AutoCAD 2023 bringt eine Reihe von spannenden neuen Funktionen und Verbesserungen mit sich, die darauf abzielen, die Produktivität zu steigern und den Arbeitsablauf für Anwender zu optimieren. Von intelligenten Werkzeugen zur Markierungsbearbeitung bis hin zu leistungsstarken Grafik-Engines – diese Version setzt neue Maßstäbe in der CAD-Welt.
Markierungsimport und Markierungsassistent: Effizientere Überarbeitung
Die wohl bemerkenswertesten Neuerungen sind der Markup Import und der Markup Assist. Diese Funktionen nutzen maschinelles Lernen, um Markierungen in importierten Zeichnungen automatisch zu erkennen. Ob als PDF, PNG oder JPG – Markierungen werden direkt in der Trace-Arbeitsumgebung über das vorhandene Drawing gelegt.
Der Markup Assist-Befehl analysiert diese importierten Markierungen und erleichtert das schnelle Platzieren von Textanmerkungen und Revisionswolken mit deutlich weniger manuellem Aufwand. Dies beschleunigt den Überarbeitungsprozess erheblich und reduziert Fehler.
Neue Befehle:
MARKUPASSIST: Analysiert importierte Markierungen und hilft beim schnelleren Platzieren von Textanmerkungen und Revisionswolken.MARKUPIMPORT: Importiert eine markierte Zeichnung (Bild/PDF) als neue Trace-Datei in Ihr DWG.
Neue Systemvariablen:
MARKUPASSISTMODE: Steuert, ob erkannte Markierungen hervorgehoben werden.MARKUPPAPERDISPLAY: Zeigt an, ob eine digitale Markierung aktiv ist.MARKUPPAPERTRANSPARENCY: Regelt die Transparenz einer digitalen Markierung.
My Insights: Makro-Empfehlungen für mehr Produktivität
AutoCAD 2023 führt “Macro Insights” ein – intelligente Vorschläge für Befehlsmakros, die Ihnen helfen, produktiver zu arbeiten. Diese Makros, die aus Sequenzen von Befehlen und Systemvariablen bestehen, automatisieren häufige Aufgaben.
Die Palette Befehlsmakros (COMMANDMACROS) zeigt diese Vorschläge an. Sie können diese direkt ausprobieren, speichern und sogar zur Multifunktionsleiste hinzufügen.
Neue Befehle:
COMMANDMACROS: Öffnet die Palette für Befehlsmakros.COMMANDMACROSCLOSE: Schließt die Palette Befehlsmakros.
Neue Systemvariablen:
COMMANDMACROSSTATE: Zeigt an, ob die Palette Befehlsmakros geöffnet ist.MACROINSIGHTSSUPPORT: Steuert den Empfang von Makro-Einblicken basierend auf Ihrer Befehlsverwendung.MACRONOTIFY: Steuert die Benachrichtigung für Makro-Einblicke.
Trace-Funktionen und Zählwerkzeuge: Verbesserte Zusammenarbeit und Analyse
Die Trace-Funktionalität wurde erweitert, sodass Sie nun Traces direkt in der Desktop-Version erstellen und zu bestehenden Traces beitragen können. Dies fördert die Zusammenarbeit und Nachvollziehbarkeit von Designänderungen.
Das neue Count-Werkzeug ermöglicht es Ihnen, die Anzahl von Objekten oder Blöcken innerhalb eines bestimmten Bereichs zu zählen.
Neue Befehle:
TRACEEDIT: Aktiviert den Bearbeitungsmodus für eine aktive Trace.TRACEVIEW: Aktiviert den Ansichtsmodus, um am übergeordneten Zeichnungsdokument zu arbeiten.COUNTAREA: Definiert den Bereich für die Objektabzählung.COUNTAREACLOSE: Bricht die Auswahl des Zählbereichs ab.SELECTCOUNT: Wählt alle Objekte im aktuellen Zählbereich aus, die den Eigenschaften der ausgewählten Objekte entsprechen.
Geänderte Befehle:
COUNT: Zählt und hebt Instanzen des ausgewählten Objekts in der Zeichnung hervor.
