Der Umzug eines Lizenzmanagers, insbesondere eines älteren wie dem von AutoCAD, kann eine unerwartete Herausforderung darstellen. Dieses Dokument beschreibt die Schritte, die unternommen wurden, um den Autodesk FLEXlm Lizenzmanager von einem auslaufenden Server auf einen neuen zu migrieren. Dabei wurden verschiedene Konfigurationsmethoden und deren Priorität untersucht, um einen reibungslosen Übergang für die wenigen verbliebenen AutoCAD-Nutzer sicherzustellen.
Die Ausgangssituation: Ein alternder Server
Ein veralteter Server, der kurz vor der Stilllegung stand, machte die Notwendigkeit eines Umzugs des AutoCAD (FLEXlm) Lizenzmanagers unumgänglich. Nach der Einrichtung des Lizenzmanagers auf einem neuen Server und dem Erhalt einer neuen Lizenz von Autodesk, wurde zunächst die Funktionalität getestet. Die Herausforderung bestand darin, die Clients auf den neuen Lizenzserver umzustellen. Angesichts der Tatsache, dass AutoCAD in der Umgebung nur noch eine untergeordnete Rolle spielt und Solidworks sowie Draftsight primär genutzt werden, war die Anzahl der betroffenen Nutzer gering. Dennoch mussten die Umstellungen schrittweise erfolgen, da sich einige Nutzer in räumlicher Nähe befanden, andere jedoch über mehrere Bundesstaaten verteilt waren.
Erste Lösungsversuche: Der Registry-Eintrag
Ein erster Ansatz zur Umstellung der Clients war die Änderung eines Registry-Schlüssels. Der Pfad HKLM > SOFTWARE > FLEXlm LICENSE MANAGER > ASDKFLEX_LICENSE_FILE wurde auf den neuen Lizenzserver umgestellt. Nach einem Neustart von AutoCAD bei einem Testnutzer schien die Lizenz erfolgreich vom neuen Server bezogen zu werden. Daraufhin wurde diese Änderung per Fernzugriff auf alle betroffenen Nutzer angewendet.
Überraschenderweise stellten sich die Änderungen am nächsten Morgen als nicht dauerhaft heraus. Die Clients bezogen die Lizenzen wieder vom alten Server, und auch die Registry-Einträge waren auf den alten Stand zurückgesetzt worden.
Die Suche nach der Ursache: Prioritäten im Lizenzmanagement
Nachforschungen bei Autodesk ergaben, dass drei verschiedene Mechanismen die Netzwerklizenzierung für AutoCAD steuern können:
- Windows Umgebungsvariable: Höchste Priorität.
- Registry-Schlüssel: Mittlere Priorität.
licpath.licDatei: Niedrigste Priorität.
Wenn keine dieser Einstellungen den Lizenzserver finden kann, wird der Benutzer aufgefordert, den Server manuell in einem Dialogfeld einzugeben. Die Priorisierung dieser Einstellungen ist entscheidend für den Erfolg der Lizenzmigration.
Die erfolgreiche Umstellung: Der licpath.lic Ansatz
Um den alten Lizenzserver schnellstmöglich abzuschalten, wurde die licpath.lic-Datei im Ordner der Programmdateien aktualisiert. Diese Datei war bereits zuvor veraltet, aber die Umstellung war nun unumgänglich. Nach dem Verteilen der aktualisierten Datei auf die Benutzercomputer und der Abschaltung des alten Lizenzservers fanden alle PCs den korrekten Lizenzserver über diese Methode. Die Lizenzen wurden erfolgreich vom neuen Lizenzserver vergeben.
Zur zusätzlichen Absicherung wurde auch die Windows Umgebungsvariable auf allen Maschinen mit dem neuen Servernamen eingerichtet.
Unerklärliches Verhalten: Der hartnäckige Registry-Schlüssel
Trotz der erfolgreichen Umstellung über die licpath.lic-Datei und die Umgebungsvariable blieb das Verhalten des Registry-Schlüssels rätselhaft. Der Eintrag unter HKLM > SOFTWARE > FLEXlm LICENSE MANAGER ließ sich partout nicht dauerhaft auf den neuen Server ändern. Interessanterweise zeigte sich dieser Schlüssel auch bei Solidworks-Nutzern, und eine ähnliche Umstellung des Solidworks Lizenzservers zwei Wochen zuvor war problemlos über diesen Registry-Eintrag erfolgt.
Hätte es sich um eine größere Umstellung mit mehr betroffenen Nutzern gehandelt, wäre möglicherweise eine Gruppenrichtlinie (GPO) zur Änderung des Registry-Schlüssels eingesetzt worden. Das unerklärliche Verhalten wirft jedoch Fragen auf und unterstreicht die Wichtigkeit, die genauen Prioritäten und Funktionsweisen der verschiedenen Konfigurationsmethoden zu verstehen.
Fazit und Ausblick
Die Migration des AutoCAD Lizenzmanagers war letztendlich erfolgreich, wenn auch mit einigen unerwarteten Erkenntnissen über die Konfiguration von Autodesk-Lizenzen. Die Priorisierung von Umgebungsvariablen und der licpath.lic-Datei erwies sich als Schlüssel zum Erfolg, während der Registry-Schlüssel ein hartnäckiges Rätsel blieb. Für zukünftige Umstellungen, insbesondere in größeren Umgebungen, ist eine gründliche Planung und das Verständnis der zugrundeliegenden Mechanismen unerlässlich, um potenzielle Fallstricke zu vermeiden und einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.

