Ein Einlauf, auch Darmspülung genannt, ist ein Verfahren, bei dem Flüssigkeit über den After in den Darm geleitet wird. Häufig wird dies auch als Darmreinigung bezeichnet, wobei das Klistier – das Werkzeug zur Verabreichung – oft fälschlicherweise synonym verwendet wird. Ein Klistier ist ein Gerät, das dazu dient, Flüssigkeit, die in seltenen Fällen auch Medikamente oder Nährstoffe enthalten kann, in den Enddarm zu spülen. Der Hauptzweck eines Einlaufs ist die Entleerung des Darms bei Verstopfung oder die Reinigung des Darms vor medizinischen Eingriffen wie einer Darmspiegelung oder vor der Geburt.
Medizinische Indikationen für einen Einlauf
Ein Einlauf ist medizinisch dann sinnvoll, wenn eine Verstopfung des Darms vorliegt oder zur Vorbereitung auf eine Untersuchung wie die Darmspiegelung, die zur Früherkennung von Darmkrebs dient, oder bei funktionellen Darmproblemen. Bei wiederkehrender Verstopfung ist es jedoch ratsam, ärztlichen Rat einzuholen. Ein Einlauf kann zwar kurzfristig Abhilfe schaffen, sollte aber nicht regelmäßig zu Hause angewendet werden. Schwangeren wird manchmal gegen Ende der Schwangerschaft ein Einlauf vor der Geburt angeboten, dessen Notwendigkeit jedoch umstritten ist. Hebammen können beurteilen, ob der Darm stark gefüllt ist. Manche Frauen entscheiden sich auch aus Angst, beim Pressen Stuhl abzugeben, für einen Einlauf.
Risiken und Alternativen zur Darmreinigung
Eine Darmreinigung wird oft zu Beginn einer Fastenkur empfohlen, um den Darm zu entlasten und auf die veränderte Ernährung vorzubereiten. Dies ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und regelmäßige Bewegung können ebenfalls die Darmentleerung anregen. Grundsätzlich reinigt und entleert sich der Darm bei gesunden Menschen von selbst, weshalb ein Einlauf meist nicht notwendig ist. Eine zu häufige Anwendung, mehr als ein- bis zweimal im Jahr, kann die Darmschleimhaut und die Darmflora negativ beeinflussen und langfristig schädlich sein.
Hilfsmittel zur Darmspülung: Klistier und Irrigator
Es gibt grundsätzlich zwei Hauptarten von Einläufen, die jeweils unterschiedliche Geräte erfordern. Die erste Methode nutzt ein Klistier, auch Klistierspritze genannt. Dieses besteht aus einem flexiblen Behälter mit einer angehängten Plastikkanüle. Durch Einführen der Kanüle in den After und Zusammendrücken des Behälters wird die Spülflüssigkeit in den Enddarm befördert, um eine Darmentleerung zu bewirken. Klistiere gibt es in verschiedenen Größen: Mikroklistiere (ca. 2-10 ml) und Makroklistiere (50-200 ml).
Die zweite Methode verwendet einen sogenannten Irrigator, der für einen “hohen Einlauf” genutzt wird und Flüssigkeit bis in den Dickdarm leiten kann. Hierbei wird ein Darmrohr bis zu 30 Zentimeter tief in den Anus eingeführt. Ein Irrigator, meist ein Behältnis aus Plastik oder Gummi, wird oberhalb der liegenden Person aufgehängt, um die Schwerkraft für die Spülung zu nutzen. Ein Hahn am Schlauch ermöglicht die Regulierung der Flüssigkeitszufuhr.
Die richtige Flüssigkeit und Vorbereitung
Für einen Einlauf wird üblicherweise lauwarmes, stilles Wasser verwendet, dessen Temperatur bei etwa 37 Grad Celsius liegen sollte. Bei Bedarf können Zusätze wie Kamillentee oder Kochsalz hinzugefügt werden. Es ist jedoch ratsam, mögliche Nebenwirkungen von Zusätzen vorab mit einem Arzt oder einer Ärztin zu besprechen, um Reizungen der Darmschleimhaut zu vermeiden. Fertige Einlauf-Sets mit vorgemischten Flüssigkeiten sind auch in Apotheken erhältlich.
Für die Durchführung eines Einlaufs zu Hause sollten folgende Utensilien bereitstehen:
- Ein Handtuch oder eine Schutzunterlage
- Eine Schüssel
- Einmalhandschuhe
- Ein Klistier oder Irrigator
- Wasser oder die vorbereitete Spülflüssigkeit
- Fettcreme
Es ist ratsam, sich in der Nähe der Toilette aufzuhalten.
Anleitung zur Durchführung eines Einlaufs
Nachdem die Spülflüssigkeit vorbereitet ist, wird die Klistierspritze oder der Irrigator-Schlauch vorsichtig mit einer leichten Drehbewegung etwa zwei bis drei Zentimeter tief in den After eingeführt. Es ist wichtig, dass dies schmerzfrei geschieht, um Verletzungen zu vermeiden. Anschließend wird die Flüssigkeit langsam in den Darm geleitet. Sollte ein starker Druck oder das Gefühl entstehen, dringend zur Toilette zu müssen, sollte keine weitere Flüssigkeit mehr eingeführt werden. Danach kann die Klistierspritze oder das Rohr vorsichtig entfernt werden. Idealerweise wartet man fünf bis 15 Minuten, bevor man zur Darmentleerung auf die Toilette geht. Eine sanfte Bauchmassage während der Wartezeit kann hilfreich sein.
Wichtige Hinweise für Risikogruppen
Personen mit Herz-Kreislauf-Problemen sollten vor der Durchführung eines Einlaufs zu Hause unbedingt ärztlichen Rat einholen, da Komplikationen auftreten können. Zudem kann eine Darmspülung den Elektrolythaushalt des Körpers stören.

