Moin, liebe Backfreunde!
Als Teil des Teams hinter Deutschlands beliebtester Backshow „Das große Backen“ erhalte ich regelmäßig viele Fragen von euch – von Details zur Show und den technischen Prüfungen bis hin zu Bewerbungsprozessen und mehr. Nach einer spannenden Fragerunde auf Facebook im September 2017 habe ich beschlossen, die häufigsten Fragen hier zusammenzufassen und zu beantworten. Begleitet mich auf eine Reise hinter die Kulissen und erfahrt alles, was ihr schon immer über „Das große Backen“ wissen wolltet!
1. Was passiert mit den Torten nach der Verkostung?
Diese Frage wird uns am häufigsten gestellt, und die Antwort ist einfach: Nichts wird verschwendet! Die Kameras zeigen zwar nur die Kandidaten, die Jury und die Moderatorin, doch hinter den Kulissen arbeiten täglich rund 60 bis 80 engagierte Personen, die diese Sendung erst möglich machen. Sie sind den ganzen Tag von köstlichen Backdüften umgeben und lauschen gespannt jeder Verkostung. Sobald die Torten zum Verzehr freigegeben werden, verwandelt sich das Zelt in ein geschäftiges Treiben, bei dem niemand leer ausgeht.
2. Gibt es Zutaten, die du nicht magst?
In der Tat, ich bin kein großer Fan von Bananen, Lachs und Weichkäse. Doch wenn die Kandidaten diese Zutaten in ihren Rezepten verwenden, probiere ich sie selbstverständlich – und meine persönliche Abneigung fließt dabei nicht in die Bewertung ein. Auch wenn ich mir zu Hause eher keine Banane kaufen würde, stelle ich mich jeder Herausforderung, die die Kandidaten auf die Probe stellt.
3. Haben die Kandidaten wirklich nur die angegebene Zeit?
Ja, das ist erstaunlich, aber wahr! Auch ich bin immer wieder beeindruckt, wie die Kandidaten unter dem Zeitdruck bestehen. Besonders im Finale möchte ich die Rolle der Kandidaten nicht tauschen. Mit einer durchdachten Planung, einem Schockfroster und starken Nerven ist es durchaus möglich, innerhalb von fünf Stunden eine dreistöckige Torte zu backen, zu füllen und zu dekorieren. Dabei darf man nicht vergessen, dass die Kandidaten sich voll und ganz auf das Backen konzentrieren können: Sie müssen nicht abwaschen, die Zutaten werden ihnen gebracht, und auch wenn sie zwischendurch Fragen für die Kamera beantworten müssen, ist ihr Fokus klar auf das Backwerk gerichtet.
4. Warum führt ihr die technischen Prüfungen nicht selbst durch?
Das tun wir! Allerdings nicht im Zelt während der Show, sondern im Rahmen der Vorbereitung. Wenn die Sendeplanung erstellt wird, schlagen Christian und ich Ideen für die technischen Prüfungen vor. Eine technische Prüfung sollte in der Regel innerhalb von zwei Stunden machbar sein und für die Zuschauer zu Hause erkennbare Unterschiede in der Zubereitung aufzeigen – sei es bei der Anzahl, Größe, Farbe oder anderen Details.
Sobald das Thema feststeht, suche ich passende Rezepte heraus und probiere sie aus. Bevor ein Rezept finalisiert wird, backe ich es zu Hause nach, genau so, wie es die Kandidaten umsetzen sollen. Ich nutze meinen normalen Backofen, wiege die Zutaten ab und halte mich an die vorgegebenen Schritte. Dabei gebe ich mir statt der 120 Minuten nur 90 Minuten, um auch Pausen für Anrufe oder andere Erledigungen einplanen zu können. So ermittle ich potenzielle Schwierigkeiten und erkenne, welche Schritte besonders präzise erklärt werden müssen.
