Aktuelle Corona-Varianten in Deutschland: Ein Überblick

Seit Beginn der Corona-Pandemie hat sich das SARS-CoV-2-Virus stetig weiterentwickelt und neue Varianten hervorgebracht. Aktuell dominieren in Deutschland die Varianten Stratus (XFG), Cicada (BA.3.2) und Nimbus (NB.1.8.1) die Infektionsgeschehen. Dennoch ist ein deutlicher Rückgang der Covid-19-Erkrankungen zu verzeichnen. Die Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen, dass die Inzidenz von 800 auf nun etwa 100 Fälle pro 100.000 Einwohner gesunken ist. Auch die abnehmende Viruslast im Abwasser bestätigt diesen positiven Trend. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie das RKI beobachten diese Entwicklungen aufmerksam, um die öffentliche Gesundheit zu schützen und gegebenenfalls adäquate Maßnahmen zu ergreifen.

Die vorherrschenden Corona-Varianten im Detail

Die drei Hauptvarianten, die derzeit in Deutschland zirkulieren, sind Stratus, Cicada und Nimbus. Laut aktuellen RKI-Zahlen machen sie nahezu alle nachgewiesenen SARS-CoV-2-Infektionen aus:

  • Stratus (XFG): Mit einem Anteil von 38 Prozent (zuvor 36 Prozent) ist Stratus die am weitesten verbreitete Variante. Sie wurde in den Medien auch als “Frankenstein-Variante” bezeichnet, da sie sich aus Mutationen verschiedener Omikron-Subvarianten zusammensetzt. Die WHO stuft das zusätzliche Risiko für die öffentliche Gesundheit weltweit und speziell für Deutschland als niedrig ein. Zwar besitzt Stratus eine geringfügig erhöhte Immunflucht im Vergleich zu früheren Omikron-Varianten, die derzeit zugelassenen Corona-Impfstoffe dürften aber weiterhin Schutz vor schweren Verläufen bieten.
  • Cicada (BA.3.2): Diese Omikron-Sublinie, auch bekannt als Cicada, macht aktuell 31 Prozent der Infektionen aus (Vorwoche: 34 Prozent). Sie wurde Anfang Dezember 2025 von der WHO als “variant under monitoring” (VUM) eingestuft. Cicada hat über 50 Mutationen im Vergleich zur ursprünglichen Omikron-Variante BA.3. Bislang gehen die Gesundheitsbehörden von keinem erhöhten Risiko für die öffentliche Gesundheit aus, und die Impfung wird weiterhin als Schutz vor schweren Erkrankungen empfohlen.
  • Nimbus (NB.1.8.1): Die Nimbus-Variante, eine weitere Abwandlung der Omikron-Variante, ist für 30 Prozent der Fälle verantwortlich (Vorwoche: 27 Prozent). Sie wurde erstmals im Januar 2025 entdeckt und im Mai 2025 von der WHO als “Variante unter Beobachtung” eingestuft. Weltweit macht Nimbus etwa 13 Prozent der Corona-Fälle aus.
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Warum ist die Untersuchung von Corona-Varianten so wichtig?

Das Corona-Virus passt sich kontinuierlich an und entwickelt ständig neue Varianten. “Bei einigen von ihnen – etwa wenn sie sich möglicherweise schneller ausbreiten – schaut man dann genauer hin”, erklärt Dr. Henning Grüll vom Institut für Virologie der Uniklinik Köln. Prof. Dr. Stefan Pöhlmann vom Deutschen Primatenzentrum in Göttingen fügt hinzu: “Immer wenn eine Variante besonders erfolgreich wird, rückt sie in den Fokus.” Bei der Untersuchung neuer Varianten konzentriert man sich vor allem auf das Spike-Protein, um zu verstehen, wie gut das Virus in Zellen eindringen und wie gut es Antikörpern ausweichen kann. Langfristige Infektionen, insbesondere bei immungeschwächten Personen, können die Entstehung neuer und unerwarteter Eigenschaften bei den Viren begünstigen. Daher bleibt die kontinuierliche Beobachtung der SARS-CoV-2-Viren entscheidend für das Verständnis zukünftiger Entwicklungen.

Bleiben Corona-Impfungen wirksam?

Die aktuell zugelassenen Corona-Impfstoffe werden voraussichtlich auch gegen die Varianten Cicada, Nimbus und Stratus wirksam bleiben. Obwohl Varianten wie Nimbus und Stratus über Spike-Mutationen verfügen, die eine leichte Immunflucht ermöglichen, sind die Unterschiede laut Virologe Henning Grüll gering. Erste Laboruntersuchungen deuten darauf hin, dass Antikörper möglicherweise etwas weniger aktiv gegen diese Varianten sein könnten. Dennoch wird davon ausgegangen, dass die Impfungen weiterhin gut vor schweren Verläufen schützen. Die WHO teilt diese Einschätzung bezüglich des Impfschutzes gegen schwere Erkrankungen bei den genannten Varianten.

Symptome und Testerkennung

Die Symptome einer Infektion mit den aktuellen Corona-Varianten ähneln weitgehend denen früherer Varianten und umfassen typischerweise Fieber, Husten, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Muskelschmerzen, Durchfall und allgemeine Abgeschlagenheit. Spezifische, abweichende Symptome für Cicada, Stratus und Nimbus wurden bisher nicht in größerem Umfang berichtet. Einige Erkrankte mit Nimbus und Stratus klagten jedoch über starkes Halsweh.

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Hinsichtlich der Testerkennung wird davon ausgegangen, dass Schnelltests die Nimbus- und Stratus-Variante bei einer akuten Infektion gut nachweisen können. Dies liegt daran, dass die Tests meist einen relativ stabilen Bereich des Virus, das Nukleokapsid-Protein, untersuchen. Die Unterschiede im Nukleokapsid-Protein von Nimbus und Stratus im Vergleich zu früheren Varianten sind minimal. Wichtig ist zu betonen, dass das Ergebnis eines Schnelltests keine Aussage über die weitere Genesung trifft und man sich in jedem Fall vollständig auskurieren sollte, unabhängig vom Erreger.

Die ständige Anpassung des Virus macht es notwendig, die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen, um die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen und Impfungen jederzeit gewährleisten zu können.