Arteriosklerose: Ursachen, Verlauf und Ernährungsstrategien für gesunde Gefäße

Arteriosklerose: Essen für freie Gefäße

Arteriosklerose, oft auch als Atherosklerose bezeichnet, ist eine fortschreitende Erkrankung der Blutgefäße, die maßgeblich zu Herz-Kreislauf-Komplikationen beiträgt und eine der Hauptursachen für vorzeitigen Tod darstellt. Die Prävention und Therapie dieser Erkrankung basieren auf einer Gewichtskontrolle, der Behandlung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes mellitus sowie einer angepassten Ernährung. Die folgenden Abschnitte beleuchten die verschiedenen Facetten der Arteriosklerose, von ihrer Entstehung und den Risikofaktoren bis hin zu den neuesten Erkenntnissen über Ernährungsstrategien.

Krankheitsbild Arteriosklerose im Überblick

Definition und Häufigkeit

Arteriosklerose beschreibt die krankhafte Veränderung der Blutgefäße, insbesondere der Arterien, die zur Bildung von Plaques (Atheromen) in den Gefäßwänden führt. Dies kann den Blutfluss einschränken und das Risiko für schwerwiegende Herz-Kreislauf-Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen. In Deutschland stellen Herzerkrankungen, die oft auf Arteriosklerose zurückzuführen sind, eine der häufigsten Todesursachen dar. Die Prävalenz von koronaren Herzerkrankungen ist bei Männern mittleren Alters signifikant, aber auch Frauen sind betroffen, wenn auch oft mit anderen Symptomen im Vordergrund.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Entstehung von Arteriosklerose ist ein komplexer Prozess, der durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst wird. Man unterscheidet zwischen nicht beeinflussbaren und beeinflussbaren Risikofaktoren.

Nicht beeinflussbare Risikofaktoren umfassen ein höheres Lebensalter, das männliche Geschlecht und eine genetische Veranlagung, insbesondere bei familiärer Hypercholesterinämie.

Beeinflussbare Risikofaktoren, die direkt oder indirekt die Gefäßgesundheit beeinträchtigen, sind:

  • Rauchen: Schädigt die Gefäßwände, senkt das HDL-Cholesterin und erhöht die Thromboseneigung.
  • Bluthochdruck (Hypertonie): Erhöhter Druck belastet die Gefäßwände und führt zu Endothelschäden.
  • Fettstoffwechselstörungen: Erhöhte LDL-Cholesterin- und/oder Triglyzeridspiegel sowie erniedrigtes HDL-Cholesterin fördern die Ablagerung von Cholesterin in den Gefäßwänden.
  • Diabetes mellitus: Kann die Gefäßwände direkt schädigen und wird als Hochrisikofaktor eingestuft.
  • Übergewicht und Adipositas: Insbesondere viszerales Bauchfett ist mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes verbunden.
  • Bewegungsmangel: Fördert Übergewicht und dessen Folgeerkrankungen.
  • Ungesunde Ernährung: Eine hochkalorische Ernährung mit wenig Obst, Gemüse und Ballaststoffen sowie einem hohen Anteil an verarbeiteten Lebensmitteln und Transfettsäuren ist problematisch.
  • Chronischer Stress und Schlafmangel: Können sich negativ auf das Herz-Kreislauf-System auswirken.
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Zudem spielen Faktoren wie ein erhöhtes Homocystein, erhöhtes Lipoprotein A und erhöhte Entzündungswerte (CRP) eine Rolle.

Arteriosklerose: Essen für freie GefäßeArteriosklerose: Essen für freie Gefäße

Entstehung und Verlauf

Die Arteriosklerose entwickelt sich über Jahrzehnte und durchläuft mehrere Phasen:

  1. Gefäßschädigung: Eine Dysfunktion des Endothels, der inneren Zellschicht der Blutgefäße, tritt auf. Dies ermöglicht das Einwandern von Substanzen wie LDL-Cholesterin.
  2. Entzündung: Oxidiertes LDL wird als Fremdstoff erkannt, was eine Immunreaktion auslöst. Makrophagen nehmen das LDL auf und wandeln sich in Schaumzellen um.
  3. Wucherung glatter Gefäßmuskelzellen: Wachstumsfaktoren führen zur Vermehrung von Muskelzellen, was die Gefäßwand verdickt und zur Gefäßverengung beiträgt.
  4. Schaumzellbildung: Die Ansammlung von LDL in Makrophagen führt zur Bildung von Schaumzellen, die als Lipidflecken sichtbar werden.
  5. Atheromatöse Plaques: Es bilden sich Plaques aus Bindegewebe, Schaumzellen, Lipiden und Kalzium. Eine dünner werdende fibröse Kappe über der Plaque macht sie instabil.
  6. Ischämie und Thrombose: Wenn die Plaque aufbricht, versucht das Gerinnungssystem, die Stelle zu verschließen. Dies kann zu einer Gefäßverengung oder einem kompletten Verschluss (Thrombose) führen, was Gewebeschäden wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zur Folge hat.

Symptome

Die Arteriosklerose selbst verläuft lange Zeit symptomfrei. Erst wenn die Gefäße signifikant verengt sind oder ein Verschluss auftritt, manifestieren sich spezifische Symptome, abhängig von der betroffenen Körperregion.

