Das Backen von Brot ohne Mehl eröffnet eine spannende kulinarische Reise, bei der Sie die Vielfalt von Saaten, Kernen und Nüssen erkunden können. Ob Sonnenblumenkerne, Chiasamen oder Haselnüsse – die Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos und laden zum Experimentieren ein. Dieser Ansatz ist nicht nur eine kreative Alternative zum klassischen Brot, sondern bietet auch signifikante Vorteile im Hinblick auf die Nährstoffdichte und den Kohlenhydratgehalt. In diesem Beitrag tauchen wir tief in die Welt des mehlfreien Brotbackens ein, beleuchten die Vor- und Nachteile, stellen Ihnen die besten Alternativen zu herkömmlichem Mehl vor und präsentieren Ihnen ein köstliches Rezept, das Sie begeistern wird. Entdecken Sie, wie Sie mit wenigen Handgriffen ein nahrhaftes und geschmackvolles Brot kreieren können, das Ihre Küche bereichern wird.
Brot backen ohne Mehl: Vorteile und Herausforderungen
Das Backen von Brot ohne herkömmliches Mehl, oft im Kontext von Low-Carb-Ernährung, bietet eine hervorragende Möglichkeit, die Aufnahme von einfachen Kohlenhydraten zu reduzieren. Stattdessen rücken gekeimte oder unverarbeitete Saaten in den Fokus, die reich an Proteinen, Ballaststoffen und essentiellen Fettsäuren sind. Der hohe Eiweißgehalt kann zudem das Sättigungsgefühl positiv beeinflussen. Ein weiterer reizvoller Aspekt ist die geschmackliche Vielfalt: Jede Kombination von Kernen und Nüssen entfaltet ein einzigartiges Aroma, von nussig-mild bis kräftig-herb, und verleiht dem Brot eine angenehme Textur durch den zusätzlichen Biss. Diese Komplexität übertrifft oft die eines einfachen Sauerteigbrotes.
Die Kehrseite der Medaille liegt in der Textur. Die für traditionelles Brot charakteristische Fluffigkeit entsteht durch das Glutennetz im Mehl, das bei der Teigbereitung und Gärung entsteht und es dem Teig ermöglicht aufzugehen. Bei mehlfreien Broten fehlt diese Eigenschaft, was zu einer kompakteren, oft knusprigeren Konsistenz führt – ähnlich wie bei einem Essener Brot. Je nach verwendeten Zutaten können mehlfreie Brote auch kostspieliger in der Herstellung sein.
Die Alternativen zu Mehl: Saaten, Kerne und Keimlinge
Für das Brotbacken ohne Mehl übernehmen Saaten, Kerne und Nüsse die Rolle des Getreidemehls. Hierbei sind Ihrer Kreativität kaum Grenzen gesetzt: Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Walnüsse, Mandeln oder Chiasamen sind nur einige Beispiele. Um die Verzehrbarkeit und Bindung zu verbessern, empfiehlt es sich, Nüsse und Kerne zu zerkleinern oder zu mahlen.
Eine weitere spannende Option sind Keimlinge. Hierbei lässt man Saatgut wie Dinkel, Buchweizen, Roggen, Quinoa, Hafer oder Amaranth keimen. Dieser Prozess, der etwa zwei Tage dauert, baut die enthaltene Stärke ab und verbessert die Verfügbarkeit von Nährstoffen wie Mineralien (Calcium, Magnesium, Eisen, Zink) und Vitaminen (B, C, E). Phytinsäure, ein natürlicher Fraßschutz, wird abgebaut, was die Aufnahme von Mineralien erleichtert. Die Keimlinge, zerkleinert dem Teig zugegeben, machen das Brot besonders nährstoffreich.
Ein viereckiges Brot mit Nüssen liegt auf einer silbernen PlatteFoto: © [Brett Jordan](https://unsplash.com/@brett_jordan), Lizenz: [Creative Commons CC0 1.0](https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de), Quelle: [unsplash.com](https://unsplash.com/photos/6VPdQtCIw9Y)
Bindung durch trockene Komponenten und mehr
Neben den Saaten benötigen Sie für ein stabiles Brot zusätzliche Bindemittel. Haferflocken sind hierfür ideal, da sie Volumen schaffen, Lücken füllen und Feuchtigkeit aufnehmen. Ebenso gut eignet sich eingeweichte Leinsamen, die eine klebrige Masse bilden und zur Nährstoffaufnahme beitragen. Ergänzt werden kann die Bindung durch Zutaten wie Eier oder Quark, bekannt aus Rezepten für Eiweißbrote. Wasser und etwas Öl machen den Teig geschmeidiger und runden die Konsistenz ab.
