AutoCAD 2017 bringt eine Reihe von Verbesserungen und neuen Funktionen mit sich, die den Arbeitsablauf für Designer und Ingenieure optimieren sollen. Von erweiterten Importmöglichkeiten bis hin zu Performance-Steigerungen – diese Version setzt auf Effizienz und Benutzerfreundlichkeit.
Verbesserte Dateiformate und Migration
Das Dateiformat von AutoCAD 2017 bleibt kompatibel mit den Versionen 2013 bis 2016. Sowohl DWG- als auch DXF-Dateien behalten ihr bewährtes Format bei. Die Migration von AutoCAD-Anpassungseinstellungen wurde vereinfacht. Ein neuer Migrationsassistent hilft dabei, Anpassungseinstellungen zu organisieren und einen Zusammenfassungsbericht zu erstellen, was den Umstieg auf die neue Version erleichtert.
Erweiterte PDF-Unterstützung
Mit AutoCAD 2017 können Geometrien, Füllungen, Rasterbilder und TrueType-Texte aus PDF-Dateien direkt in die aktuelle Zeichnung importiert werden. Die Präzision der importierten Daten hängt von der Qualität der PDF-Datei ab. Wichtige Eigenschaften wie Maßstab, Ebenen, Strichstärken und Farben können dabei erhalten bleiben. Allerdings werden SHX-Schriften in PDF-Dateien beim Import nicht unterstützt. Der primäre Befehl für diese Funktion ist PDFIMPORT.
Teilen von Design-Ansichten
Die Funktion “Online Design Share” ermöglicht es, Design-Ansichten an einem sicheren Ort in Autodesk A360 zu veröffentlichen. Durch das Weiterleiten eines generierten Links können Entwürfe mit ausgewählten Personen geteilt werden, ohne die DWG-Datei selbst freizugeben. Der Zugriff ist über jeden unterstützten Webbrowser möglich, ohne dass die Empfänger ein Autodesk A360-Konto oder zusätzliche Software benötigen.
Assoziative Mittellinien und Mittelpunkte
Neue Funktionen ermöglichen die Erstellung von assoziativen Mittelpunkten für Bögen und Kreise sowie von assoziativen Mittellinien für Linien- und Polyliniensegmente. Diese neuen Funktionen ergänzen bestehende Methoden und bieten eine alternative Arbeitsweise. Die Befehle CENTERMARK und CENTERLINE stehen zur Verfügung. Die Befehle CENTERDISASSOCIATE und CENTERREASSOCIATE erlauben das Aufheben und Wiederherstellen der Assoziation.
Koordinationsmodelle und Objektfang
Die Objektfang-Unterstützung für angehängte Koordinationsmodelle wurde erweitert. Standardmäßige Objektfänge wie Endpunkt und Mittelpunkt können nun verwendet werden, um präzise Punkte auf dem Koordinationsmodell zu definieren. Diese Funktion ist ausschließlich für die 64-Bit-Version von AutoCAD verfügbar.
Verbesserungen der Benutzeroberfläche
Verschiedene Dialogfelder, darunter APPLOAD, ATTEDIT, DWGPROPS und INSERT, sind nun größenveränderbar, was die Benutzerfreundlichkeit erhöht. In den Dialogfeldern zum Anhängen von Dateien sowie zum Speichern und Öffnen von Zeichnungen wurden die Vorschau-Bereiche vergrößert. Die LTGAPSELECTION-Systemvariable ermöglicht die Auswahl von Objekten in den Lücken von gestrichelten oder gepunkteten Linientypen, sofern die Hardwarebeschleunigung aktiviert ist. Die CURSORTYPE-Systemvariable erlaubt die Wahl zwischen dem AutoCAD-Fadenkreuz und dem Windows-Pfeilcursor.
Leistungssteigerungen
Die Leistung und Zuverlässigkeit von 3DORBIT wurde, insbesondere für gerenderte Ansichtsstile und Modelle mit vielen kleinen Blöcken, verbessert. Auch die Performance von 2D-Schwenk- und Zoomvorgängen wurde durch die Nutzung der Grafikkarte (GPU) optimiert. Linientypen, die nur aus Strichen und Punkten bestehen, werden nun von der GPU generiert, und Grafiken werden im GPU-Speicher zwischengespeichert, was schnellere Panning- und Zoomvorgänge ermöglicht. Die visuelle Qualität von Linientypen wurde ebenfalls verbessert.
