Deutschland, ein Land weltbekannt für seine Biere und Bratwürste, birgt ein kulinarisches Juwel, das oft unterschätzt wird: seine Weißweine. Weit über die Grenzen des Landes hinaus werden deutsche Weißweine von Kritikern hochgelobt und zählen zweifellos zu den besten der Welt. Angeführt wird diese erlesene Riege von der Rebsorte, die wie keine andere für die Klasse heimischer Weine steht: der Riesling. Mit fast einem Viertel der gesamten Rebfläche Deutschlands ist er ein wahrer Botschafter deutscher Weinkunst und in allen 13 Anbaugebieten präsent. Die deutsche Weinlandschaft ist ein facettenreiches Mosaik, das für jeden Gaumen den perfekten Tropfen bereithält. Riesling repräsentiert dabei nur die Spitze des Eisbergs einer reichen Vielfalt.
Steckbrief deutscher Weißweine
- Größte Anbaugebiete: Rheinhessen, Pfalz, Baden
- Berühmteste Weinregionen: Mosel, Rheingau, Pfalz
- Wichtigste Rebsorten: Riesling, Müller-Thurgau (auch Rivaner genannt), Grauburgunder (Pinot Gris)
- Geschmacksrichtungen: Überwiegend trocken, aber auch feinherb, halbtrocken bis edelsüß.
Rebsortenvielfalt: Mehr als nur Riesling
In elf von dreizehn Weinbaugebieten Deutschlands spielt der Weißwein die Hauptrolle. Nur in Württemberg und an der Ahr wird mehr Rot- als Weißwein angebaut. Der Riesling thront seit vielen Jahren unangefochten an der Spitze der deutschen Rebsortenstatistik. Seine Weine, erhältlich in allen Qualitäts- und Geschmacksstufen, sind ein Beweis für seine enorme Variabilität. Doch hinter dem König der Reben hat sich einiges getan: Der einst dominierende Müller-Thurgau hat deutlich an Bedeutung verloren. Im Gegenzug erleben die Burgunderreben, insbesondere Grau- und Weißburgunder, einen bemerkenswerten Aufschwung. Auch internationale Sorten wie Chardonnay und Sauvignon Blanc gewinnen zunehmend an Beliebtheit und werden immer häufiger angepflanzt.
Rheinhessen: Von Massenweinen zu Spitzenqualität
Rheinhessen, das flächenmäßig größte deutsche Anbaugebiet, litt lange unter einem Imageproblem. Bekannt für seine großen Mengen an Weinen ohne ausgeprägten Charakter, die zu Niedrigpreisen verkauft wurden, trug dies nicht zum Ansehen des deutschen Weins bei. Doch in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten hat sich das Blatt entscheidend gewendet. Heute prägen bestens ausgebildete und ambitionierte junge Winzer die Region und haben ihr zu neuem Glanz verholfen. Rheinhessen produziert heute einige der spannendsten Weine Deutschlands. Knapp drei Viertel der Weine sind weiß, wobei der Riesling dominiert, aber die Rebsortenspiegel bemerkenswert vielseitig ist und nahezu jede weiße Sorte von weltweiter Bedeutung umfasst. Wenn Sie nach einem authentischen Wein suchen, könnte ein Müller-Thurgau eine interessante Entdeckung sein.
Die Pfalz: Ein Paradies für Weinliebhaber
Mit fast 24.000 Hektar ist die Pfalz das zweitgrößte deutsche Weinbaugebiet. Diese immense Größe ermöglicht den Anbau jeder erdenklichen Rebsorte und lädt Winzer ein, mit Sorten zu experimentieren, die in Deutschland bisher kaum vertreten sind. Der Riesling ist auch hier mit einem Viertel der Rebfläche dominant und trägt maßgeblich dazu bei, dass Weißwein zwei Drittel des pfälzischen Weinangebots ausmacht. Von Bockenheim im Norden bis Schweigen an der elsässischen Grenze erstreckt sich die Region, deren Herzstück die Mittelhaardt rund um Neustadt und Deidesheim bildet. Hier glänzt der Riesling sowohl in Menge als auch in Qualität. Weiter südlich verschiebt sich der Fokus zunehmend auf die Burgundersorten.