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Auf einem Holzlöffel liegen einige HafeflockenFoto: © [Vie Studio](https://www.pexels.com/@vie-studio), Lizenz: [Creative Commons CC0 1.0](https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de), Quelle: [pexels.com](https://www.pexels.com/photo/white-rice-on-stainless-steel-bowl-7421205/)
Rezeptvorschlag: Herzhaftes Brot ohne Mehl
Hier ist ein einfaches Rezept, um die Kunst des mehlfreien Brotbackens zu erlernen. Dieses Rezept ergibt ein Brot in einer Kastenform:
Zutaten:
- 180 g Bio-Haferflocken
- 75 g Sonnenblumenkerne
- 75 g Kürbiskerne
- 100 g Nüsse nach Wahl (z.B. Walnüsse, Mandeln)
- 4 EL Chiasamen
- 1 EL Bio-Backpulver
- 100 g Leinsamen
- 1 Prise Salz
- 1 EL Agavendicksaft
- 3 EL geschmacksneutrales Öl (z.B. Rapsöl)
- 350 ml Wasser
Zubereitung:
- Zerkleinern Sie die Nüsse grob mit einem Nudelholz, Fleischklopfer oder einer Küchenmaschine.
- Vermischen Sie alle trockenen Zutaten (Haferflocken, Kerne, Nüsse, Chiasamen, Backpulver, Leinsamen, Salz) in einer großen Schüssel.
- Geben Sie die flüssigen Zutaten (Agavendicksaft, Öl, Wasser) hinzu und verrühren Sie alles gut zu einem Teig.
- Legen Sie eine Kastenform mit Backpapier aus und drücken Sie den Teig fest hinein.
- Lassen Sie den Teig für mindestens drei Stunden bei Zimmertemperatur oder über Nacht im Kühlschrank ziehen.
- Heizen Sie den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vor.
- Backen Sie das Brot für ca. 30 Minuten in der Form.
- Nehmen Sie das Brot aus der Form und backen Sie es weitere 15-20 Minuten ohne Form, bis es eine goldbraune Kruste hat.
- Lassen Sie das Brot vollständig abkühlen, bevor Sie es anschneiden.
Ein rundes Brot mit Bemehlung liegt auf einem Holzbrett, drumherum verschiedene NüsseFoto: © [Ivan Verrengia](https://unsplash.com/@ivanf_v), Lizenz: [Creative Commons CC0 1.0](https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de), Quelle: [unsplash.com](https://unsplash.com/photos/di7C26CQ5Ag)
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Was passt zu Ihrem mehlfreien Brot?
Ein herzhaftes, mehlfreies Brot harmoniert wunderbar mit herzhaften Aufstrichen und Käse. Es bildet die perfekte Basis für eine Mahlzeit, ähnlich dem dänischen Smörrebröd, das traditionell auf Roggenbrot serviert wird. Belegen Sie Ihr Saatenbrot mit gesalzener Butter, verschiedenen Käsesorten, frischem oder eingelegtem Gemüse, Eiern, Kräutern und einem Klecks Remoulade oder Mayonnaise.
Auch süße Varianten sind köstlich. Ein Hauch Butter mit fruchtiger Marmelade oder eine schokoladige Nusscreme bieten einen reizvollen Kontrast zum kräftigen Aroma des Brotes. Beim Toasten sollten Sie etwas vorsichtiger sein, da mehlfreie Brotscheiben leichter brechen können als solche aus herkömmlichem Mehl.
Sechs unterschiedlich mit Gemüse, Nüssen und Käse belegte Brotscheiben liegen nebeneinanderFoto: © [Ola Mishchenko](https://unsplash.com/@olamishchenko), Lizenz: [Creative Commons CC0 1.0](https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de), Quelle: [unsplash.com](https://unsplash.com/photos/VRB1LJoTZ6w)
Aufbewahrung und Haltbarkeit
Selbstgebackenes Brot ohne Mehl ist vier bis sechs Tage haltbar, wenn es in einem gut belüfteten Brotkasten aufbewahrt wird. Für eine längere Lagerung, beispielsweise für Reisen, lässt sich das Brot hervorragend einfrieren. Bereits in Scheiben geschnitten, können Sie es portionsweise auftauen und genießen. Brotbacken ohne Mehl ist also eine praktische und köstliche Bereicherung für jede Küche.
Ein Brotkasten mit Holzdeckel steht auf einer Holzarbeitsplatte vor weißen FliesenFoto: © mounsey, Lizenz: [Creative Commons CC0 1.0](https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de), Quelle: [pixabay.com](https://pixabay.com/de/photos/brotkasten-k%c3%bcche-brick-fliesen-2623338/)
