Attribute sind essenzielle Werkzeuge im technischen Zeichnen, die es ermöglichen, detaillierte Informationen mit spezifischen Elementen einer Zeichnung zu verknüpfen. Sie dienen als Beschriftungen, die Daten wie Teilenummern, Preise, Kommentare oder Besitzernamen zugeordnet werden können. Stellen Sie sich ein Bauteil vor, das nicht nur visuell dargestellt wird, sondern auch direkt mit allen relevanten technischen und kaufmännischen Daten versehen ist. Dies erleichtert die Organisation, Verwaltung und Weiterverarbeitung von Konstruktions- und Stücklisten enorm.
Die aus einer Zeichnung extrahierten Attributinformationen können nahtlos in Tabellen oder Datenbanken übernommen werden, was die Erstellung von präzisen Teile- und Stücklisten vereinfacht. Einem einzigen Bauteil können dabei mehrere Attribute zugewiesen werden, solange jedes Attribut eine eindeutige Kennzeichnung besitzt.
Definition und Konfiguration von Attributen
Bei der Definition eines Attributs sind mehrere Parameter festzulegen, die sein Verhalten und seine Anzeige bestimmen:
- Eindeutige Bezeichnung (Tag): Dies ist der Name des Attributs, der es identifiziert. Er muss innerhalb einer Zeichnung eindeutig sein.
- Eingabeaufforderung (Prompt): Dies ist die Meldung, die dem Benutzer angezeigt wird, wenn der entsprechende Block in eine Zeichnung eingefügt wird. Sie leitet den Benutzer an, welche Informationen eingegeben werden sollen.
- Vorgabewert (Default Value): Dies ist ein Standardwert, der automatisch übernommen wird, wenn der Benutzer bei der Eingabeaufforderung keine spezifischen Daten eingibt.
Für eine effiziente Verwaltung, insbesondere wenn die Attributdaten später für Stücklisten extrahiert werden sollen, ist es ratsam, eine Liste aller erstellten Attributbezeichnungen zu führen. Diese Liste bildet die Grundlage für die spätere Erstellung einer Attributvorlagendatei. Es ist wichtig, auf eindeutige Attributbezeichnungen zu achten, da doppelte Bezeichnungen zu Problemen bei der Datenextraktion oder der Verwendung in dynamischen Blöcken führen können. Der erweiterte Attribut-Editor markiert doppelte Bezeichnungen zur besseren Übersichtlichkeit in roter Farbe.
Attributmodi: Steuerung von Verhalten und Anzeige
Attribute bieten verschiedene Modi, die ihr Verhalten innerhalb von Blöcken steuern und eine flexible Anpassung ermöglichen:
- Sichtbarkeit: Attribute können entweder sichtbar oder unsichtbar in der Zeichnung dargestellt werden. Unsichtbare Attribute sind weder auf dem Bildschirm noch im Ausdruck sichtbar, ihre Daten werden jedoch in der Zeichnungsdatei gespeichert und können zur Weiterverarbeitung in Datenbanken extrahiert werden.
- Konstante vs. Variable Attribute: Variable Attribute fordern bei der Einfügung eines Blocks zur Eingabe von Daten auf, die dann mit dem Block gespeichert werden. Konstante Attribute hingegen haben feste Werte, die nicht abgefragt werden.
- Beweglichkeit: Die Position eines Attributs kann relativ zum Block verschiebbar sein, was die Anpassung durch Griffe ermöglicht. Um eine ungewollte Verschiebung zu verhindern, kann die Position des Attributs im Verhältnis zu anderen Objektelementen im Block fixiert werden.
- Zeilenanzahl: Attribute können als einzeilig oder mehrzeilig definiert werden. Während einzeilige Attribute auf 255 Zeichen begrenzt sind, bieten mehrzeilige Attribute erweiterte Formatierungsoptionen. Bei der Speicherung in älteren AutoCAD-Versionen (bis 2007) werden mehrzeilige Attribute in mehrere einzeilige Attribute konvertiert, die jedoch beim erneuten Öffnen der Zeichnung in einer neueren Version wiederhergestellt werden.
Blöcke und Attribute: Eine Symbiose für Effizienz
Nachdem die Attributdefinitionen erstellt wurden, werden sie einem Block zugewiesen. Dies geschieht, indem die Attribute in den Auswahlsatz aufgenommen werden, während der Block definiert oder neu definiert wird. Mehrere Attribute können gemeinsam in denselben Block integriert werden. Ein klassisches Beispiel ist die Definition von Attributen wie “Typ”, “Hersteller”, “Modell” und “Kosten”, die dann gemeinsam als Block “STUHL” eingefügt werden können.
Die Reihenfolge, in der die Attribut-Eingabeaufforderungen erscheinen, entspricht in der Regel der Reihenfolge ihrer Auswahl bei der Blockdefinition. Bei Verwendung von Fenster- oder Kreuzen-Auswahl kann sich diese Reihenfolge umkehren. Der Blockattribut-Manager bietet hier Abhilfe, um die Reihenfolge der Eingabeaufforderungen beim Einfügen von Blockreferenzen anzupassen. Alternativ kann das Dialogfeld “Attributreihenfolge” (Befehl BATTREIHENF) im Blockeditor verwendet werden, um die Reihenfolge der Aufforderungen zu ändern.
Eigenständige Attribute: Flexibilität jenseits von Blöcken
Das System erlaubt auch die Definition von Attributen, die nicht direkt mit einem Block verknüpft sind. Nach der Definition und Speicherung einer Zeichnung mit solchen eigenständigen Attributen kann diese Zeichnungsdatei in andere Zeichnungen eingefügt werden. Beim Einfügen wird der Benutzer aufgefordert, die entsprechenden Attributwerte anzugeben, was eine flexible Datenverwaltung auch ohne die Verwendung von Blöcken ermöglicht. Diese Funktionalität kann beispielsweise für die Katalogisierung von Standardbauteilen oder für die Dokumentation von Prüfprotokollen genutzt werden.