Die Mosel: Weinbau im Steilhang
Die Moselregion, in der bereits seit römischer Zeit Weinbau betrieben wird, steht wie kaum eine andere für den Glanz des deutschen Weines. Die oft schwierigen Bedingungen, insbesondere die zahlreichen Steillagen, die nur mit größtem Aufwand bewirtschaftet werden können, formen einzigartige Weine. Nirgendwo sonst ist das Verhältnis von Weiß- zu Rotwein so extrem: 91 Prozent der Rebfläche sind mit weißen Sorten bestockt, und 62 Prozent entfallen auf den Riesling. An der Mosel arbeiten einige der berühmtesten deutschen Winzer, deren Weine – oft edelsüße Spezialitäten – wesentlich zum weltweiten Ansehen deutscher Weine beigetragen haben.
Der Rheingau: Eine Hochburg des Rieslings
Im Vergleich zu Rheinhessen und der Pfalz ist der Rheingau ein eher kleines Weinbaugebiet. Doch nirgendwo in Deutschland ist der Riesling-Anteil höher als in dieser bezaubernden Region zwischen Wiesbaden und Lorch: 77 Prozent der Fläche sind dieser edlen Rebsorte vorbehalten. Ikonische Monumente deutscher Weinkultur wie Schloss Johannisberg, Schloss Vollrads oder Kloster Eberbach sind hier beheimatet. Daneben haben sich auch zahlreiche kleinere Weingüter in der deutschen Weinelite etabliert. Weißwein aus dem Rheingau zeichnet sich durch eine gelungene Verbindung von Frucht und Säure aus, die ihn überaus animierend macht. Riesling aus dem Rheingau gehört oft zum Besten, was Deutschland an Weißwein zu bieten hat. Ein exzellenter Grauburgunder kann hier ebenfalls eine wunderbare Ergänzung sein.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu deutschem Weißwein
Was spricht für deutsche Weißweine?
Die Vielfalt deutscher Weißweine ist weltweit unübertroffen. Von rassigen, trockenen Rieslingen über vollmundige Grauburgunder bis hin zu geschmacksintensiven Silvanern und restsüßen Scheureben – Deutschland bietet alles von knochentrocken bis edelsüß, von säurebetont bis weich und harmonisch. Die Weine spiegeln optimal Klima und Boden wider und werden von Winzern mit höchster Ausbildung vinifiziert. Dieser Dreiklang aus einzigartigen Terroir-Weinen, vielfältigen Aromen und exzellenter Winzerkunst hat deutsche Weine in die internationale Spitzenklasse geführt.
Sind deutsche Weißweine meist lieblich?
Dieses Klischee, das aus dem letzten Jahrhundert stammt, als ein erheblicher Anteil der Weißweine mit spürbarer Restsüße ausgebaut wurde, ist längst überholt. Viele Weinfreunde wichen damals auf trockenere Weine aus dem Ausland aus. Heute sind deutsche Weißweine überwiegend trocken, sofern auf dem Etikett keine andere Angabe wie „feinherb“ oder „halbtrocken“ vermerkt ist. Diese Bezeichnungen weisen auf eine spürbare Restsüße hin, die jedoch nicht mit den süßen Weinen vergangener Zeiten zu vergleichen ist.
Welcher deutsche Weißwein passt zum Essen?
Die Kombination von Wein und Speisen ist heute flexibler denn je. Grundsätzlich passen trockene deutsche Weißweine mit ausgewogener Säure hervorragend zu Fisch und Meeresfrüchten sowie zu hellem Fleisch wie Schwein und Geflügel. Je würziger die Zubereitung, desto kräftiger darf auch der Wein sein. Säurehaltige Gerichte harmonieren gut mit Weinen, die eine dezente Säure aufweisen. Deutsche Weißweine mit leichter Restsüße sind eine ausgezeichnete Wahl zu herzhaften Käsesorten und passen wunderbar zu asiatischen Gerichten. Liebliche oder edelsüße Weine sind, wie selbstverständlich, die ideale Begleitung zum Dessert.
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