sicher, dass Sie die bestmöglichen Konditionen für Ihre Altersvorsorge erhalten.
2. Kosten prüfen
Bevor Sie den Wechsel vollziehen, ist eine genaue Prüfung der damit verbundenen Kosten unerlässlich. Kontaktieren Sie Ihren aktuellen Anbieter und erkundigen Sie sich nach den Kündigungsbedingungen und etwaigen Wechselgebühren. Fragen Sie gleichzeitig beim potenziellen neuen Anbieter nach, ob er bereit ist, Ihr bestehendes Kapital zu übernehmen und welche Kosten bei einem Neuabschluss anfallen. Es ist möglich, dass der neue Anbieter sogar die Wechselkosten Ihres alten Vertrags übernimmt, was den Prozess für Sie deutlich attraktiver gestaltet. Ein transparenter Überblick über alle Gebühren verhindert böse Überraschungen.
3. Neuen Vertrag abschließen
Haben Sie sich für einen neuen Anbieter entschieden und dieser hat der Übernahme Ihres Riester-Guthabens zugestimmt, steht dem Neuabschluss nichts mehr im Wege. In den meisten Fällen kümmert sich der neue Anbieter um die Kündigung Ihres alten Vertrags. Teilen Sie Ihrem neuen Anbieter mit, dass Sie Ihr angespartes Riester-Guthaben übertragen möchten. Ein wichtiger Unterschied zur reinen Kündigung: Beim Vertragswechsel bleiben Ihnen die bereits erhaltenen staatlichen Zulagen erhalten.
Achtung: Bei manchen Anbietern müssen Sie die Kündigung Ihres alten Vertrags selbst vornehmen, in der Regel mit einer Frist von drei Monaten zum Quartalsende. Weisen Sie bei der Kündigung ausdrücklich darauf hin, dass das Guthaben auf Ihren neuen Vertrag übertragen werden soll. Dies ist entscheidend, um zu verhindern, dass Ihnen das angesparte Kapital ausgezahlt wird und damit die staatlichen Zulagen verfallen.
4. Zulageantrag stellen
Nachdem Ihr neuer Riester-Vertrag abgeschlossen ist, müssen Sie bei Ihrem neuen Anbieter einen Zulageantrag stellen. Um sich die staatliche Förderung auch für die Zukunft zu sichern, ohne jedes Jahr erneut tätig werden zu müssen, empfiehlt sich das Stellen eines Dauerzulageantrags. So stellen Sie sicher, dass Sie kontinuierlich von den Zulagen des Staates profitieren.
Welche Kosten entstehen beim Wechsel der Riester-Rente?
Es ist entscheidend, sich vor einem Wechsel einen klaren Überblick über alle potenziellen Kosten zu verschaffen. Sowohl Ihr alter als auch Ihr neuer Anbieter können Ihnen Auskunft über die anfallenden Gebühren geben.
Wechselkosten
Bei einem Anbieterwechsel können auf Ihrer Seite Kosten bei Ihrem bisherigen Anbieter anfallen. Oftmals übernimmt der neue Anbieter diese Gebühren im Rahmen des Neuabschlusses. Dies sollten Sie unbedingt im Vergleichsprozess berücksichtigen.
Kosten für den Vertragsabschluss
Für den Abschluss des neuen Riester-Vertrags können ebenfalls Gebühren anfallen. Diese werden in der Regel über die ersten fünf Jahre der Vertragslaufzeit verteilt von Ihrem Guthaben abgezogen. Wechseln Sie den Anbieter oder Tarif vor Ablauf dieser fünf Jahre, kann es sein, dass Ihr alter Anbieter die verbleibenden Abschlussgebühren einbehält, bevor er das Guthaben überträgt.
Kapitalverlust
Wenn Ihr Riester-Vertrag an die Entwicklung der Finanzmärkte gekoppelt ist, beispielsweise als Fondssparplan mit Aktien-, Renten- oder Mischfonds, ist Vorsicht geboten. Ein Wechsel während einer ungünstigen Marktphase kann zu spürbaren Verlusten Ihres angesparten Kapitals führen. Sprechen Sie im Zweifel vor einem solchen Schritt unbedingt mit Ihrem Anbieter, um das Risiko zu minimieren.
Was muss ich beim Wechsel zu Wohn-Riester beachten?
Ein Wechsel Ihres Riester-Vertrags, beispielsweise einer Riester-Rentenversicherung, hin zu einem Wohn-Riester-Bausparvertrag ist möglich. Allerdings ist ein direkter Wechsel nicht immer die einzige Option, um Ihr Eigenheim zu finanzieren. Oftmals können Sie auch einfach Geld aus Ihrem bestehenden Riester-Vertrag entnehmen, um den Kauf oder Bau zu unterstützen. Ihr Anbieter wird Sie hierzu umfassend beraten.
Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Sie Riester zur Finanzierung Ihres Eigenheims nutzen können, finden Sie weitere Informationen unter So geht Wohn-Riester.

