Die marokkanische Fußball-Nationalmannschaft hat einen der größten Siege ihrer Geschichte gefeiert und Favorit Belgien bei der Fußball-WM mit 2:0 geschlagen. Ein früherer deutscher U21-Nationalspieler, Abdelhamid Sabiri, war maßgeblich an diesem Erfolg beteiligt. Belgien hingegen enttäuschte erneut und muss nun um den Einzug ins Achtelfinale bangen.
Belgiens goldene Generation verliert ihren Glanz
Belgiens einst so gefeierte “goldene Generation” zeigt bei dieser WM deutliche Verschleißerscheinungen. Nach einem glücklichen 1:0-Auftaktsieg gegen Kanada reichte es auch im zweiten Spiel gegen Marokko nicht zu einer überzeugenden Leistung. Das Team um Kevin De Bruyne unterlag verdient mit 0:2 und sah sich mit einer beeindruckenden Serie konfrontiert: Acht WM-Vorrundensiege in Folge waren zuvor gefeiert worden, der neunte wäre ein alleiniger Rekord gewesen.
Die Tore für Marokko erzielten Abdelhamid Sabiri (73. Minute), der in Frankfurt aufgewachsen ist und eine Vergangenheit in der deutschen U21-Nationalmannschaft hat, sowie Zakaria Aboukhlal (90.+2). Dieser Sieg war der erste WM-Triumph für Marokko seit 24 Jahren und ein historischer Moment für das nordafrikanische Land.
Sabiri und Aboukhlal treffen – Mazraoui steht wieder auf dem Feld
Abdelhamid Sabiri, der in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde, traf per direktem Freistoß und brach den Bann. Kurz vor Schluss sorgte Zakaria Aboukhlal mit einem sehenswerten Treffer für die endgültige Entscheidung. Erfreulich für Marokko war auch, dass der zuletzt angeschlagene Bayern-Profi Noussair Mazraoui rechtzeitig fit wurde und in der Startelf stand.
Belgien hingegen wirkte über weite Strecken ideenlos und war stark von den wenigen Aktionen De Bruynes und Eden Hazards abhängig. Der lange verletzte Topstürmer Romelu Lukaku, der erst spät eingewechselt wurde, konnte das Spielgeschehen nicht mehr positiv beeinflussen.
Marokko mit guten Chancen auf das Achtelfinale
In der Gruppe F steht Belgien nun mit drei Punkten da und muss am kommenden Donnerstag gegen den starken Vize-Weltmeister Kroatien antreten. Marokko hingegen hat nach dem beachtlichen Unentschieden gegen Kroatien und dem Sieg gegen Belgien nun vier Punkte auf dem Konto und gute Chancen, das erste WM-Achtelfinale seit 1986 zu erreichen.
Schon vor dem Spiel gab es im belgischen Lager Unzufriedenheit, De Bruyne hatte öffentlich Kritik geübt. Die erwartete Wiedergutmachung blieb jedoch aus. Marokko präsentierte sich als kämpferisch starkes Team, das von seinen lautstarken Fans lautstark unterstützt wurde. Das Al-Thumama-Stadion von Doha war fest in der Hand der “Löwen vom Atlas”.
Chancen auf beiden Seiten – Sabiris Freistoß war der Dosenöffner
Trotz des Favoritenstatus erspielte sich Belgien die erste Chance des Spiels, doch Michy Batshuayi scheiterte am marokkanischen Ersatztorhüter Monir El Kajoui, der kurzfristig für den verletzten Stammtorhüter Yassine Bounou einsprang. Nach anfänglichem Druck der Belgier befreite sich Marokko zunehmend und wurde durch Achraf Hakimi gefährlich (35.).
Nach der Pause wurde das Spiel offener, und beide Teams hatten Chancen. Eden Hazard und Dries Mertens vergaben für Belgien, während Sofiane Boufal auf marokkanischer Seite für Gefahr sorgte. Der entscheidende Moment kam jedoch durch den eingewechselten Sabiri, dessen Freistoß unhaltbar im Netz einschlug.
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Kroatien nur mit Nullnummer gegen Marokko – Bayerns Mazraoui verletzt
Der FC Bayern München hat mit Noussair Mazraoui einen wichtigen Spieler für die kommende WM-Endrunde im Spieltagskader. Nach Angaben von web.de scheint sich der Verteidiger jedoch im Spiel gegen Marokko an der linken Hüfte verletzt zu haben. Dies könnte ein Rückschlag für Marokko bedeuten, das auf den 25-jährigen Abwehrspieler angewiesen ist.
Fazit
Der Sieg Marokkos gegen Belgien ist ein historischer Erfolg und ein Beleg für die wachsende Stärke des afrikanischen Fußballs. Mit einer kämpferisch überzeugenden Leistung und taktischer Disziplin hat das Team die favorisierten Belgier geschlagen. Für Belgien heißt es nun, die Leistung zu analysieren und sich auf das entscheidende Spiel gegen Kroatien zu konzentrieren, um eine frühe WM-Blamage abzuwenden. Die Fans dürfen gespannt sein, wie sich Marokko in den kommenden Spielen präsentieren wird.
