Bartagame: Ein faszinierender Wüstenbewohner als Haustier

Die Bartagame, auch bekannt als “Bearded Dragon”, hat sich in den letzten Jahren zu einem der beliebtesten exotischen Haustiere in Deutschland entwickelt. Ihre einzigartige Erscheinung, ihr tagaktives Wesen und ihr vergleichsweise friedliches Temperament machen sie zu einem faszinierenden Gefährten für viele Tierliebhaber. Doch was macht diese Echse aus Australien so besonders und welche Anforderungen stellt sie an ihre Haltung? Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Aspekte rund um die Bartagame als Haustier.

Herkunft und Namensgebung

Die Bartagame stammt ursprünglich aus den trockenen und halbtrockenen Regionen Australiens. Ihren Namen verdankt sie den namensgebenden Stacheln an ihrem Hals, die sich bei Erregung aufstellen und den Hals verbreitern. Dieses Verhalten dient dazu, potenzielle Fressfeinde abzuschrecken und das Tier größer und bedrohlicher erscheinen zu lassen. Auf Englisch werden sie daher auch “Bearded Dragons” genannt, was treffend die optische Erscheinung beschreibt.

Aussehen und Verhalten

Bartagamen sind Reptilien, die sich durch ihre bemerkenswerte Farbvielfalt auszeichnen. Sie können in Braun-, Beige-, Grau-, Rot- und Gelb- oder Orangetönen vorkommen. Ihre Größe variiert zwischen 30 und 50 cm, wobei sie eine Lebenserwartung von 6 bis 14 Jahren haben können. Ein weiteres faszinierendes Merkmal ist ihre Fähigkeit, ihre Hautfarbe leicht zu verändern. Sie können dunkler werden, um mehr Wärme aufzunehmen, oder heller, um sich abzukühlen. Obwohl sie keine ausgeprägten Kuscheltiere sind und es nicht mögen, ständig hochgenommen und getragen zu werden, bieten sie dennoch viele unterhaltsame Momente. Ihr Verhalten, wie das Hinlegen wie ein Pfannkuchen, das Winken mit den Gliedmaßen oder das rhythmische Nicken mit dem Kopf, ist oft stundenlang faszinierend zu beobachten.

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Vorteile und Nachteile als Haustier

Vorteile:

  • Tagaktiv: Im Gegensatz zu vielen anderen Reptilien sind Bartagamen tagsüber aktiv, was ihre Beobachtung erleichtert.
  • Friedliches Wesen: Sie beißen nur selten, und wenn, dann ist es meist nicht schmerzhaft. Sie gelten als friedliche Tiere.
  • Geringer Aufwand für Aufmerksamkeit: Sie benötigen nicht so viel ständige Interaktion wie beispielsweise Hunde oder Katzen.
  • Einfache Terrarienreinigung: Die Reinigung des Terrariums ist in der Regel unkompliziert.
  • Unterhaltsames Verhalten: Ihre verschiedenen Verhaltensweisen sind sehr amüsant und bieten viel Beobachtungspotenzial.

Nachteile:

  • Lebendfutter: Die Fütterung mit lebenden Insekten ist für viele Halter gewöhnungsbedürftig.
  • Geruchsentwicklung: Kot kann mit der Zeit riechen und muss regelmäßig entfernt werden. Gegebenenfalls verbleibt Kot an Schwanz oder Füßen, der dann vorsichtig mit warmem Wasser und einer weichen Zahnbürste entfernt werden muss.
  • Salmonellenrisiko: Wie viele Reptilien können Bartagamen Salmonellen beherbergen. Eine sorgfältige Hygiene minimiert dieses Risiko jedoch erheblich.
  • Keine Kuscheltiere: Sie sind nicht für intensiven Körperkontakt oder ständiges Herumtragen gedacht.

Haltung der Bartagame

Die Haltung von Bartagamen erfordert spezifisches Wissen und die richtige Ausstattung.

Terrarium und Einrichtung

Die Größe des Terrariums ist entscheidend. Für jedes Tier wird mindestens eine Größe von 150 x 80 x 80 cm (Breite x Höhe x Tiefe) empfohlen. Die Einrichtung muss den natürlichen Lebensraum imitieren und spezielle Anforderungen erfüllen:

  • Beleuchtung und Heizung: Spezielle Reptilienlampen sind unerlässlich, um die notwendige Wärme und UV-Strahlung zu gewährleisten.
  • Struktur: Steine, Äste, Klettermöglichkeiten und Verstecke (Schattenplätze) sind wichtig für das Wohlbefinden der Tiere.
  • Temperaturkontrolle: Ein Thermometer zur Überwachung der Temperatur ist zwingend notwendig.

Für eine artgerechte Haltung ist es ratsam, sich eingehend mit Fachliteratur zu beschäftigen.

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Futter

Die Ernährung von Bartagamen ändert sich mit ihrem Alter:

  • Jungtiere: Benötigen hauptsächlich tierische Nahrung wie Heimchen, Grillen und Heuschrecken.
  • Erwachsene Tiere: Fressen überwiegend pflanzliche Kost wie Löwenzahn und diverses Gemüse. Etwa 2-3 Mal pro Woche wird Lebendfutter (ca. 20-30% der Nahrung) angeboten, während 70-80% aus Gemüse bestehen sollten.

Es wird davon abgeraten, Insekten aus der freien Natur zu sammeln, da diese Parasiten enthalten oder durch Pestizide belastet sein können. Der Kauf von Futterinsekten aus spezialisierten Quellen ist sicherer.

Soziale Haltung

Die Haltung von zwei oder mehr Bartagamen ist möglich, birgt aber auch Risiken. Weibchen vertragen sich oft besser als Männchen oder gemischte Gruppen. Wenn es zu Streitigkeiten kommt, müssen die Tiere unbedingt getrennt werden. Eine ausführliche Recherche zur Bartagame und ihren sozialen Bedürfnissen ist vor der Anschaffung unerlässlich.

Die Bartagame ist zweifellos ein faszinierendes Haustier, das viel Freude bereiten kann. Mit der richtigen Vorbereitung, einer artgerechten Haltung und einem Verständnis für ihre Bedürfnisse steht einer erfolgreichen und bereichernden Tierhaltung nichts im Wege.