Die Evolution von SAP Business Warehouse: Von BW zu BW/4HANA

Die Welt der Datenanalyse und des Data Warehousing hat sich in den letzten Jahrzehnten rasant entwickelt. SAP, als einer der führenden Anbieter von Unternehmenssoftware, hat diese Entwicklung maßgeblich mitgestaltet. Zwei Schlüsseltechnologien, die hierbei im Fokus stehen, sind SAP BW on HANA und BW/4HANA. Obwohl beide auf der leistungsstarken HANA-Datenbank basieren, repräsentieren sie unterschiedliche Entwicklungsstufen und strategische Ausrichtungen. Dieser Artikel beleuchtet die Geschichte, die Vorteile und die Migrationsstrategien rund um diese wegweisenden SAP-Lösungen.

Die Geschichte von SAP Business Warehouse bis BW/4HANA

Die Wurzeln von SAP Business Warehouse reichen zurück bis ins Jahr 1998, als die erste Version unter dem Namen Business Warehouse Information System (BIW) veröffentlicht wurde. In einer Zeit, in der die Berichterstattung über Transaktionsdaten aufgrund von Hardwarebeschränkungen eine große Herausforderung darstellte, bot BIW eine elegante Lösung. Statt die Produktionssysteme zu belasten, extrahierte, transformierte und lud BW nächtlich Daten in eine separate Landschaft, die speziell für die Analyse optimiert war. Über die Jahre hinweg durchlief BW zahlreiche Iterationen, doch das Kernprinzip – die Trennung von operativen und analytischen Systemen – blieb bestehen.

Ein bedeutender Wendepunkt ereignete sich im Jahr 2010 mit der Einführung von SAP HANA, SAPs In-Memory-Datenbankplattform. Traditionelle Datenbanken arbeiteten mit Festplatten, die einen erheblichen Leistungsengpass darstellten, insbesondere bei der Verarbeitung von Terabytes an Daten. HANA revolutionierte diesen Ansatz, indem es Daten vollständig im Arbeitsspeicher vorhält. Diese Designinnovation ermöglichte dramatische Leistungssteigerungen. Berichte, die zuvor Tage dauerten, konnten nun in Stunden oder sogar Minuten ausgeführt werden, und das mit aktuellen Daten, ohne die Leistung des Produktionssystems zu beeinträchtigen.

SAP BW on HANA und BW/4HANA sind zwei aufeinanderfolgende Schritte in dieser Evolution. BW on HANA verlagerte die bewährte BW-Software auf die HANA-Datenbank und bot damit erhebliche Performance-Vorteile. BW/4HANA hingegen repräsentiert eine Neuentwicklung, eine komplett überarbeitete Software-Suite, die darauf ausgelegt ist, das volle Potenzial der HANA-Datenbank auszuschöpfen.

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Die Vorteile von SAP BW on HANA

SAP BW on HANA bietet einen schnellen Return on Investment (ROI) durch signifikante Leistungsverbesserungen. Die In-Memory-Computing-Fähigkeiten von HANA beschleunigen Analyse- und Reporting-Aufgaben drastisch. Berichte, die früher Tage in Anspruch nahmen, laufen nun in Stunden, was zu einer erheblich beschleunigten Entscheidungsfindung führt. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, aktuelle Daten abzufragen, anstatt sich auf veraltete Berichte zu verlassen. Dies ermöglicht es Unternehmen, flexibler auf sich ändernde Geschäftsbedingungen zu reagieren und fundiertere Entscheidungen zu treffen. Auch eine granularere Steuerung von Prozessen, wie beispielsweise die Optimierung von Lieferketten zur Vermeidung von Engpässen, wird dadurch erleichtert.

Die Vorteile von SAP BW/4HANA

SAP BW/4HANA baut auf den Vorteilen von BW on HANA auf und bietet zusätzliche Stärken in verschiedenen Bereichen:

  • Funktionale Fähigkeiten: BW/4HANA bietet eine modernisierte und vereinfachte Datenmodellierung sowie erweiterte Funktionalitäten, die speziell für die HANA-Plattform entwickelt wurden.
  • IT-Strategie: Durch die Integration mit anderen SAP-Lösungen wie SAP Data Hub und SAP Analytics Cloud ermöglicht BW/4HANA eine effektivere Datennutzung über verschiedene Geschäftsbereiche und Hosting-Szenarien hinweg.
  • Agilität: Kunden können zwischen On-Premise-, Cloud- oder Hybrid-Bereitstellungsmodellen wählen und neue Funktionen nahtlos übernehmen, sobald SAP diese bereitstellt.
  • Produktivität: BW/4HANA ersetzt das alternde SAPGUI Admin Workbench durch das moderne SAP BW/4HANA Web Cockpit und integriert Endanwender in die SAP Fiori-Oberfläche, was die Produktivität in Entwicklung und IT-Administration erheblich steigert.

Aktuelle Updates der BW4/HANA 2.0 Suite haben die Flexibilität bei der Datenmodellierung (z. B. neue Join-Typen und Operatoren), die Datenintegrationsfähigkeiten sowie den Datenschutz und die Privatsphäre weiter verbessert. Features wie Data Tiering Optimization (DTO) mit dynamischer Partitionierung und automatischer Wartung von Temperaturregeln rücken BW4/HANA 2.0 näher an SAPs langfristiges Ziel einer modernen Data-Warehousing-Lösung heran, die vollständig für SAP HANA optimiert ist.

Die Zukunft von SAP BW: Ende und Übergang

Die Frage, ob SAP BW eingestellt wird, lässt sich mit einem “ja, irgendwann” beantworten. SAP arbeitet daran, die Funktionalitäten von S/4HANA, seiner zentralen ERP-Lösung, so zu erweitern, dass sie Benutzer von BW, CRM und anderen Anwendungen in einem einheitlichen Technologie-Stack unterstützen kann. Die Entwicklung von Hardware hat die Notwendigkeit dedizierter Data Warehouses überholt, und die Software wird diesem Trend folgen.

