Der Sektor der digitalen Währungen entwickelt sich rasant weiter und stellt Unternehmen, die mit virtuellen Währungen handeln, vor neue Herausforderungen und Möglichkeiten. Dieses Dokument, herausgegeben von der New York State Department of Financial Services (NYDFS), richtet sich an alle Unternehmen, die unter 23 NYCRR Part 200 lizenziert sind oder als Treuhandgesellschaften nach dem New York Banking Law zugelassen sind. Es betont die entscheidende Rolle von Blockchain-Analysen für die Einhaltung von Vorschriften, einschließlich, aber nicht beschränkt auf Kunden-Due-Diligence, Transaktionsüberwachung und Sanktionsprüfungen.
Compliance im Kontext Virtueller Währungen
Virtuelle Währungen wie Bitcoin und Ether ermöglichen Peer-to-Peer-Überweisungen, oft pseudonym und ohne die Notwendigkeit regulierter Drittanbieter. Diese Eigenschaften erfordern angepasste Compliance-Programme, die sowohl die Einzigartigkeit virtueller Währungen berücksichtigen als auch neue technologische Kontrollmöglichkeiten nutzen. Die Unveränderlichkeit der Blockchain ermöglicht eine Nachverfolgung von Transaktionen (“On-Chain”), was im Vergleich zu traditionellen Fiat-Geldtransfers eine größere Transparenz der Transaktionshistorie bieten kann.
Risikomanagementstrategien müssen das spezifische Geschäftsprofil des Unternehmens, die Art der virtuellen Währung und die damit verbundenen Risiken berücksichtigen. Während On-Chain-Daten wie Wallet-Adressen, Zeitstempel und Transaktionswerte enthalten, sind Wallet-Adressen oft pseudonym, was zusätzliche “Off-Chain”-Verifizierungsmethoden erforderlich macht. Die Effektivität von Blockchain-Analyse-Tools kann je nach spezifischer virtueller Währung variieren.
Kontrollmaßnahmen durch Blockchain-Analysen
Die NYDFS unterstreicht die Bedeutung von Blockchain-Analysen zur Erfüllung von Anti-Geldwäsche-Anforderungen (gemäß 23 NYCRR § 200.15) und anderer Compliance-Kontrollen im Rahmen des Bank Secrecy Act (BSA)/Anti-Money Laundering (AML) und des Office of Foreign Assets Control (OFAC). Dies umfasst:
Ergänzung von Know Your Customer (KYC)-Kontrollen:
Produkte und Dienstleistungen, die identifizierende Informationen (z. B. den Standort einer Wallet-Adresse an einer Börse) mit pseudonymen On-Chain-Daten verknüpfen, können wertvoll sein. Sie können auch bekannte riskante Adressen, wie Darknet-Marktplätze, identifizieren. Unternehmen müssen jedoch Richtlinien für die Einschätzung von Kontrahentenrisiken bei grenzüberschreitenden Überweisungen virtueller Währungen haben. Dies kann durch Risikobewertungen von Anbietern oder internen Tools erfolgen, die auf On-Chain-Daten und der Stärke des AML-Programms des Kontrahenten basieren.Überwachung von On-Chain-Aktivitäten:
Unternehmen müssen über geeignete Kontrollmaßnahmen zur Überwachung und Identifizierung ungewöhnlicher Aktivitäten verfügen, die auf das Risikoprofil zugeschnitten sind. Dies beinhaltet die Nachverfolgung von Transaktionen für jede unterstützte virtuelle Währung und den Geldfluss über die Blockchain. Besonderes Augenmerk sollte auf typische Risiken im Zusammenhang mit virtuellen Währungen gelegt werden, wie z. B. die Verarbeitung über Mixer/Tumbler, Transaktionen mit Darknet-Märkten, Verbindung zu Betrug/Erpressung oder andere illegale Aktivitäten. [cite:1, cite:2] Die Dokumentation muss Fallmanagement- und Eskalationsprozesse sowie klare Rollenverteilungen umfassen.Sanktionsprüfungen von On-Chain-Aktivitäten:
Es ist von entscheidender Bedeutung, risikobasierte Richtlinien und Verfahren zu implementieren, um Transaktionsaktivitäten zu identifizieren, die mit sanktionierten Personen, Entitäten oder Gebieten in Verbindung stehen. Überwachungstools können dabei helfen, Transaktionen mit Adressen zu identifizieren, die auf Sanktionslisten (z. B. SDN-Liste) oder in sanktionierten Jurisdiktionen aufgeführt sind. Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Compliance-Programme, soweit dies praktikabel ist, mit den geltenden OFAC-Vorschriften übereinstimmen.
Wichtige Überlegungen für Unternehmen
Die Größe, das Risiko und die Komplexität der Geschäftstätigkeit mit virtuellen Währungen sind entscheidende Faktoren bei der Implementierung von Blockchain-Analysen. Unternehmen, deren Tätigkeit sich beispielsweise auf die Verwahrung von virtuellen Währungen beschränkt und die Überweisungen einschränken, haben andere Risiken und Analysemöglichkeiten als Unternehmen mit hohem Transaktionsvolumen.
Die Nutzung von Blockchain-Analysen kann durch Drittanbieter oder interne Entwicklungen erfolgen. Bei der Auslagerung von Kontrollfunktionen müssen klare Richtlinien und Verfahren vorhanden sein, die beschreiben, wie die Blockchain-Analyse in den Gesamtrahmen des Unternehmens integriert wird.
Es ist wichtig zu betonen, dass diese Leitlinien den Umfang oder die Anwendbarkeit bestehender Gesetze und Vorschriften nicht einschränken. Unternehmen werden ermutigt, sich bei Fragen an ihren Ansprechpartner bei der NYDFS zu wenden. Die sorgfältige und strategische Anwendung von Blockchain-Analysen ist unerlässlich, um die Compliance sicherzustellen und gleichzeitig die Möglichkeiten dieser innovativen Technologie im Finanzsektor zu nutzen.

