Der Winter bringt nicht nur kalte Temperaturen, sondern auch eine erhöhte Anfälligkeit für Atemwegserkrankungen. Glücklicherweise können viele Erkältungs- und Grippesymptome zu Hause mit bewährten Mitteln gelindert werden. Im Vordergrund stehen dabei immer Ruhe und Schonung. Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick über wirksame Hausmittel und Ratschläge, um schnell wieder gesund zu werden und den Genesungsprozess optimal zu unterstützen.
Was tun bei Halsschmerzen und Husten?
Bei typischen Erkältungserscheinungen ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr essenziell, da der Körper viel Flüssigkeit verliert. Neben stillem Wasser sind Tees und Brühen besonders wohltuend. Halsschmerzen lassen sich mit Salbei- und Ingwertee auf natürliche Weise lindern. Sollten die Schmerzen sehr stark sein und von Fieber sowie Schluckbeschwerden begleitet werden, könnte eine Mandelentzündung vorliegen, die ärztliche Behandlung erfordert. Gegen trockenen Husten hilft Inhalieren mit heißem Wasser mehrmals täglich. Ein traditionelles, selbstgemachtes Hausmittel ist Hustensaft aus Zwiebelsud und Honig, wobei Honig für Kinder unter einem Jahr nicht geeignet ist.
Ein wichtiger Aspekt der Genesung ist auch die richtige Ernährung. Achten Sie auf eine ausgewogene Kost, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist, um Ihr Immunsystem zu stärken. Frisches Obst und Gemüse spielen hierbei eine zentrale Rolle.
Fieber mit Hausmitteln senken
Fieber ist ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem aktiv gegen Infektionen kämpft. Oberste Priorität hat hierbei absolute Ruhe im Bett. Die Flüssigkeitszufuhr sollte stark erhöht werden – als Faustregel gilt: ein halber bis ein Liter Wasser zusätzlich pro Tag für jedes Grad Fieber über der Normaltemperatur. Bei Schüttelfrost können zusätzliche Decken oder eine Wärmflasche Linderung verschaffen. Wenn der Körper jedoch überhitzt, sind lauwarme Wadenwickel eine bewährte Methode. Hierfür wird ein dünnes Tuch in lauwarmes Wasser getaucht, ausgewrungen und um die Unterschenkel gewickelt, bevor es mit einem trockenen Tuch abgedeckt wird. Wichtig ist, dass das Wasser keinesfalls eiskalt ist. Fühlen sich die Füße oder Unterschenkel kühl an, sollten die Wickel nicht angewendet werden.
Sollte das Fieber länger als drei Tage anhalten oder sehr hoch sein, ist ein Arztbesuch ratsam. Dies gilt ebenso bei einem deutlich beeinträchtigten Allgemeinzustand.
Hier finden Sie weitere Informationen zur Behandlung von Erkältungssymptomen.
Was hilft bei Schnupfen?
Leichter Schnupfen ist in den kälteren Monaten weit verbreitet und meist harmlos. Bei verstopfter Nase können abschwellende Nasensprays kurzfristig Abhilfe schaffen, sollten jedoch nicht länger als wenige Tage angewendet werden. Inhalationen mit heißem Wasserdampf sind ebenfalls empfehlenswert. Eine unterstützende Maßnahme sind Spülungen mit Salzwasser, die helfen können, Verkrustungen zu lösen und Schleim auszuspülen. Nasenduschen sind in Apotheken erhältlich. Bei eitrigem Schnupfen, der von Fieber oder starkem Krankheitsgefühl begleitet wird, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Zwiebel gegen Ohrenschmerzen
Ohrenschmerzen können sehr plötzlich und intensiv auftreten, weshalb bei starken Beschwerden immer ein Arzt aufgesucht werden sollte. Ein wirksames Sofortmittel ist ein Zwiebelsäckchen: Klein geschnittene Zwiebeln werden in ein dünnes Stoffsäckchen gefüllt, leicht angedrückt und über warmem Wasserdampf oder in der Mikrowelle erwärmt. Nach Prüfung der Temperatur auf Angenehmheit wird das Säckchen auf das schmerzende Ohr gelegt. Abschwellendes Nasenspray kann zusätzlich helfen, Sekret besser abfließen zu lassen.
Vorsicht bei Kombipräparaten
Kombinationspräparate versprechen oft eine umfassende Linderung von Fieber, Schmerzen und verstopfter Nase. Jedoch ist bei diesen rezeptfreien und oft teuren Medikamenten Vorsicht geboten. Viele Anwender sind sich der enthaltenen Wirkstoffe nicht bewusst, was das Risiko von Nebenwirkungen oder Überdosierungen birgt.
Insbesondere der Wirkstoff Pseudoephedrin kann bei Menschen mit Bluthochdruck oder chronischen Nierenerkrankungen gefährlich sein und zu Durchblutungsstörungen im Gehirn führen. Ähnliche abschwellende Wirkstoffe wie Phenylephrin werden in den USA als nutzlos eingestuft, da die orale Dosis für eine Wirkung über die Nase zu gering sei.
Medikamente bei anhaltenden Symptomen
Anstatt auf Kombinationspräparate zurückzugreifen, ist es ratsam, jedes Symptom einzeln zu behandeln. Bei anhaltenden Beschwerden kann in Absprache mit einem Arzt oder Apotheker auf rezeptfreie Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen zurückgegriffen werden, die gut gegen Fieber und Schmerzen wirken. Verschreibungspflichtige Medikamente wie Metamizol (Novaminsulfon) können ebenfalls zur Linderung von Kopf- und Gliederschmerzen eingesetzt werden.
Fazit und Ausblick
Die Behandlung von Erkältungs- und Grippesymptomen erfordert Geduld und die richtige Strategie. Mit einer Kombination aus Ruhe, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und bewährten Hausmitteln können die meisten Beschwerden effektiv gelindert werden. Bei anhaltenden oder schweren Symptomen ist jedoch ärztlicher Rat unerlässlich. Achten Sie auf Ihren Körper und unterstützen Sie ihn aktiv im Genesungsprozess.
Referenzen
- UKE Hamburg
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