Cognac, oft als „Getränk der Götter“ bezeichnet, gilt als Inbegriff französischer Luxus-Spirituosen und als eine der edelsten Brandysorten, die erhältlich sind. Doch was viele nicht wissen: Cognac ist lediglich eine spezielle Art von Brandy, die strengen Herstellungsregeln unterliegt. Diese Unterscheidung ist wichtig, da Cognac oft auf ein höheres Podest gestellt wird als die breitere Kategorie der Brandys. Der entscheidende Unterschied liegt in der strengen Regulierung durch die Appellation d’Origine Contrôlée (AOC), die Herkunftsregion, Rebsorten, Destillations-, Reife- und Mischverfahren vorschreibt. Ähnlichen Beschränkungen unterliegt auch Armagnac, eine weitere Unterkategorie des Brandys, dessen Produktion auf die gleichnamige Region in Frankreich beschränkt ist.
Im Gegensatz dazu genießen Brandy-Produzenten außerhalb dieser geschützten Regionen größere kreative Freiheiten. Sie können mit verschiedenen Grundzutaten, zusätzlichen Aromen und Fassreifungen experimentieren. Doch hat diese Freiheit bei Brandys außerhalb der AOC-Regionen möglicherweise auch zu einer geringeren Wahrnehmung und Wertschätzung durch die Verbraucher geführt? Wäre eine stärkere Regulierung der gesamten Brandy-Kategorie wünschenswert oder gar praktikabel?
Die EU-Verordnung: Was macht Brandy aus?
Gemäß der EU-Verordnung Nr. 110/2008 sind die Kriterien für „Brandy oder Weinbrand“ wie folgt definiert:
- Herstellung: Die Spirituose muss aus Weinbrand (oder Wein-Destillat) hergestellt werden, der bei unter 94,8 % Vol. destilliert wurde. Das Destillat darf dabei nicht mehr als 50 % des Alkoholgehalts des Endprodukts ausmachen.
- Reifung: Die Reifung muss mindestens ein Jahr in Eichenbehältern oder mindestens sechs Monate in Eichenfässern mit einem Fassungsvermögen von weniger als 1000 Litern erfolgen.
- Flüchtige Substanzen: Der Gehalt an flüchtigen Stoffen muss mindestens 125 Gramm pro Hektoliter 100 % Vol. Alkohol betragen und ausschließlich aus der Destillation oder Redestillation der Rohmaterialien stammen.
- Methanolgehalt: Der maximale Methanolgehalt darf 200 Gramm pro Hektoliter 100 % Vol. Alkohol nicht überschreiten.
Des Weiteren darf die minimale Trinkstärke von Brandy oder Weinbrand 36 % Vol. nicht unterschreiten. Die Zugabe von Alkohol, egal ob verdünnt oder unverdünnt, ist nicht gestattet. Brandy oder Weinbrand darf nicht aromatisiert werden, wobei traditionelle Produktionsmethoden davon ausgenommen sind. Als einziges zulässiges Additiv zur Farbintensivierung ist die Zugabe von Karamell erlaubt.
Cognac: Die strengen Regeln der Grande Champagne und Co.
Während Brandy weltweit produziert werden darf, unterliegt Cognac extrem spezifischen Vorgaben. Er muss ausschließlich aus weißen Trauben von einer der sechs definierten Anbauregionen (Crus) stammen, wobei die Ugni Blanc-Rebsorte die Hauptzutat bildet. Nur Destillate aus Trauben, die innerhalb des Cognac-Gebiets geerntet und vergoren wurden, dürfen legal die eingetragenen Herkunftsbezeichnungen „Cognac“, „Eau-de-vie de Cognac“ oder „Eau-de-vie des Charentes“ tragen. Dieses Gebiet umfasst fast den gesamten Charente-Maritime-Departement, große Teile des Charente-Departements sowie einige Dörfer in den Departements Dordogne und Deux-Sèvres.
Herkunft: Woher kommen sie?