AutoCAD-Sicherheit
Dateien im Verzeichnisbaum “Program Files”, die unter dem UAC-Schutz des Betriebssystems stehen, werden nun als vertrauenswürdig eingestuft. Dies wird durch die Anzeige der implizit vertrauenswürdigen Pfade in der Benutzeroberfläche für vertrauenswürdige Pfade angezeigt. Der AutoCAD-Code selbst wurde gegen anspruchsvollere Angriffe gehärtet.
Lizenzverwaltung
Ein neuer Lizenzmanager erleichtert den Wechsel zwischen Lizenztypen und das Speichern von Arbeiten bei Verlust der Netzwerkverbindung. Der Lizenztyp wird nun beim ersten Start von AutoCAD ausgewählt und nicht mehr während der Installation. Ein neues Infocenter-Menü bietet Zugriff auf den Lizenzmanager zur Anzeige von Lizenzinformationen und installierten Plug-ins sowie zur Änderung des Lizenztyps. Bei Verlust der Netzwerkverbindung wird eine Meldung angezeigt, die es ermöglicht, Zeichnungen zu speichern und AutoCAD zu beenden oder die Arbeit manuell fortzusetzen.
Autodesk Desktop App
Die neue Autodesk Desktop App wird nach Abschluss der Installation automatisch angezeigt und ersetzt bisherige In-Produkt-Update-Komponenten und den Autodesk Application Manager. Sie informiert Abonnenten über Produktupdates, neue Versionen, Funktionen und Lernmaterialien und liefert kritische Sicherheitspatches für Autodesk-Produkte ab 2015.
Sonstige Änderungen
Die HPLAYER-Systemvariable kann nun auf eine nicht existierende Ebene für neue Schraffuren und Füllungen gesetzt werden, die dann bei der nächsten Erstellung automatisch erstellt wird. Die DIMLAYER-Systemvariable wird nun von allen Bemahelungsbefehlen verwendet. Der TEXTEDIT-Befehl wiederholt sich nun automatisch, steuerbar über die TEXTEDITMODE-Systemvariable. Nicht notwendige QuickInfo-Texte wurden aus den Dialogfeldern “Schnellauswahl” und “Bereinigen” entfernt. Eine neue Einheiten-Einstellung, “US Survey Feet”, wurde zur Liste der Einfüge-Skalen im UNITS-Befehl hinzugefügt. Der Content Explorer wurde entfernt. AutoCAD 2017 verwendet keinen RGB-Wert von 192, 192, 192 mehr als transparenten Icon-Hintergrund; es wird empfohlen, Bitmap-Bilder in transparente PNG-Bilder zu konvertieren.
AutoCAD 2017.1 Update
Das Update 2017.1 bringt Verbesserungen bei der PDF-Importfunktion, der Text-zu-MText-Konvertierung, der Off-Screen-Auswahl und der Liniensatz-Lückenauswahl. Zudem wurden die Unterstützung für hochauflösende Displays und die Leistung der 3D-Navigation verbessert.
API und mehr für Programmierer
AutoCAD 2017 ist eine binär inkonsistente Version, was bedeutet, dass einige Apps, die auf AutoCAD 2016 funktionierten, möglicherweise nicht mehr auf AutoCAD 2017 laufen. Für ObjectARX (.arx-Apps) ist eine Neukompilierung mit Visual Studio 2015 erforderlich. Für .NET-Apps müssen möglicherweise APIs angepasst und die App mit dem .NET Framework 4.5 neu kompiliert werden. LISP-Apps sollten ohne Änderungen funktionieren. Die Systemvariablen CDATE und DATE speichern nicht mehr die Zeit bis auf Millisekunden genau; stattdessen sollte MILLISECS verwendet werden.
Systemanforderungen für AutoCAD 2017
Die Systemanforderungen variieren je nach Betriebssystem (Windows 10, 8.1, 7 SP1) und ob eine 32-Bit- oder 64-Bit-Version verwendet wird. Empfohlen werden mindestens 2 GB RAM (3 GB für 64-Bit) und eine Bildschirmauflösung von 1360×768. Für große Datensätze, Punktwolken und 3D-Modellierung werden höhere Anforderungen an Arbeitsspeicher, Festplattenspeicher und Grafikkarte gestellt.

