Geldanlage in Aktien kann sich auf vielfältige Weise auszahlen. Neben potenziellen Kursgewinnen bieten viele Unternehmen ihren Aktionären auch eine Beteiligung am Unternehmenserfolg durch Dividenden. Diese Ausschüttungen können eine attraktive zusätzliche Rendite darstellen und sind ein wichtiger Aspekt für Anleger, die ein regelmäßiges Einkommen aus ihren Investitionen erzielen möchten. Allein die deutschen DAX-Konzerne schütten jährlich Milliardenbeträge an ihre Anteilseigner aus, was die Bedeutung von Dividenden als Renditekomponente unterstreicht. Für Anleger, die gezielt von Dividenden profitieren möchten, gibt es verschiedene Strategien: der Kauf von Einzelaktien, die für ihre hohe Dividendenrendite bekannt sind, die Investition in Dividenden-ETFs oder die Wahl von aktiv gemanagten Fonds, die sich auf diese Anlageklasse spezialisieren. Diese diversifizierten Ansätze helfen nicht nur, die Chancen auf Dividenden zu nutzen, sondern auch, das Anlagerisiko zu streuen.
Funktionsweise einer Dividendenausschüttung
Wenn ein börsennotiertes Unternehmen einen Gewinn erwirtschaftet hat, hat der Vorstand das Recht, auf der jährlichen Hauptversammlung die Auszahlung einer Dividende vorzuschlagen. Nach der Zustimmung der Versammlung wird diese Ausschüttung in der Regel am dritten Werktag nach der Hauptversammlung an die Aktionäre ausgezahlt. Aktionäre, die die betreffenden Aktien am Tag der Hauptversammlung in ihrem Depot halten, erhalten automatisch den beschlossenen Betrag pro Aktie gutgeschrieben. Gleichzeitig wird der Aktienkurs um die Höhe der ausgeschütteten Dividende bereinigt, das heißt, er sinkt entsprechend, da das Kapital das Unternehmen verlassen hat.
Obwohl die durchschnittliche Dividendenrendite großer deutscher Konzerne in den letzten Jahren stabil bei etwa drei Prozent lag, ist eine Dividendenausschüttung keine Selbstverständlichkeit. Manche Unternehmen entscheiden sich bewusst dafür, Gewinne nicht auszuschütten, sondern stattdessen in das eigene Wachstum zu reinvestieren. Dieser Ansatz kann langfristig zu höheren Kurssteigerungen führen und somit für Aktionäre vorteilhafter sein. Umgekehrt kann eine Ausschüttung auch dann erfolgen, wenn das Unternehmen keinen Gewinn erzielt hat, um beispielsweise die Investorenbindung zu stärken. Solch eine Strategie ist jedoch auf Dauer oft nicht tragfähig, da sie das Eigenkapital des Unternehmens schmälert und dessen Wachstumspotenzial beeinträchtigen kann. Daher sollte die Dividende zwar ein attraktiver Faktor sein, aber niemals das alleinige Kriterium für eine Aktienanlage darstellen.
Möglichkeiten, von Dividenden zu profitieren
Für Anleger gibt es im Wesentlichen drei Hauptwege, um von Dividendenzahlungen zu profitieren:
Kauf von Dividendenaktien:
- Vorteil: Ermöglicht eine gezielte Auswahl von Unternehmen, die den eigenen Anlagekriterien entsprechen.
- Nachteil: Das Kurs- und Ausfallrisiko ist beim Kauf einzelner Aktien relativ hoch.
Kauf von Dividenden-ETFs (Exchange Traded Funds):
- Vorteil: Bietet die Möglichkeit, bereits mit geringem Kapitaleinsatz von Ausschüttungen zu profitieren. Durch die Streuung über zahlreiche Einzeltitel wird das Risiko von Kursverlusten und Ausfällen einzelner Aktien reduziert.