Häufige Begleit- und Folgeerkrankungen sowie Komplikationen

Die Verhärtung und Verengung der Arterien kann zu einer Reihe von Folgeerkrankungen führen:

  • Herz: Koronare Herzerkrankungen, Angina Pectoris, Herzinsuffizienz, Herzinfarkt und plötzlicher Herztod.
  • Gehirn: Schlaganfall (Apoplex) durch Gefäßverschluss oder Hirnblutung.
  • Extremitäten: Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), die bis zur Gangrän (Gewebenekrose) führen kann.
  • Nieren: Nierenfunktionsstörungen und Bluthochdruck.

Diagnostik

Die Diagnose von Arteriosklerose erfolgt oft erst nach dem Auftreten einer akuten Komplikation. Vorsorgeuntersuchungen können jedoch eine Früherkennung ermöglichen. Methoden umfassen Ultraschalluntersuchungen der Halsschlagadern und Beinarterien, Angiografien, Laboranalysen (Cholesterinwerte, Blutzucker, Entzündungswerte) sowie bildgebende Verfahren wie Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT).

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Therapie

Eine ursächliche medikamentöse Therapie der Arteriosklerose existiert nicht. Die Behandlung konzentriert sich auf die Linderung von Begleit- und Folgeerscheinungen sowie die Modifikation von Risikofaktoren.

Ernährungsziele und diätetische Prinzipien zur Prävention

Die Ernährung spielt eine zentrale Rolle bei der Prävention und Therapie der Arteriosklerose. Grundlegende Ziele sind die Normalisierung des Körpergewichts und die Optimierung von Risikofaktoren.

Diätetische Prinzipien umfassen:

  • Bedarfsgerechte Energiezufuhr.
  • Moderater Alkoholkonsum.
  • Angepasste Kohlenhydratzufuhr und geringer Zuckerkonsum zur Stabilisierung des Insulinspiegels.
  • Erhöhte Aufnahme entzündungshemmender Lebensmittel.
  • Bevorzugung qualitativ hochwertiger Fette.
  • Gesteigerte Ballaststoffzufuhr.

Untersuchte Kostformen

Studien haben gezeigt, dass eine herzgesunde Ernährung auf folgenden Säulen basiert:

  • Bevorzugung von ungesättigten Fetten gegenüber gesättigten und Transfetten.
  • Erhöhte Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren aus Fisch, Pflanzenölen und Nüssen.
  • Eine Kost reich an Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, arm an Weißmehlprodukten.

Mediterrane Ernährung

Die mediterrane Diät gilt als besonders empfehlenswert zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie zeichnet sich aus durch einen hohen Anteil an Gemüse, Obst, Olivenöl, Nüssen, Hülsenfrüchten und Fisch, während rotes Fleisch und verarbeitete Produkte nur selten konsumiert werden. Diese Ernährungsweise konnte in Studien das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse signifikant senken.

Nährstoffe und Nahrungsinhaltsstoffe

Die Auswirkungen einzelner Nährstoffe auf die Arteriosklerose sind komplex und oft schwer von anderen Risikofaktoren zu trennen.

  • Gesättigte Fettsäuren: Ihre Rolle wird kontrovers diskutiert. Aktuelle Meta-Analysen deuten darauf hin, dass ein Zusammenhang mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko nicht eindeutig belegt ist, insbesondere wenn sie durch ungesättigte Fettsäuren ersetzt werden.
  • Ungesättigte Fettsäuren: Einfach (MUFA) und mehrfach ungesättigte Fettsäuren (PUFA) werden als vorteilhaft angesehen. Der Austausch von gesättigten Fettsäuren durch ungesättigte kann die Blutfettwerte positiv beeinflussen.
  • Omega-3-Fettsäuren: Eine höhere Zufuhr wird mit einer geringeren Sterblichkeit und einem reduzierten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht.
  • Trans-Fettsäuren: Eine hohe Aufnahme, insbesondere aus industriell gehärteten Fetten, ist mit einem deutlich erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert.
  • Cholesterin: Eine cholesterinarme Ernährung hat nur geringe Auswirkungen auf den Cholesterinspiegel, es sei denn, es liegen genetische Defekte vor. Oxidiertes Cholesterin in verarbeiteten Lebensmitteln ist jedoch bedenklich.
  • Antioxidantien: Vitamine wie Vitamin E und C sowie sekundäre Pflanzenstoffe aus Obst und Gemüse können durch ihre antioxidative Wirkung die LDL-Oxidation hemmen und somit zur Prävention beitragen.
  • B-Vitamine: Sind wichtig für den Abbau von Homocystein, dessen erhöhte Spiegel mit einem erhöhten KHK-Risiko in Verbindung gebracht werden.
  • Vitamin D: Kann das Immageschehen modulieren und die Arteriosklerose-Entwicklung hemmen.
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Nahrungsergänzungsmittel

Die US Preventive Services Task Force rät von der routinemäßigen Supplementation mit Beta-Carotin oder Vitamin E zur Vorbeugung von Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ab. Für die meisten anderen Vitamine und Mineralstoffe gibt es keine ausreichende Evidenz für einen Nutzen bei gesunden Erwachsenen. Eine Supplementation kann jedoch für bestimmte Risikogruppen wie Schwangere oder Veganer sinnvoll sein.

Mitgliederservice (Downloads)

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