Deutschlands führende Autowaschanlagen: Mehr als nur Sauberkeit

In der heutigen Geschäftswelt ist “Transformation” ein allgegenwärtiges Thema, besonders im Mobilitätssektor. Doch für Richard Enning, den CEO von Mr. Wash AG, einem mittelständischen Familienunternehmen mit 38 hochmodernen Autowaschanlagen in ganz Deutschland, ist dies kein neues Konzept. Mr. Wash reinigt jährlich über acht Millionen Fahrzeuge und erzielt beeindruckende Umsätze von 140 Millionen Euro allein durch Waschen, ergänzt durch 110 Millionen Euro aus angeschlossenen Tankstellen und 40 Millionen Euro aus dem “mac Oil”-Service für Ölwechsel ohne Termin. Enning verkörpert die Marke Mr. Wash, getreu seinem Motto: “Sauberes Auto – frohes Herz”. Er hat das Autowaschen zu einem Erlebnis gemacht, das weit über das hinausgeht, was eine einfache Waschbox an einer Tankstelle bieten kann. Sein Erfolg, der seit sechs Jahrzehnten Bestand hat, basiert auf einer Kombination aus Preis, Leistung und der ständigen Anpassung an neue Entwicklungen, Fahrzeugtypen und Kundenbedürfnisse. Für Enning ist Wandel, oder “Transformation”, einfach Teil des täglichen Geschäfts.

Kosmetik, Kaffee und Komfort: Das Mr. Wash Erlebnis

Die neueste Anlage in Ennings Heimatstadt Mülheim an der Ruhr setzt neue Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit und Kundenerlebnis. Sie ist die weltweit erste Großwaschanlage, die ihren gesamten Strombedarf durch eigene Solaranlagen deckt. Das Angebot reicht von der Außenwäsche über die Innenreinigung bis hin zur manuellen Lackversiegelung und Politur mit speziellen Mikrofasertüchern. Sogar eine spezielle “Kosmetikbehandlung” für Reifenwände, wahlweise in “tiefschwarz” oder “stilvollem Glanz”, wird angeboten. Dieses umweltfreundliche und ungiftige Produkt wurde in Zusammenarbeit mit einem führenden Chemiker entwickelt. Während die Kunden auf ihre Fahrzeuge warten, können sie in einer Lounge mit bequemen Sitzmöbeln bei frisch gebrühtem Espresso oder Kakao entspannen. Für Kinder steht ein kostenloser Karussellspaß bereit.

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Ein besonderes Highlight ist die integrierte Tauschbibliothek. Kunden können Bücher aus verschiedenen Genres mit nach Hause nehmen und später zurückbringen. Dieses Angebot erfreut sich großer Beliebtheit, weshalb Enning regelmäßig Nachschub besorgt, indem er “kiloweise alte Bücher bei eBay kauft”. Großzügigkeit und Qualität sind zentrale Säulen des Geschäftsmodells. Jährlich werden rund zwölf Tonnen Dallmayr-Kaffeebohnen in hochmodernen Profi-Maschinen verarbeitet – eine Investition, die sich auszahlt.

Extras ohne Aufpreis: Der Kunde im Mittelpunkt

Trotz des luxuriösen Angebots bleiben die Preise wettbewerbsfähig. Kunden, die auf die kostenpflichtige Innenreinigung verzichten möchten, können diese kostenlos und unbegrenzt in der bestens ausgestatteten Staubsaugerhalle selbst durchführen. Hochleistungsstaubsauger, Druckluft für Staub und Wassertropfen, Waschbecken mit Warmwasser und spezielle Geräte zur Mattenreinigung stehen an jeder Station zur Verfügung, um Wartezeiten zu vermeiden. Auch die Reifendruckkontrolle ist an den Staubsaugerplätzen möglich.

Für Stammkunden bietet Mr. Wash eine attraktive Flatrate an. Diese ermöglicht es, die Fahrzeuge beliebig oft zu waschen, sogar mehrmals täglich, und genießt VIP-Status mit einem eigenen Fahrspuren. Ein unauffälliger Barcode an der Windschutzscheibe öffnet automatisch die Schranke und leitet das Fahrzeug zur Wäsche.

