Der Briard, ein beeindruckender französischer Hütehund, blickt auf eine reiche Geschichte zurück, die weit über seine ursprüngliche Aufgabe als Schafhirte hinausgeht. Ursprünglich in Frankreich beheimatet, entwickelte sich der Briard zu einem vielseitigen Arbeitshund. Während des Ersten Weltkriegs leistete er wertvolle Dienste als Meldehund, Wachposten und Sanitätshund, der verwundete Soldaten aufspürte. Bis heute ist seine Verwendbarkeit ungebrochen: Er ist weiterhin als Hütehund im Einsatz, unterstützt Rettungsorganisationen bei der Suche nach Vermissten und dient der Polizei als treuer vierbeiniger Partner. Diese breite Palette an Fähigkeiten unterstreicht die Intelligenz und Anpassungsfähigkeit dieser bemerkenswerten Rasse.
Wesen und Verhalten des Briards
Briards sind ihrem Wesen nach glückliche und freudige Hunde, die stets bestrebt sind, ihren Besitzern zu gefallen. Sie sind tief in das Familienleben integriert und hegen eine besondere Zuneigung zu Kindern, denen sie gegenüber auch beschützend eingestellt sind. Ihre Sensibilität für Geräusche macht sie zu exzellenten Wachhunden, die potenzielle Gefahren oder Besucher frühzeitig durch Bellen anzeigen. Fremden gegenüber können sie zunächst reserviert sein, doch sobald sie im Haus sind, entwickeln sie meist eine freundliche Haltung. Trotz ihrer ausgeprägten Hüteinstinkte können Briards gut mit anderen Hunden zusammenleben, und eine frühe Gewöhnung ermöglicht sogar das Zusammenleben mit Katzen.
Erziehung und Training: Intelligenz und Feingefühl
Die Erziehung eines Briards erfordert eine faire und konsequente Hand, gepaart mit Verständnis für seine Intelligenz und seinen Wunsch zu gefallen. Diese Eigenschaften erleichtern das Training erheblich. Briards lieben Streicheleinheiten und ausgelassenes Spiel als Belohnung für gute Leistungen. Sie passen sich gut an verschiedene Umgebungen an, benötigen jedoch eine enge Bindung zu ihren Menschen und eine Führungsperson, die ihnen moralische Orientierung gibt. Schwächen im Training werden von ihnen schnell erkannt und ausgenutzt. Da sie seit Jahrhunderten darauf gezüchtet wurden, unabhängig zu denken, können sie bisweilen eigensinnig sein. Eine positive Verstärkung, insbesondere durch Futterbelohnungen, ist jedoch meist sehr effektiv. Konstantes Training ist unerlässlich, damit der Briard seine Rangordnung versteht und gut auf Kommandos reagiert. Sie benötigen viel Zuneigung und reagieren schlecht auf harte Worte oder Behandlungen. Im Gegenzug schenken sie ihren Besitzern bedingungslose Loyalität und Positivität.
Aktivität und Auslastung
Längere Spaziergänge, bei denen der Briard frei laufen kann, sind in der Regel problemlos möglich, da sie gut auf Kommandos wie “Rückruf” reagieren, sofern sie entsprechend trainiert wurden. Auch im Umgang mit anderen Hunden zeigen sie sich meist freundlich, besonders wenn sie frühzeitig sozialisiert wurden. Die Teilnahme an Welpen- und später auch an fortgeschrittenen Hundekursen fördert die soziale Kompetenz und festigt die Erkenntnis, dass andere Hunde keine Bedrohung darstellen. Ein ausreichend ausgelasteter Briard ist auch im Haus ein entspannter Begleiter, der glücklich zu Füßen seines Besitzers schläft oder versucht, auf den Schoß zu klettern. Briards eignen sich hervorragend für Hundesportarten wie Agility und Obedience. Viele Briards werden auch erfolgreich als Therapiehunde für Menschen mit Behinderungen eingesetzt, was ihre bemerkenswerte Arbeitsmoral und ihr feines Gespür unterstreicht.
Fellpflege und Gesundheit
Das lange Fell des Briards erfordert regelmäßige Pflege, mindestens alle zwei Tage sollte es gebürstet werden, um Verfilzungen vorzubeugen. Obwohl die Rasse als “hypoallergen” gilt, verliert sie dennoch totes Haar und benötigt gelegentlich professionelle Aufmerksamkeit und einen Haarschnitt. Ein Bad etwa alle acht Wochen wird ebenfalls empfohlen.
Hinsichtlich der Gesundheit gibt es einige Punkte, die bei Briards besondere Aufmerksamkeit erfordern. Augenerkrankungen wie die Progressive Retina-Atrophie und Nachtblindheit treten bei dieser Rasse häufiger auf als bei anderen, obwohl es entsprechende Tests gibt. Weitere potenzielle Gesundheitsprobleme können Hüftgelenksdysplasie (CHD), Krebs, Magendrehung, Allergien, Hypothyreose, Epilepsie, Ohrenentzündungen, Gerinnungsstörungen und Hernien umfassen.
Rasse-Details
- Status: Häufig
- Lebenserwartung: 10 – 12 Jahre
- Gewicht: 25 – 40 kg
- Größe: 58 – 69 cm
- Seltenheit: Nein
- Fell: Lang
- Pflegeaufwand: Täglich
- Lebensraum: Stadt oder Land
- Mindestgröße Zuhause: Großes Haus
- Mindestgröße Garten: Großer Garten
- Rassetyp: Hütehund
- Größe: Groß
- Energielevel: Mittel
- Benötigte Bewegung: Über 2 Stunden
Fazit
Der Briard ist mehr als nur ein Hütehund; er ist ein loyaler, intelligenter und vielseitiger Begleiter, der sowohl durch seine Arbeitsmoral als auch durch seine liebevolle Natur besticht. Mit der richtigen Erziehung, regelmäßiger Pflege und ausreichend Auslastung ist der Briard ein wunderbarer Familienhund und ein verlässlicher Partner für verschiedenste Aufgaben. Entdecken Sie die Faszination dieser einzigartigen Rasse und erleben Sie die tiefe Bindung, die sie zu ihren Menschen aufbaut.

