Das Chemihütte-Schwinget, ein fester Bestandteil des Schwingkalenders, feiert in diesem Jahr ein bedeutendes Jubiläum: 50 Jahre voller packender Zweikämpfe, urchiger Atmosphäre und einer einzigartigen Aussicht. Seit 1972 lockt dieses Fest Schwingbegeisterte aus nah und fern nach Aeschi und hat sich zu einer festen Grösse im Schweizer Volksport entwickelt. Die Geschichte dieses traditionsreichen Anlasses ist eng verknüpft mit der Gründung der Schwingersektion Aeschi im Jahr 1955 und der visionären Idee, ein Schwingfest mit spektakulärer Kulisse zu etablieren.
Die Ursprünge der Schwingersektion Aeschi
Die Wurzeln des Chemihütte-Schwingets reichen tiefer zurück als die erste Austragung im Jahr 1972. Bereits am 28. Dezember 1955 wurde die Schwingersektion Aeschi im damaligen Gasthof Sternen gegründet. Zuvor trainierten die aufstrebenden Schwinger gemeinsam mit dem benachbarten Schwingklub Reichenbach, oft unter erschwerten Bedingungen – mit dem Fahrrad oder zu Fuss, besonders im Winter. Diese frühen Jahre waren geprägt von Leidenschaft und dem unbedingten Willen, den traditionellen Schwingsport in der Region zu fördern.
Der erste Vorstand der Schwingersektion Aeschi legte den Grundstein für die zukünftige Entwicklung. Die damaligen Mitglieder waren: Präsident Christian Lengacher (Aeschiried), Vizepräsident Hans Kratzer (Niederdorf), Sekretär und Kassier Werner Schneider (Aeschi-Dorf) sowie die Beisitzer Paul Christen (Aeschiried) und Eduard von Känel (Hubel). Diese engagierten Persönlichkeiten trugen massgeblich dazu bei, den Schwingsport in Aeschi zu etablieren und eine solide Basis für zukünftige Erfolge zu schaffen.
Die Geburt des Chemihütte-Schwingets
Die eigentliche Geburtsstunde des Chemihütte-Schwingets schlug im Jahr 1971. Bei einem gemütlichen Sonntags-Apéro im neu eröffneten Restaurant Chemihütte entstand die zündende Idee, ein Schwingfest mit einer unvergleichlichen Aussicht zu veranstalten. Diese Vision sollte sich als wahrer Glücksgriff erweisen. Seit 1972 findet das Fest auf dem Gelände des Restaurants statt und bietet den Zuschauern nicht nur packende Schwingduelle, sondern auch einen atemberaubenden Panoramablick über die malerische Bergwelt.
Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Team des Restaurants Chemihütte und der Schwingersektion Aeschi ist der Schlüssel zum Erfolg und zur Beständigkeit des Chemihütte-Schwingets. Diese Partnerschaft, die auf gegenseitigem Respekt und gemeinsamer Leidenschaft für den Schwingsport basiert, hat es ermöglicht, dass das Fest über fünf Jahrzehnte hinweg zu einer festen Grösse geworden ist.
Ein Blick auf die heutige Organisation und vergangene Höhepunkte
Auch heute ist die Schwingersektion Aeschi mit einem engagierten Vorstand aktiv. Der aktuelle Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Präsident Ueli Santschi, Vizepräsident Godi Salzmann, Sekretär Markus Berger, Kassier Pascal Köppel, Technischer Leiter Aktive Jan Wittwer, Technischer Leiter Jungschwinger Christoph Reichen sowie die Beisitzer Jonas Lengacher und Dionys Brunner. Diese neue Generation von Funktionären führt die Tradition fort und sorgt dafür, dass das Chemihütte-Schwinget auch in Zukunft nichts von seinem Reiz verliert.
Das Chemihütte-Schwinget hat im Laufe der Jahre einige Unterbrechungen erlebt, wie beispielsweise im Jahr 2020 aufgrund der Corona-Pandemie. Auch fand das Fest nicht jedes Jahr statt; es wurde zum Beispiel mit dem Oberländischen Schwingfest und dem Berner Kantonalen Schwingfest kombiniert. Doch die Aussetzung des Festes 2020/2021 wegen Corona, bzw. die Jahre, wo es nicht stattgefunden hat, unterstreichen nur die Wichtigkeit dieses Anlasses für die Region und den Schwingsport.
Ein besonderer musikalischer Höhepunkt begleitet das Chemihütte-Schwinget seit vielen Jahren: das Schwyzerörgeliquartett Bergmoos aus Gstaad. Dieses Jahr feiert das Quartett, bestehend aus Nicole Hauswirth, Jürg Romang, Bruno von Siebenthal und Simon Matti, sein 20-jähriges Jubiläum. Ihre schwungvollen Klänge sorgen jedes Jahr für beste Unterhaltung und laden zum Tanzen ein, was die urchige und fröhliche Atmosphäre des Festes zusätzlich bereichert.
Ein Blick in die Zukunft und ein besonderer Abschied
Am 28. September 2025 blickt die Schwingersektion Aeschi stolz auf 50 Jahre Chemihütte-Schwingfest zurück. Dieses Jubiläum ist eine Einladung, in Erinnerungen zu schwelgen, Erfolge zu feiern und die Werte des Schwingsports – Bodenständigkeit, Fairness und Gemeinschaft – hochleben zu lassen. Das Fest bleibt seinem Ruf als urchiger, bodenständiger und aussichtsreicher Anlass treu.
Besondere Grüsse zum Jubiläum sendet das Team des Restaurants Chemihütte an die Schwingersektion Aeschi. Ebenso werden herzliche Jubiläumsgrüsse an das Schwyzerörgeliquartett Bergmoos zum 20-jährigen Bestehen übermittelt.
Ein besonderes Ereignis dieses Jahres ist der Abschied von Hanspeter Luginbühl, einem bekannten Lokalmatador, der am Chemihütte-Schwinget sein letztes Fest seiner Karriere bestreiten wird. Wir wünschen ihm alles Gute für seinen wohlverdienten Ruhestand und danken ihm für seine jahrelange Treue und seinen Einsatz im Schwingsport.
Das Chemihütte-Schwinget ist mehr als nur ein sportlicher Wettkampf; es ist ein Stück Schweizer Kultur, ein Ort der Begegnung und ein Fest für die ganze Familie, das mit seiner einzigartigen Kombination aus Tradition und atemberaubender Natur begeistert.