5. Dürfen die Kandidaten ihre Rezepte vorbereiten?
Ja, das dürfen und müssen sie sogar! Sobald die Kandidaten die Zusage für die Show erhalten, bekommen sie eine Liste mit den Themen, die in den kommenden Episoden behandelt werden. Daraufhin beginnen sie mit der Entwicklung ihrer Rezept- und Dekorationsideen, wobei sie stets Unterstützung von der Redaktion erhalten. Würden beispielsweise alle Kandidaten zum Thema „Oktoberfest“ einen Bierkrug als Torte gestalten, wäre das wenig abwechslungsreich. Gleichzeitig wird darauf geachtet, dass die Rezepte nicht übermäßig kompliziert sind.
Die Vorbereitung ist zudem entscheidend für den Lebensmitteleinkauf. Obwohl wir im Zelt gut ausgestattet sind, ist es kein Supermarkt. Ziel ist es, am Ende der Dreharbeiten möglichst wenig übrig zu haben, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.
6. Wie wird man Kandidat bei „Das große Backen“?
Der Weg zur Teilnahme ist im Grunde recht unkompliziert. Zunächst muss der ausgefüllte Fragebogen eingesendet werden. Im Frühjahr werden dann ausgewählte Bewerber zu einem Casting eingeladen, wo sie eine vorbereitete Torte präsentieren und verkosten lassen. Wer eine Runde weiterkommt, darf am sogenannten „Vorbacken“ teilnehmen. Hier erhalten alle Kandidaten dasselbe Rezept und bekommen ein Gefühl für die Dreharbeiten vor der Kamera. Danach heißt es warten, bis der ersehnte Anruf kommt, der die Aufnahme unter die Top 10 und die Teilnahme am Wettbacken im Zelt bestätigt.
7. Warum seid ihr so streng, obwohl die Kandidaten Hobbybäcker sind?
Das Fernsehen hat auch für mich eine Lernkurve bedeutet! Natürlich sind uns Christian und ich bewusst, dass die Kandidaten keine ausgebildeten Konditoren sind. Aber am Ende kann nur einer gewinnen, und jede Woche muss ein Teilnehmer die Show verlassen. Dies ist nur durch eine faire Bewertung möglich.
Damit diese Bewertung für die Zuschauer nachvollziehbar ist, können wir nicht jedem uneingeschränktes Lob aussprechen. Wir haben großen Respekt vor der Leistung, die im Zelt erbracht wird, und es entstehen immer wieder wundervolle und köstliche Torten. Um jedoch feine Unterschiede herauszuarbeiten, müssen wir auf Details achten. Beispielsweise wird beurteilt, ob die Torte gerade eingedeckt ist, ob der Geschmack besonders ist (was vor dem Fernseher natürlich schwer zu vermitteln ist), ob anspruchsvolle Techniken angewendet wurden oder ob die Torte zwar sauber gearbeitet ist, aber die einzelnen Komponenten eher einfach gehalten wurden. Ein Vergleich mag hier verdeutlichen: Eine Torte aus Rührteig, gefüllt mit Konfitüre und bestrichen mit amerikanischer Buttercreme, ist etwas anderes als ein Bisquitboden mit italienischer Buttercreme, selbstgemachtem Fruchtspiegel und frischem Krokant, alles sauber eingestrichen und eingedeckt.
Es ist nicht immer einfach, aber ich kann euch versichern, dass es mir unglaublich viel Spaß macht. Neben den tollen Kandidaten sind es vor allem die Menschen im Team, die die Zeit im Zelt jedes Mal zu etwas Besonderem machen.
Wer das erwähnte Live-Video noch einmal anschauen möchte, findet es hier: https://www.facebook.com/dasgrossebacken/videos/1873697526280164/?permPage=1
Für alle weiteren Fragen, die euch auf dem Herzen liegen, nutzt bitte die Kommentarfunktion unter diesem Beitrag. Ich freue mich auf den Austausch mit euch, werde die Fragen schnellstmöglich freischalten und beantworten. Ich behalte mir vor, Fragen, die bereits beantwortet wurden, nicht zu veröffentlichen. Alle Kommentare werden beantwortet, aber bedenkt bitte, dass ich nicht permanent online bin und Antworten manchmal etwas Zeit in Anspruch nehmen können.
Eure Betty

