In einer Welt, in der Konsumenten zunehmend Wert auf Nachhaltigkeit und ethische Beschaffung legen, hat Costa Rica einen bedeutenden Schritt unternommen, um den weltweiten Handel mit Fisch und Meeresfrüchten aus nachhaltiger Quelle zu fördern. Am 11. November wurde das kollektive Gütesiegel “Pura Vida Costa Rican Seafood & Aquaculture” eingeführt, was einen Meilenstein für die nachhaltige Fischerei und Aquakultur des Landes darstellt. Dieser Schritt ist eng mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen verknüpft und zielt darauf ab, Armut zu reduzieren, die Ernährungssicherheit zu verbessern und eine nachhaltige Produktion und Konsumption von Fischereierzeugnissen zu fördern. Die Einführung des Siegels ist Teil eines größeren UNCTAD-Projekts.
Das “Pura Vida”-Siegel: Ein Symbol für Verantwortung
Das Gütesiegel “Pura Vida”, was auf Englisch “reines Leben” bedeutet, ist das Ergebnis eines seit 2018 laufenden Projekts der UNCTAD und der Abteilung für Meeresangelegenheiten und das Seerecht der Vereinten Nationen (DOALOS). Promotet wird die Initiative durch das costa-ricanische Ministerium für Außenhandel, das Costa Ricanische Institut für Fischerei und Aquakultur (INCOPESCA) und die Nationale Handelskammer für Fischereiprodukte (CANEPP). Laut dem Exekutivdirektor von INCOPESCA, Daniel Carrasco, werden unter diesem einzigen Siegel nun nationale Fischerei- und Aquakulturprodukte identifiziert, die eine Reihe von Bedingungen erfüllen, welche soziale, wirtschaftliche und ökologische Verantwortung von der Produktion bis zur Auslieferung an den Verbraucher fördern.
Wirtschaftliches Potenzial und die damit verbundene Verantwortung
Der globale Export von Fisch und Meeresfrüchten beläuft sich jährlich auf rund 164 Milliarden US-Dollar, und der weltweite Verzehr von Fisch stieg von 1990 bis 2018 um 122 %. Costa Rica mit seinen Küsten am Pazifik und der Karibik sowie einer ausschließlichen Wirtschaftszone, die zehnmal größer ist als seine Landfläche, ist reich an Meeresressourcen, die das Wirtschaftswachstum ankurbeln und die Lebensgrundlagen verbessern könnten. Die Exekutivdirektorin von CANEPP, Ana Victoria Paniagua Prado, betonte, dass das Land angesichts seines großen Potenzials für die Meeresausbeutung eine immense Verantwortung trage, die nachhaltige Entwicklung seiner Fischerei- und Aquakulturindustrie zu unterstützen. Trotz der reichhaltigen Meeresressourcen und der steigenden globalen Nachfrage machen Fischerei und Aquakultur nur einen kleinen und rückläufigen Anteil an der costa-ricanischen Wirtschaft aus (ca. 0,3 % des BIP im Jahr 2018).
Ein Wettbewerbsvorteil auf dem Markt
Die Einführung des kollektiven Gütesiegels soll costa-ricanischen Meeresfrüchteprodukten auch einen Wettbewerbsvorteil auf nationalen und globalen Märkten verschaffen. Laut Herrn Carrasco zielt die Schaffung dieser Kollektivmarke darauf ab, einen Standard für costa-ricanische Fischerei- und Aquakulturprodukte als hochwertige Produkte mit einzigartigen Merkmalen zu etablieren. Da es sich um eine Kollektivmarke handelt, steht die Nutzung allen aktiven CANEPP-Mitgliedern offen, die legal Fischerei, Aquakultur oder Meereskultur betreiben und die Qualitäts- und Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen. Dies könnte dazu beitragen, die Bedeutung von nachhaltigen Diätrezepten in der globalen Ernährung weiter zu unterstreichen.
Ein wichtiger Meilenstein für nachhaltigen Handel
Die Einführung des Siegels ist ein wichtiger Meilenstein für das UNCTAD-DOALOS-Projekt mit dem Titel “Evidence-based and policy coherent oceans economy and trade strategies”, das neben Costa Rica auch in Barbados und Belize umgesetzt wurde. Durch das Projekt arbeiteten die UN-Agenturen mit Regierungs- und anderen öffentlichen und privaten Akteuren zusammen, um dringend benötigte Maßnahmen zur Förderung der nachhaltigen Nutzung und des Handels mit Meeresressourcen zu definieren. UNCTAD-Generalsekretärin Rebeca Grynspan hofft, dass das “Pura Vida”-Siegel eines der dringendsten Themen der Umweltagenda vorantreiben wird: die Erhaltung der Meere. Die weltweiten Fischbestände, die biologisch nachhaltig sind, sind laut FAO von 90 % im Jahr 1990 auf weniger als 66 % im Jahr 2017 gesunken. “Wir wollten das Potenzial der costa-ricanischen Wirtschaft unterstützen, aber auf nachhaltige Weise”, sagte sie und appellierte an alle nationalen Akteure, das “Pura Vida”-Siegel zu nutzen.
Fortgesetzte Unterstützung und Schulungen
Obwohl das Projekt seine Endphase erreicht hat, wird die Unterstützung der UN fortgesetzt, um sicherzustellen, dass die Ergebnisse des Projekts im Einklang mit den Zielen und Prioritäten Costa Ricas angewendet werden. Die Einführungsveranstaltung umfasste Schulungen für potenzielle Nutzer des kollektiven Gütesiegels, die von UNCTAD und DOALOS geleitet wurden. Mehr als 60 Stakeholder nahmen teil und diskutierten die Regeln und die Nutzung von Kollektivmarken sowie die Förderstrategie für das neue “Pura Vida”-Siegel.
Die Einführung des “Pura Vida”-Siegels ist ein entscheidender Schritt für Costa Rica, um seine Position als führender Anbieter von nachhaltigen Meeresfrüchten zu stärken. Es bietet nicht nur einen klaren Vorteil für die costa-ricanische Fischerei- und Aquakulturindustrie, sondern sendet auch ein starkes Signal an die globale Gemeinschaft über die Verpflichtung des Landes zu Umweltschutz und verantwortungsvoller Ressourcennutzung. Teilen Sie uns Ihre Lieblingsgerichte mit Meeresfrüchten aus Costa Rica mit!