Die “Clean Hour” und Flottenlösungen: Flexibilität für Alle

Mr. Wash verzichtet bewusst auf elitäres Gehabe und bietet attraktive Dienstleistungen für jedermann. Ein besonderes Angebot ist die “Clean Hour” werktags zwischen 18 und 19 Uhr: Kunden erhalten einen Gutschein für eine identische kostenlose Wäsche, die sie zu einer anderen “Clean Hour” einlösen können. Diese Stunde wird mit Disco-Licht und passender Musik zu einem kleinen Event, das besonders bei jüngeren Kunden gut ankommt.

Um eine hohe Auslastung zu gewährleisten, hat Enning auch spezielle Programme für Großkunden und Flotten entwickelt, wie das “Flex Wash”-Programm. Ähnlich wie auf Rechnung in einer Kneipe können Firmenfahrzeuge nach Registrierung flexibel genutzt und die Abrechnung monatlich erfolgen. Dies spart Papier und Verwaltungskosten und bietet Flottenbetreibern Rabatte von bis zu 20 Prozent, was den Preis einer Standardwäsche auf acht Euro senkt. Dieses Modell macht Mr. Wash auch für Carsharing-Anbieter attraktiv.

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Preisbremse und Mitarbeiterförderung: Gegen Inflation und für faire Bedingungen

Die “Autowasch-Preisbremse” ist ein Beispiel für Innings Fähigkeit, schnell auf Marktentwicklungen zu reagieren. Für das gesamte Jahr 2023 garantierte das Unternehmen keine Preiserhöhungen. Gleichzeitig werden die über 1.800 Mitarbeiter – mit einem Mindeststundenlohn von 14 Euro – durch eine steuerfreie Inflationsprämie von 100 Euro monatlich unterstützt. Dies zeigt das Bestreben, die Geldentwertung “auf beiden Seiten” abzufedern. Zusätzliche Benefits wie bezahlte Geburtstage und die Abschaffung des Sonntagsbetriebs an einigen Standorten unterstreichen die Wertschätzung der Mitarbeiter.

Die Belegschaft, die aus 73 verschiedenen Nationen stammt, ist für Enning von unschätzbarem Wert. Ebenso wichtig ist die strategische Standortwahl. Anstatt zu mieten, kauft Mr. Wash nach Möglichkeit die Grundstücke, um Kostenstabilität zu gewährleisten und unabhängiger von Vermietern zu sein. Ein aktuelles Beispiel ist der Erwerb von über 22.000 Quadratmetern in Leipzig für eine neue Anlage mit individueller Architektur, wie sie auch in Hamburg (Kreuzfahrtschiff-Design) oder Münster (Naturmotive) zu finden ist. Die Investition pro neuer Waschfabrik beläuft sich auf durchschnittlich 20 Millionen Euro.

Eigenentwicklung und Kundenfokus: Kein Standardprodukt bei Mr. Wash

Die technische Ausstattung von Mr. Wash ist größtenteils Eigenentwicklung. Ingenieure, Mechatroniker und Automatisierungsexperten arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung von Maschinen und Prozessen. “Hier gibt es nichts von der Stange”, betont Enning. Dieses Streben nach Perfektion und Unabhängigkeit spiegelt sich auch in der neu gegründeten 15-köpfigen Maschinenbauteams wider, das für die Ausrüstung und Modernisierung der Standorte zuständig ist.

Richard Enning beweist, dass Transformation für ihn kein Schlagwort, sondern gelebte Realität ist. Durch ständige Innovation, einen scharfen Blick für Details und eine unerschütterliche Fokussierung auf die Kundenbedürfnisse erfindet er sein Unternehmen kontinuierlich neu. Diese Philosophie, so Enning, teilt er auch mit Porsche – ein Unternehmen, das für Präzision und Kundenzufriedenheit steht.

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INFO

Dieser Text wurde erstmals im Porsche Consulting Magazine veröffentlicht.