Die Impfung gegen Mpox, auch bekannt als „Affenpocken“, verwendet denselben Impfstoff wie die Schutzimpfung gegen die echten Pocken. Die Handhabung der Impfung variiert je nach Bundesland. Sie bietet einen hohen Schutz vor einer Infektion und reduziert das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf erheblich, selbst wenn eine Ansteckung erfolgt. Diese Zusammenfassung bietet Ihnen die wichtigsten Informationen zur Impfung gegen Mpox im Frage-Antwort-Format. Die Angaben gelten nach aktuellem Kenntnisstand auch für die Variante „Klade“ 1b.
Die wichtigsten Fakten zur Impfung
Der in der EU zugelassene Impfstoff Imvanex ist für Personen ab 12 Jahren zur Impfung gegen Mpox freigegeben und wirkt auch gegen die Variante 1b. Eine Impfung wird Personen empfohlen, die Kontakt mit dem Erreger hatten (Postexpositionsprophylaxe). Präventiv wird sie insbesondere Männern empfohlen, die Sex mit wechselnden Männern haben. Der Impfstoff bietet einen guten Schutz vor Ansteckung und einen hohen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen. Generell wird der Impfstoff sehr gut vertragen, jedoch müssen Versicherte die Kosten oft zunächst selbst tragen und sich diese anschließend von der Krankenkasse erstatten lassen. Auch Menschen mit HIV können sich impfen lassen.
Wer sollte sich impfen lassen?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) gibt klare Empfehlungen für bestimmte Personengruppen heraus. Es wird zwischen zwei Impfanlässen unterschieden: der Impfung nach Kontakt mit dem Mpox-Erreger (Postexpositionsprophylaxe) und der Impfung vor möglichem Kontakt für Personen mit erhöhtem Risiko.
Nachträgliche Impfung (Postexpositionsprophylaxe)
Eine nachträgliche Impfung wird vor allem empfohlen nach:
- Engem körperlichen Kontakt über Haut oder Schleimhäute mit einer infizierten Person (z. B. beim Sex oder im gemeinsamen Haushalt).
- Kontakt in medizinischer Versorgung ohne ausreichende Schutzausrüstung.
- Ungeschütztem Kontakt von Laborpersonal mit nicht inaktiviertem Mpox-Material.
Die Impfung sollte so früh wie möglich erfolgen, idealerweise innerhalb von 14 Tagen nach potentiellem Kontakt und nur, wenn noch keine Symptome vorliegen.
Vorbeugende Impfung
Da Mpox-Infektionen in Deutschland überwiegend bei Männern auftraten, die Sex mit Männern haben (MSM), wird eine Impfung für diese Gruppe, sowie für trans und nicht-binäre Personen mit wechselnden männlichen Partnern und Sexarbeiter*innen empfohlen. Dies dient dem Schutz vor Ansteckung oder schweren Verläufen. Ebenso wird eine Impfung für Laborpersonal mit Kontakt zu infektiösen Proben empfohlen.
Impfschema und Verabreichung
Der Impfstoff wird in der Regel als subkutane Injektion am Oberarm verabreicht. Die Anzahl der Dosen variiert:
- Personen ohne vorherige Pockenimpfung erhalten zwei Dosen im Abstand von mindestens 28 Tagen.
- Personen, die bereits gegen echte Pocken geimpft wurden, benötigen in der Regel nur eine Dosis.
- Menschen mit HIV sollten immer zwei Dosen erhalten, unabhängig von einer früheren Pockenimpfung.
Sicherheit und Nebenwirkungen
Der Impfstoff Imvanex enthält eine abgeschwächte Virusform, die keine Erkrankung auslöst und sich nicht in menschlichen Zellen vermehren kann. Die Sicherheit wurde in Studien mit über 2000 Personen bestätigt. Häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Muskelschmerzen und Reaktionen an der Einstichstelle, die meist nach wenigen Tagen abklingen.
Schutzwirkung und Wirkungsdauer
Ein gewisser Schutz besteht bereits etwa zwei Wochen nach der ersten Impfdosis. Die Grundimmunisierung wird mit einer zweiten Dosis abgeschlossen, die mindestens 28 Tage später verabreicht wird. Studien zufolge liegt die Schutzwirkung nach der ersten Dosis bei etwa 76 % und nach der zweiten Dosis bei 82 %. Die zweite Dosis verlängert zudem die Dauer des Impfschutzes. Trotz der hohen Wirksamkeit ist kein 100%iger Schutz garantiert, weshalb ergänzende Schutzmaßnahmen wichtig bleiben. Der Schutz nach nur einer Dosis lässt vermutlich nach etwa zwei Jahren nach. Bei Personen, die in der Kindheit gegen Pocken geimpft wurden, reicht oft eine Auffrischungsimpfung. Nach durchgemachter Mpox-Erkrankung besteht nach aktuellem Wissen über mehrere Jahre ein Immunschutz, eine Impfung ist dann nicht notwendig.
Schutzwirkung gegen neue Varianten
Das Robert Koch-Institut geht davon aus, dass die Impfung auch gegen die neue Variante „Klade“ 1b wirksam ist.
Vorherige Pockenimpfung und Mpox-Schutz
Die Pockenimpfung, die in Deutschland bis 1976 (BRD) bzw. 1982 (DDR) Pflicht war, bietet auch einen gewissen Schutz gegen Mpox. Dennoch wird eine nachträgliche oder vorbeugende Impfung empfohlen, wobei hier in der Regel eine Dosis ausreicht.
Eine Pockenimpfnarbe am Oberarm kann auf eine frühere Schutzimpfung hinweisen. (Bild: Cristian Storto Fotografia | iStockphoto)
Impfung nach durchgemachter Erkrankung
Wer Mpox durchgemacht hat, benötigt nach aktuellem Wissensstand keine Impfung, da die natürliche Immunantwort über mehrere Jahre Schutz bietet.
Kostenübernahme der Impfung
Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für Versicherte, auf die die STIKO-Empfehlung zutrifft. Private Krankenkassen übernehmen die Kosten oft ebenfalls, dies sollte jedoch im Vorfeld geklärt werden. In einigen Bundesländern, wie Brandenburg und Sachsen-Anhalt, muss die Impfung zunächst privat bezahlt werden, die Kosten werden jedoch in der Regel erstattet. Zu den Kosten zählen neben dem Impfstoff auch ärztliche Beratungs- und Aufklärungskosten sowie die Impfleistung selbst.
Impfmöglichkeiten
Die Mpox-Impfung ist Teil der Schutzimpfungsrichtlinie und wird von vertragsärztlichen Praxen („Kassenärzt*innen“) angeboten, sofern die Indikation vorliegt. Auch einige Gesundheitsämter führen Impfungen durch. In Städten wie Berlin können sich auch Nichtversicherte impfen lassen. Informationen zu Impfmöglichkeiten bieten die lokalen Aidshilfen und Gesundheitsämter. Adressen von Gesundheitsämtern sind über das Suchtool des RKI verfügbar. Der Impfstoff kann von jeder Apotheke über spezialisierte Großhändler bezogen werden.
Für weitere Informationen zu Affenpocken besuchen Sie: Alle Infos zu den Affenpocken.