- Nachteil: ETFs bilden in der Regel einen Index ab und unterliegen dessen Kursschwankungen. Dieses Risiko wird jedoch durch eine langfristige Anlagestrategie gemindert.
Kauf von aktiv gemanagten Dividendenfonds:
- Vorteil: Ähnlich wie bei ETFs ermöglicht dies eine breite Streuung und den Zugang zu Dividendenerträgen auch mit kleineren Beträgen. Professionelle Fondsmanager wählen die Aktien gezielt nach ihrer erwarteten Rendite aus.
- Nachteil: Die Gebühren für aktiv gemanagte Fonds sind in der Regel höher als bei ETFs. Wie bei allen Aktienanlagen sind Kursschwankungen möglich, die durch eine langfristige Perspektive abgemildert werden können.
Häufig gestellte Fragen zu Dividenden
- Was ist eine Dividende und wann erhalte ich sie?
Eine Dividende ist die Beteiligung der Aktionäre am Gewinn eines Unternehmens. In Deutschland erfolgt dies meist einmal jährlich auf der Hauptversammlung. Halten Sie die Aktie am Tag der Hauptversammlung, erhalten Sie drei Tage später automatisch den beschlossenen Betrag pro Aktie. - Wie berechne ich die Dividendenrendite?
Die Dividendenrendite ergibt sich aus der Division der Dividende durch den aktuellen Aktienkurs, multipliziert mit 100. Beispiel: Bei einem Aktienkurs von 14 Euro und einer Dividende von 0,50 Euro beträgt die Dividendenrendite (0,50 / 14) * 100 = 3,57 Prozent. Eine nachhaltig attraktive Dividendenrendite ist ein Qualitätsmerkmal, sollte aber nicht das einzige Anlagekriterium sein. - Wann wird über eine Dividendenzahlung entschieden und wann erfolgt die Auszahlung?
Die Entscheidung über eine Dividendenzahlung fällt auf der jährlichen Hauptversammlung. Die Auszahlung an die Aktionäre erfolgt dann in der Regel am dritten Werktag nach diesem Termin, vorausgesetzt, die Aktien befinden sich am Tag der Hauptversammlung im Depot des Aktionärs. - Wie oft werden Dividenden ausgeschüttet?
In Deutschland ist eine jährliche Ausschüttung die Regel. Einige Unternehmen können jedoch auch quartalsweise Ausschüttungen beschließen. - Was bedeutet “Ex Dividende” (Ex-Div)?
“Ex Dividende” kennzeichnet den Tag, an dem der Aktienkurs um die ausgeschüttete Dividende bereinigt wird. Ab diesem Tag hat ein Käufer der Aktie keinen Anspruch mehr auf die gerade erfolgte Dividendenzahlung. - Gibt es eine Mindesthaltedauer für Aktien, um Dividenden zu erhalten?
Nein, es gibt keine feste Mindesthaltedauer. Entscheidend ist, dass Sie die Aktie am Tag der Hauptversammlung besitzen. Da der Kurs nach der Ausschüttung sinkt, ist es jedoch meist nicht ratsam, Aktien kurz vor der Hauptversammlung zu kaufen, um sie direkt danach wieder zu verkaufen. - Ist es realistisch, von Dividenden zu leben?
Ein Leben ausschließlich von Dividenden ist riskant, da keine Garantien für Ausschüttungen bestehen und in der Regel ein sehr hohes investiertes Kapital erforderlich wäre. Ein diversifiziertes Portfolio mit dem Ziel eines wachsenden passiven Einkommens durch Dividenden ist jedoch realistisch. Bei einer Dividendenrendite von 3 Prozent könnten beispielsweise 20.000 Euro Anlagekapital jährlich 600 Euro einbringen. Steuern (Abgeltungssteuer, ggf. Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag) müssen dabei berücksichtigt werden, abhängig von der Höhe der Kapitalerträge und den persönlichen Freibeträgen.
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