Erkältung und Grippe: Was hilft wirklich? Ein Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse

Die kalte Jahreszeit rückt näher und damit auch die Hochsaison für Erkältungen und grippale Infekte. Viele Menschen greifen dann zu rezeptfreien Medikamenten, Hausmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln in der Hoffnung auf schnelle Linderung. Doch welche Behandlungsmethoden sind wissenschaftlich belegt und welche nicht? Dieser Artikel gibt einen Überblick über die aktuelle Forschungslage und hilft Ihnen, die effektivsten Strategien zur Vorbeugung und Behandlung von Atemwegsinfektionen zu identifizieren.

Von der Forschung zur Praxis: Was die Wissenschaft sagt

Die Forschung zu Erkältungen und Grippe ist vielfältig und reicht von der Untersuchung der Wirksamkeit von Schmerzmitteln und abschwellenden Nasentropfen bis hin zur Bewertung pflanzlicher Heilmittel und Nahrungsergänzungsmittel. Insbesondere bei grippalen Infekten, die durch Influenzaviren verursacht werden, ist eine Unterscheidung zur gewöhnlichen Erkältung wichtig. Das Robert Koch-Institut (RKI) informiert umfassend über das Krankheitsbild und die saisonale Verbreitung von Influenza.

Schmerzmittel und abschwellende Mittel: Linderung bei Symptomen

Bei Symptomen wie Kopfschmerzen, Fieber und Schnupfen kommen häufig nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Paracetamol zum Einsatz. Eine Meta-Analyse von Choi et al. (2013) verglich die Wirksamkeit und Sicherheit von NSAR im Vergleich zu Acetaminophen (Paracetamol) zur Linderung von Erkältungssymptomen. Andere systematische Übersichtsarbeiten belegen die Wirksamkeit von NSAR bei Erkältungen. Auch abschwellende Nasentropfen können kurzfristig Erleichterung verschaffen, doch ihre Anwendung sollte begrenzt sein, um einen Gewöhnungseffekt zu vermeiden. Antihistaminika in Kombination mit abschwellenden Mitteln und Schmerzmitteln können ebenfalls zur Symptomlinderung beitragen.

Weiterlesen >>  Canephron®: Natürliche Unterstützung bei Harnwegsbeschwerden

Pflanzliche Heilmittel und Nahrungsergänzungsmittel: Eine kritische Betrachtung

Viele Menschen schwören auf pflanzliche Mittel und Nahrungsergänzungsmittel zur Stärkung des Immunsystems oder zur Bekämpfung von Infekten.

  • Echinacea: Mehrere systematische Übersichtsarbeiten haben die Wirksamkeit von Echinacea zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungen untersucht. Die Ergebnisse sind uneinheitlich, wobei einige Studien eine leichte Wirksamkeit nahelegen, während andere keinen signifikanten Nutzen feststellen konnten.
  • Vitamin C: Die Rolle von Vitamin C bei Erkältungen ist seit langem ein Thema wissenschaftlicher Diskussionen. Während einige Studien auf eine leichte verkürzende Wirkung auf die Erkältungsdauer bei regelmäßiger Einnahme hindeuten, konnten andere keinen Nutzen bei der Verhinderung von Erkältungen nachweisen.
  • Vitamin D: Die Supplementierung mit Vitamin D zur Vorbeugung akuter Atemwegsinfektionen wurde ebenfalls intensiv erforscht. Meta-Analysen deuten darauf hin, dass Vitamin-D-Supplemente das Risiko, an einer akuten Atemwegsinfektion zu erkranken, reduzieren können, insbesondere bei Personen mit Vitamin-D-Mangel.
  • Honig: Bei Husten im Kindesalter hat sich Honig als wirksam erwiesen, um die Hustenhäufigkeit und -schwere zu reduzieren. Er stellt eine gute Alternative zu Hustenstillern dar.
  • Eukalyptus: Extrakte aus Eukalyptus werden traditionell zur Linderung von Husten eingesetzt. Eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse deutet auf eine Wirksamkeit und Sicherheit von Eukalyptus zur Hustenlinderung hin.
  • Pelargonium Sidoides: Dieses pflanzliche Mittel wird zur Behandlung akuter Atemwegsinfektionen eingesetzt. Eine Cochrane-Übersichtsarbeit fand Evidenz für die Wirksamkeit bei akuten Atemwegsinfektionen.
  • Probiotika: Die Einnahme von Probiotika zur Vorbeugung von akuten Infektionen der oberen Atemwege wird erforscht. Die Evidenz dafür ist jedoch begrenzt.
  • Homöopathie: Die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit homöopathischer Mittel zur Vorbeugung und Behandlung von akuten Atemwegsinfektionen bei Kindern ist schwach und die Studienlage uneinheitlich.
Weiterlesen >>  Proteine als Schlüssel zur Gewichtsabnahme: Ein umfassender Leitfaden

Weitere Maßnahmen und allgemeine Empfehlungen

  • Antibiotika: Antibiotika sind bei Erkältungen und Grippe unwirksam, da diese durch Viren verursacht werden. Sie sollten nur bei bakteriellen Sekundärinfektionen nach ärztlicher Verordnung eingesetzt werden.
  • Heiß-humide Luft: Das Einatmen von heißer, feuchter Luft kann bei Erkältungen helfen, die Symptome zu lindern.
  • Körperliche Interventionen: Maßnahmen wie Händewaschen und Abstandhalten sind nach wie vor die wichtigsten Strategien zur Unterbrechung der Ausbreitung von Atemwegsviren.
  • Impfung: Die Grippeimpfung ist die effektivste Maßnahme zur Vorbeugung einer Influenzaerkrankung und deren Komplikationen. Informationen zur saisonalen Grippeimpfung finden sich auf der Webseite des Robert Koch-Instituts.
  • Husten: Die Dauer eines Hustens kann variieren und oft länger anhalten, als Betroffene erwarten. Informationen hierzu bietet eine Studie in Ann Fam Med. Die S3-Leitlinie Akuter und chronischer Husten der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) bietet umfassende Empfehlungen.

Fazit und Ausblick

Die Forschung bietet eine solide Grundlage für die Behandlung von Erkältungen und Grippe. Während Schmerzmittel und abschwellende Mittel bei der Symptomlinderung helfen können, sind die wissenschaftlichen Belege für viele pflanzliche Mittel und Nahrungsergänzungsmittel weniger eindeutig. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und Hygienemaßnahmen bleiben die Eckpfeiler der Prävention. Im Krankheitsfall ist es ratsam, sich auf bewährte, wissenschaftlich gestützte Methoden zu verlassen und bei Unsicherheiten ärztlichen Rat einzuholen. Die Fachinformationen von Pschyrembel bieten eine wertvolle Ressource für allgemeine medizinische Fragen. Informieren Sie sich weiter und treffen Sie fundierte Entscheidungen für Ihre Gesundheit.