Schwebende Zeichnungsfenster und 3D-Grafiken: Verbesserte Darstellung und Handhabung
AutoCAD 2023 bietet verbesserte Funktionen für schwebende Zeichnungsfenster. Dazu gehören ein verankertes Befehlsfenster, das mit dem aktiven Zeichnungsfenster verbunden bleibt, sowie die Beibehaltung der Position schwebender Befehlsfenster. Gescrollte Zeichnungsfenster werden nun über dem Hauptfenster angezeigt und können an einer Position “angeheftet” werden.
Ein herausragendes Merkmal ist das neue, plattformübergreifende 3D-Grafiksystem. Dieses nutzt die Leistung moderner GPUs und Multi-Core-CPUs, um eine flüssige Navigation auch in sehr großen Zeichnungen zu ermöglichen. Es ist standardmäßig für die visuellen Stile “Schattiert” und “Schattiert mit Kanten” aktiviert.
Neue Systemvariable:
FASTSHADEDMODE: Aktiviert oder deaktiviert das neue 3D-Grafiksystem.
2D-Grafik-Engine und Sheet Set Manager: Optimierte Darstellung und Dokumentenverwaltung
Eine neue 2D-Grafik-Engine sorgt für eine verbesserte Darstellung auf High-End-GPUs, mit optimierter Zoom- und Schwenkleistung, insbesondere bei Zeichnungen mit vielen TrueType-Texten, langen Polylinien oder Füllungen im 2D-Drahtgitter-Stil.
Der Sheet Set Manager für Autodesk Docs ermöglicht die Verwaltung von Bogen-Sets direkt aus Autodesk Docs. Diese Web-Version des klassischen Sheet Set Managers unterstützt das Erstellen und Löschen von Bögen und Teilmengen, das Definieren von Eigenschaften sowie das Publizieren von Bogen-Sets als PDF.
Neue Systemvariable:
SSMDETECTMODE: Bestimmt, welcher Sheet Set Manager beim Öffnen von Cloud-basierten DST-Dateien angezeigt wird.
Weitere Verbesserungen:
- Zeichnungs- und Layout-Registerkarten: Modernisiertes Aussehen, Hervorhebung der aktiven Registerkarte und vereinfachte Anzeige des aktiven Zeichnungsfensters im Überlaufmenü.
- CUTBASE-Befehl: Kopiert ausgewählte Objekte mit einem Basispunkt in die Zwischenablage und entfernt sie aus der Zeichnung.
- Polyline-Verlängerung: Eine neue Griff-Option namens “Vertex verlängern” fügt an der ausgewählten Endgriffposition einen neuen Vertex hinzu, ohne die Polylinienrichtung umkehren zu müssen.
- MLEADER-Verbesserung: Der MLEADER-Befehl bietet nun die Option, ein vorhandenes MTEXT-Objekt für die neue Führung auszuwählen.
- Zusätzliche Optimierungen: Verbesserungen beim Einfügen von Blöcken (Umbenennungsoption), der Optionen-Dialogbox (Speichern/Verwerfen von Änderungen), dem Isolationsmodus (Beibehaltung der Objektauswahl), dem Befehl “Neue Zeichnung” (Tooltip für Vorlagendatei) und dem Kundenfehlerbericht (automatisches Ausfüllen der E-Mail-Adresse).
- Multi-Core-Hintergrundveröffentlichung: Die Option “Hyperlinks einschließen” wird nun bei der Veröffentlichung von PDF-Mehrfachbögen im Hintergrund unterstützt.
API und Entwicklungsumgebung: Erweiterte Möglichkeiten für Programmierer
AutoCAD 2023 pflegt die binäre Kompatibilität mit AutoCAD 2022 für ObjectARX-Anwendungen. Anpassungen wurden in den Registrierungsschlüsseln vorgenommen, die nun mit einem Backslash enden. Für die Kompilierung von ObjectARX-Projekten wird Visual Studio 2019 (Version 16.7) empfohlen, mit Zielversion .NET Framework 4.8.
Die Systemanforderungen für AutoCAD 2023, einschließlich der spezialisierten Werkzeugsätze, wurden aktualisiert und bieten detaillierte Informationen zur Hardware und Software, die für eine optimale Leistung benötigt werden.
Diese Neuerungen machen AutoCAD 2023 zu einem leistungsstarken Werkzeug für Ingenieure, Architekten und Designer, das durch Effizienz, verbesserte Grafikdarstellung und nahtlose Integration in Arbeitsabläufe überzeugt.

