Hausmittel bei Blasenentzündung: Natürliche Wege zur Linderung

Eine Blasenentzündung kann äußerst unangenehm sein und den Alltag erheblich beeinträchtigen. Während ein Arztbesuch bei anhaltenden oder schweren Symptomen unerlässlich ist, gibt es eine Vielzahl von Hausmitteln, die auf natürliche Weise zur Linderung der Beschwerden beitragen und den Heilungsprozess unterstützen können. Von bewährten Tees bis hin zu speziellen Lebensmitteln – die Natur hält einige wirksame Helfer bereit. Eine unterstützende Therapie kann helfen, die Genesung zu beschleunigen. Lebensmittel zum abnehmen können zwar nicht direkt bei einer Blasenentzündung helfen, aber eine ausgewogene Ernährung stärkt generell das Immunsystem.

Entspannung und Ruhe als erste Maßnahmen

Bevor wir uns spezifischen Hausmitteln widmen, ist es wichtig zu verstehen, dass Ruhe und Entspannung eine entscheidende Rolle bei der Genesung spielen. Stress ist ein bekannter Feind des Immunsystems und kann eine bestehende Entzündung verschlimmern. Ausreichend Schlaf und eine Auszeit helfen dem Körper, sich auf die Bekämpfung der Bakterien zu konzentrieren. Ärzte empfehlen Frauen mit akuten Blaseninfektionen oft, sich für zwei bis drei Tage zu schonen und Bettruhe einzuhalten. Dies schafft die besten Voraussetzungen für eine schnelle Erholung.

Bewährte Hausmittel im Detail

Apfelessig-Kur

Dem naturtrüben, biologischen Apfelessig werden seit langem positive Eigenschaften zugeschrieben, die auch bei Blasenentzündungen helfen sollen. Er kann das Immunsystem stärken, einer Übersäuerung entgegenwirken und die Nierenfunktion unterstützen. Seine natürliche antibiotische Wirkung kann Bakterien bekämpfen. Für eine Kur rührt man einen Esslöffel Apfelessig in ein Glas lauwarmes Wasser ein und trinkt diese Mischung dreimal täglich. Um Rückfälle zu vermeiden, kann die Kur auch nach Abklingen der akuten Symptome über mehrere Wochen fortgesetzt werden.

Weiterlesen >>  Fieber bei Erwachsenen: Wann Sie handeln sollten und was hilft

Blasen- und Nierentees

Speziell zusammengestellte Blasen- und Nierentees vereinen entzündungshemmende und harntreibende Eigenschaften. Sie unterstützen die Harnwege und helfen, die Blase zu spülen. Inhaltsstoffe wie Birkenblätter, Goldrute oder Brennnessel sind häufig Bestandteile solcher Tees. Sie sind in vielen Apotheken und Drogerien erhältlich. Eine Übersicht über Tees gegen Blasenentzündungen finden Sie hier: Tee gegen Blasenentzündung.

Durchspülungstherapie aus der Klostermedizin

Eine traditionelle Methode, die auch bei Blasenentzündungen angewendet wird, ist die Durchspülungstherapie. Sie kombiniert Wirkstoffe aus drei Stoffgruppen:

  • Flavonoide: Wirken harntreibend und sind z.B. in Birkenblättern und Goldrutenkraut enthalten.
  • Mineralien: Kieselsäure, wie sie in Brennnessel und Schachtelhalm vorkommt, unterstützt die Heilung.
  • Ätherische Öle: Diese haben ebenfalls harntreibende und entzündungshemmende Effekte und finden sich z.B. in Wacholderbeeren.

Diese Stoffe werden meist als Tee (Dekokt) zubereitet, der über längere Zeit gekocht wird, um die Wirkstoffe optimal zu lösen.

Lebensmittel mit unterstützender Wirkung

Bestimmte Obst-, Gemüse- und Gewürzsorten können ebenfalls zur Linderung beitragen:

  • Ingwer: Bekannt für seine entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften, wird er oft als Tee genossen.
  • Stangensellerie und Kürbiskerne: Wirken harntreibend und antibakteriell. Kürbiskerne sind ein gesunder Snack am Abend.
  • Manuka-Honig: Dieser spezielle Honig aus Neuseeland besitzt starke entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaften und kann gut in Kräutertees gemischt werden.
  • Senföle: Reichlich enthalten in Meerrettich, Radieschen und Kapuzinerkresse, wirken sie antibakteriell.
  • Petersilie: Wirkt harntreibend und kann vielseitig in der Küche eingesetzt werden.
  • Gerbstoffreiche Säfte: Cranberry-, Preiselbeer- und Heidelbeersäfte können die Schleimhäute schützen und antibakteriell wirken.
  • Probiotische Lebensmittel: Sauerkraut, Kimchi oder Kefir können die gesunde Darm- und Vaginalflora stärken und so die Abwehrkräfte unterstützen.

Wärme als Schmerzlinderer

Eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen auf dem Unterbauch kann die Blasenmuskulatur entspannen und krampfartige Schmerzen lindern. Auch warme Bäder, Sitzbäder (ggf. mit Kamille) oder feuchtwarme Wickel sind wohltuend. Kalte Füße sollten vermieden werden, daher sind warme Socken empfehlenswert.

Weiterlesen >>  Österreichische Ernährungsempfehlungen: Gesund und nachhaltig essen

Zinnkraut (Schachtelhalm)

Zinnkraut hat sich innerlich als Tee und äußerlich als Sitzbad bewährt. Der Tee wirkt durch seinen Kaliumgehalt harntreibend. Ein Sitzbad mit Zinnkraut kann bei Blasenentzündungen und Scheidenpilz wohltuend sein. Bei der Anwendung ist eine Rücksprache mit einem Apotheker ratsam.

Säure-Basen-Haushalt und Blasenentzündung

Das Milieu in den Harnwegen und der Scheide ist normalerweise leicht sauer, was eine natürliche Schutzfunktion darstellt. Bakterien, die Blasenentzündungen verursachen, bevorzugen jedoch ein basisches Milieu. Sie wandeln Harnstoff in Ammoniak um, was den pH-Wert erhöht und die körpereigene Abwehr schwächt.

Es gibt Präparate wie Methionin oder Vitamin C, die den Urin ansäuern können, um diese Balance wiederherzustellen. Eine solche Maßnahme sollte jedoch immer ärztlich abgeklärt werden, da ein zu niedriger pH-Wert das Risiko für Harnsteine erhöhen kann und nicht alle Bakterien ein saures Milieu meiden. Cholesterin zu hoch was essen ist zwar ein anderes Thema, doch auch hier spielt der Körperhaushalt eine wichtige Rolle.

Vorsicht bei Backpulver

Von der Anwendung von Backpulver als Hausmittel bei Blasenentzündungen ist dringend abzuraten. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für eine Wirksamkeit, und es kann sogar gegenteilige Effekte haben, indem es das saure Milieu im Magen stört. Setzen Sie stattdessen auf bewährte und sichere Hausmittel.

Ein guter Umgang mit der eigenen Gesundheit und die Wahl der richtigen Mittel können den Weg zur Besserung ebnen. Achten Sie auf Ihren Körper und zögern Sie nicht, bei Bedarf professionellen medizinischen Rat einzuholen.