Jedes Jahr befragen Korn Ferry und das Fortune-Magazin Tausende von Führungskräften und Analysten aus verschiedenen Branchen weltweit, um die „World’s Most Admired Companies“ (WMACs) zu ermitteln. Diese Rankings berücksichtigen Attribute wie Managementqualität, Talentgewinnung und -bindung sowie Innovationskraft. Im Rahmen dieser Umfrage führt Korn Ferry auch Forschungsarbeiten zu einem isolierten Aspekt der Unternehmen durch, und das diesjährige Thema war die Unternehmenskultur. „Kultur ist der am meisten unterschätzte Faktor für langfristigen Erfolg“, sagt Laura Manson-Smith, globale Leiterin der Beratung für Organisationsstrategie bei Korn Ferry.
Dies ist nicht nur ihre Meinung, sondern auch das, was Führungskräfte und Analysten in der Umfrage angaben. Zwei Drittel der WMAC-Führungskräfte sind der Meinung, dass die Kultur bis zu 30 % des Marktwerts eines Unternehmens ausmacht; ein Drittel meint, dass sie 50 % oder mehr dazu beiträgt. Bei einem so hohen Wert und Wachstumspotenzial spüren die Führungskräfte laut Manson-Smith Druck, bewusster auf ihre Unternehmenskultur zu achten. Für einige mag es jedoch bereits zu spät sein. „Zu viele Unternehmen haben Kultur als Standard und nicht genug Unternehmen gestalten ihre Kultur bewusst“, sagt sie.
Die Kultur als entscheidender Faktor im Wandel
Angesichts des Wandels hin zur Remote-Arbeit und der zunehmenden Bedeutung von Sinnhaftigkeit im Arbeitsleben erkennen immer mehr Führungskräfte, dass eine falsche Unternehmenskultur ebenso nachteilig ist wie eine richtige Kultur vorteilhaft. Fast die Hälfte der befragten WMAC-Führungskräfte gibt an, dass die Pandemie und die Remote-Arbeit die Bedeutung der Kultur für den zukünftigen Erfolg erhöht haben. Die Erkenntnisse aus dieser Forschung sind auch für Unternehmen im deutschsprachigen Raum von großer Relevanz, da sie ähnlichen Herausforderungen und Erwartungen gegenüberstehen. Die Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft, die durch eine starke Kultur gefördert werden, sind entscheidend, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können.
Tatsächlich ist eine Eigenschaft, die die WMACs teilen, dass die Kultur zwar die Grenzen für akzeptables und nicht akzeptables Verhalten festlegt, das innerhalb dieser Grenzen Priorität hat, jedoch an sich ändernde Geschäftsrealitäten angepasst werden kann. Dies zeigt sich darin, wie sich die kulturellen Prioritäten der WMACs weiterentwickelt haben, um nicht nur die anhaltende Unsicherheit im wirtschaftlichen Umfeld widerzuspiegeln, sondern auch die gestiegenen Erwartungen von Mitarbeitern, Kunden, Investoren und anderen Stakeholdern. Laut Forschung von Korn Ferry nennen WMAC-Führungskräfte Lernen als die größte kulturelle Priorität für die Zukunft, während sie zuvor an fünfter Stelle rangierte. „Die Schaffung von Lernbedingungen ist für viele WMACs derzeit ein Schwerpunkt“, sagt Sarah Jensen Clayton, Global Head of Culture, Change & Communications bei Korn Ferry. Dies unterstreicht die Notwendigkeit für Unternehmen, kontinuierlich in die Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter zu investieren und eine Kultur des lebenslangen Lernens zu etablieren.
Strategien zur Gestaltung einer positiven Unternehmenskultur
Die bewusste Gestaltung der Unternehmenskultur ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess. Unternehmen, die langfristig erfolgreich sein wollen, müssen proaktiv handeln. Dazu gehört die klare Definition von Werten und Verhaltensweisen, die das gewünschte kulturelle Umfeld widerspiegeln. Regelmäßige Kommunikation und das Vorleben dieser Werte durch das Management sind essenziell. Darüber hinaus ist es wichtig, Feedbackmechanismen zu etablieren, um die Wahrnehmung der Kultur durch die Mitarbeiter zu verstehen und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen. Die Integration von Lernmöglichkeiten und die Förderung einer offenen Fehlerkultur können ebenfalls dazu beitragen, die Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit des Unternehmens zu stärken.
Die Fokussierung auf Lernbereitschaft, wie von den WMACs hervorgehoben, kann Unternehmen dabei helfen, agil auf Marktveränderungen zu reagieren und neue Kompetenzen aufzubauen. Dies kann durch interne Schulungsprogramme, die Unterstützung externer Weiterbildungen oder die Förderung des Wissensaustauschs zwischen den Abteilungen geschehen. Letztendlich ist eine starke, positiv gestaltete Unternehmenskultur ein unschätzbarer Vorteil, der nicht nur die Marktposition stärkt, sondern auch die Zufriedenheit und Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen erhöht. Diese Investition in die Kultur zahlt sich langfristig aus und ist ein Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg.