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SAP hat im Februar 2020 die Wartung für SAP BW/4HANA und SAP BW 7.5 bis 2027 verlängert. Dies bestätigt SAPs kontinuierliches Engagement für seine etablierten Enterprise Data-Warehousing-Produkte. SAP BW/4HANA hat eine starke Roadmap und bleibt die Innovationslinie. Diese Verlängerung sichert den Kunden den Weg zu SAP S/4HANA und die langfristige Unterstützung durch SAP BW/4HANA.

SAPs übergreifende Data-Warehousing-Strategie zielt darauf ab, mit SAP Data Warehouse Cloud, SAP SQL Data Warehousing und SAP BW/4HANA branchenführende Technologien bereitzustellen, um das “Intelligent Enterprise” zu ermöglichen. SAP Data Warehouse Cloud adressiert neue Anwendungsfälle und soll SAP BW/4HANA nicht ersetzen, sondern in einem hybriden Modus erweitern.

Migration zu BW on HANA oder BW/4HANA: Optionen und Hürden

Muss man für die BW-Migration zu Suite on HANA wechseln?

Nein, eine gleichzeitige Migration von ECC (dem Vorgänger von S/4HANA) und BW ist nicht zwingend erforderlich. Viele konservative Unternehmen zögern, ihre über Jahre aufgebauten Produktionslandschaften auf eine neue Datenbank zu verlagern. Eine erste Migration zu BW on HANA verschafft ihnen wertvolle Erfahrungen mit HANA und liefert den ROI, der zukünftige Upgrades zu Suite on HANA oder S/4HANA rechtfertigt. Eine gleichzeitige Migration von Suite on HANA und BW on HANA bietet jedoch erhebliche Vorteile, beschleunigt die HANA-Adaption und minimiert Störungen sowie Kosten durch die Bündelung mehrerer Projekte.

Direkte Migration zu BW/4HANA?

Die meisten bestehenden SAP BW-Nutzer beginnen mit einer Migration zu BW on HANA. Dies minimiert den Projektumfang und die organisatorischen Auswirkungen. Man nutzt im Wesentlichen denselben Anwendungsstapel, profitiert aber von einem erheblichen Leistungsschub. Dies ermöglicht das Ausprobieren neuer Werkzeuge und das Sammeln von Erfahrungen für zukünftige SAP-Transformationen. Eine Migration in die Cloud positioniert Unternehmen zudem gut für einen späteren Wechsel zu BW/4HANA.

Es gibt jedoch gute Gründe, eine direkte Migration zu BW/4HANA in Betracht zu ziehen. Der Migrationsprozess erfordert umfassende Tests und Upgrades. Eine direkte Umstellung auf BW/4HANA eliminiert die Notwendigkeit eines zweiten Projekts und spart somit Zeit, Geld und Aufwand. Für die Migration zu BW/4HANA stehen verschiedene Optionen zur Verfügung: In-Place Conversion (Übernahme der bestehenden Landschaft), Remote Conversion (basierend auf einer Neuinstallation von BW/4HANA) und Shell Conversion (Greenfield-Ansatz ohne Datenübernahme).

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Hindernisse bei der Migration von BW zu HANA

Eine der größten Hürden bei der Planung einer Migration ist Unsicherheit. Während benutzerdefinierter Code bei BW weniger problematisch ist als bei Suite, können andere Faktoren die Migration erschweren. Enterprise Data Warehouses können über Jahre hinweg komplexe und ineffiziente Logiken entwickeln, die erst im Zuge der Migration aufgedeckt und bereinigt werden müssen. Die Komplexität und Kosten sind oft erst ersichtlich, wenn ein funktionaler Partner mit der Analyse beginnt.

Das Verständnis der Auswirkungen einer SAP-Migration auf das bestehende System ist ein weiterer kritischer Punkt. Die Identifizierung und Behebung aller Systemvoraussetzungen erforderte traditionell monatelange Anstrengungen von Systemintegratoren (SIs).

Die Protera FlexBridge-Plattform wurde entwickelt, um diese Unsicherheiten zu reduzieren. Sie bietet eine intelligente Migrations- und Managementlösung, die mit einer vollständigen, automatisierten Bewertung der aktuellen Landschaft beginnt. So sind die notwendigen Änderungen bereits vor Projektstart bekannt, was eine genauere Budgetierung und die Vermeidung von Verzögerungen und Kostenüberschreitungen ermöglicht. FlexBridge vereinfacht und beschleunigt auch den Konvertierungsprozess erheblich und bietet Transparenz über alle offenen Punkte und deren mögliche Behebungen.

Ein weiteres Migrationsproblem ist die Ausfallzeit (Downtime). Traditionell erforderte die HANA-Migration mehrere Ausfallzeiten, was die Produktivität beeinträchtigte und zu Terminproblemen führte. Protera FlexBridge kann diese Ausfallzeiten erheblich reduzieren und ermöglicht eine Migration zu BW on HANA oder BW/4HANA mit nur einer einzigen Ausfallzeit, was die Gesamtausfallzeit verkürzt und die Projektzeitpläne beschleunigt.

Unabhängig von der gewählten Migrationsoption gilt: Je mehr Informationen Sie im Vorfeld haben, desto besser. Beginnen Sie mit der Planung Ihrer Transformation zu HANA oder zu den nächsten Generationen von ERP- und Warehouse-Lösungen von SAP, indem Sie eine Bewertung Ihrer Systeme durchführen.

Kontaktieren Sie uns, um Ihr SAP-Transformationsprojekt zu besprechen.