Cognac stammt zwingend aus der gleichnamigen Region im Südwesten Frankreichs, die für ihr überlegenes Terroir – also Bodenbeschaffenheit, Klima und Topographie – bekannt ist, welches die Traubenqualität maßgeblich beeinflusst.
Brandy hingegen kann aus jeder Region der Welt stammen.
Blending und Reifung: Das Geheimnis des Cognacs
Nach der Destillation wird das sogenannte „Eau-de-vie“ (Lebenswasser) verschnitten und gereift, was Cognac seine besondere Komplexität verleiht. Bei renommierten Häusern wie Hennessy trifft beispielsweise ein Verkostungskomitee von sieben Experten zusammen, um bis zu 40 verschiedene Proben von Eaux-de-vie zu verkosten – ein Prozess, der jahrelanges Training erfordert, bevor man Teil dieses Komitees werden kann.
Für Cognac gibt es verschiedene Qualitäts- und Altersstufen:
- VS (Very Special):
Alternativ als ✯✯✯ (drei Sterne) bezeichnet, bedeutet diese Klassifizierung genau dasselbe wie VS. Ein VS-Cognac besteht aus Eaux-de-vie, die mindestens zwei Jahre in Eichenfässern gereift sind. - VSOP (Very Superior Old Pale):
Offiziell steht VSOP für „Very Superior Old Pale“, obwohl es oft als „Very Special Old Pale“ interpretiert wird. Hier muss der jüngste Brand im Verschnitt mindestens vier Jahre in Fässern gereift sein. Das Durchschnittsalter kann jedoch deutlich höher liegen, da das jüngste Eau-de-vie das Qualitätsniveau bestimmt. Sobald ein vier Jahre alter Brand in den Verschnitt aufgenommen wird, klassifiziert sich der gesamte Cognac automatisch als VSOP, selbst wenn die anderen Komponenten deutlich älter sind. Der Ursprung des Begriffs VSOP geht auf eine britische königliche Hofbestellung aus dem Jahr 1817 zurück, die einen „Cognac Pale“ verlangte – also einen Cognac ohne Zusätze von Zucker und Karamell zur Farbgebung, was damals durchaus üblich war. Andere Bezeichnungen für VSOP sind „Reserve“ oder schlicht „Old“. Interessanterweise wurde Cognac in seinen frühen Tagen oft einfach als „Cognac“ oder „Cognac Eau de Vie“ bezeichnet, bevor sich die heutigen Terminologien etablierten. - XO (Extra Old):
XO steht für „Extra Old“ und beschreibt einen Cognac, dessen Eaux-de-vie mindestens zehn Jahre in Eichenfässern gereift sind. Viele XO-Cognacs weisen jedoch ein deutlich höheres Durchschnittsalter auf, oft 20 Jahre und mehr.
Cognac ist Brandy – aber der Beste?
Die Regeln für Cognac sind äußerst streng und werden vom Bureau National Interprofessionnel du Cognac (BNIC) akribisch kontrolliert. Für Brandy im Allgemeinen gibt es in Europa die EU-Verordnung 110/2008. Diese bildet eine gute Grundlage, ist jedoch in Bezug auf Reifung und Kennzeichnungsvorgaben wesentlich flexibler. Was bedeutet beispielsweise „Brandy VSOP“ oder „Napoleon“? Oftmals nicht viel. Auch die Bezeichnung „French Brandy“ kann irreführend sein. Viele dieser Produkte stammen ursprünglich aus Spanien und werden lediglich in Frankreich verschnitten, um das Label „French Brandy“ tragen zu dürfen, ohne dass klare, definierte Kriterien für diese Bezeichnung existieren.
Wir sind stolz darauf, mit französischen Destillateuren und Weinbauern zusammenzuarbeiten, hauptsächlich aus Südfrankreich. Dies ermöglicht uns, unseren „French Brandy“ als in Frankreich produziert, destilliert und gereift zu kennzeichnen. Die Trauben sind französisch, die Gärung und Destillation finden in Frankreich statt, und selbst unsere Eichenfässer stammen aus Frankreich.
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