In der Welt der Cybersicherheit ist der Schutz vor Viren und Malware unerlässlich. Doch wie wird die Effektivität von Antivirenprogrammen gemessen? AV-Comparatives, ein renommiertes Testlabor, setzt auf aufwändige und realitätsnahe Tests, um die Schutzleistung von Virenscannern zu bewerten. Dieser Artikel beleuchtet die Methoden und Kriterien, die in diesen Laboren zur Anwendung kommen, und gibt Einblicke in die Bedeutung von Schutzmechanismen, Erkennungsraten und Fehlalarmen.
Die Methodik der Tests
AV-Comparatives führt zwei Haupttypen von Tests durch: den Real-World-Test und den Malware-Protection-Test. Beide verfolgen das Ziel, die Leistungsfähigkeit von Virenscannern unter verschiedenen Bedingungen zu ermitteln.
Der Real-World-Test: Schutz im Internet
Der Real-World-Test simuliert reale Angriffsszenarien aus dem Internet. Unabhängig von der verwendeten Schutztechnik – sei es Signatur, Heuristik oder Cloud-basierte Reputationsabfragen – ist das oberste Ziel, eine Infektion des getesteten Systems zu verhindern. Für maximale Chancengleichheit läuft jeder Virenscanner auf einem separaten Windows-System, das stets auf dem neuesten Stand gehalten wird. Vor jedem Testlauf wird ein manuelles Update aller Virenscanner durchgeführt. Die Scanner arbeiten in ihrer Standardkonfiguration und haben Internetzugriff. Ein automatisiertes Skript startet die Tests parallel auf allen Systemen, während eine spezielle Monitoring-Software Veränderungen protokolliert, um Infektionen zweifelsfrei festzustellen.
Der Malware-Protection-Test: Erkennung auf dem System
Als Ergänzung zum Real-World-Test, der sich auf den Infektionsvektor Internet konzentriert, wird der Malware-Protection-Test durchgeführt. Hierbei handelt es sich um einen Massentest mit Tausenden von Malware-Samples, die auf einer Festplatte gespeichert sind. Diese Methode simuliert Szenarien, in denen Schädlinge beispielsweise über USB-Sticks oder externe Festplatten auf ein System gelangen könnten. Obwohl die Virenscanner in diesem Fall nicht verhindern können, dass Malware auf das System gelangt, sollten sie diese dennoch bei einem Scan erkennen und entfernen können.
Dieser Test macht nur 20 Prozent der Gesamtschutznote aus und ist damit weniger gewichtig als der Real-World-Test. Er unterscheidet drei Fälle:
- Offline-Scan: Die Virenscanner dürfen keine Internetverbindung nutzen. Dies simuliert Situationen, in denen keine Internetverbindung verfügbar ist oder die Server des Anbieters nicht erreichbar sind.
- Online-Funktionen erlaubt: In diesem Fall dürfen die Virenscanner ihre Online-Funktionen nutzen.
- Ausführung der Malware: Bis zu diesem Punkt lagen die Schädlinge nur passiv auf dem System. Im dritten Fall werden sie von den Testern ausgeführt, und spätestens dann müssen die Virenscanner die Malware erkennen und stoppen.
Die Bedeutung von Fehlalarmen
Ein optimaler Virenscanner erkennt und stoppt jeden Schädling, ohne den Nutzer durch unnötige Abfragen zu belästigen. Fehlalarme, also die fälschliche Erkennung harmloser Dateien oder Webseiten als Bedrohung, können Verunsicherung stiften und gehören leider zum Alltag vieler Virenscanner. Diese Disziplin, die ebenfalls 20 Prozent der Bewertung ausmacht, zeigt, dass kein Virenscanner perfekt ist und Falschmeldungen auftreten können.
Im Real-World-Test treten False Positives in zwei Bereichen auf: bei fälschlich blockierten Webseiten und Dateien. Um dies zu testen, werden rund 1.000 saubere Webadressen besucht. Blockiert der Virenscanner eine dieser Seiten, zählt dies als Fehlalarm. Zusätzlich werden 100 populäre Programme getestet, die keine schädliche Funktion haben. Schlägt bei ihnen ein Virenscanner an, wird dies ebenfalls als Fehlalarm gewertet. Die sorgfältige Analyse dieser Fehlalarme ist entscheidend für die Benutzerfreundlichkeit und Vertrauenswürdigkeit eines Virenscanners.
Fazit
Die Tests von AV-Comparatives bieten einen umfassenden Einblick in die Leistungsfähigkeit von Virenscannern. Durch die Kombination von realitätsnahen Angriffsszenarien und der Bewertung von Fehlalarmen wird ein differenziertes Bild der Schutzmechanismen gezeichnet. Nutzer können sich so auf Basis fundierter Testergebnisse für ein Antivirenprogramm entscheiden, das optimalen Schutz bei minimaler Beeinträchtigung bietet. Für alle, die tiefer in die Materie einsteigen möchten, bieten excel-funktionen übersicht und martin weiß excel zusätzliche Einblicke in die digitale Welt, auch wenn diese sich auf andere Aspekte konzentrieren.

