Wenn Sie als professioneller Videobearbeiter tätig sind, ist ein zuverlässiger Computer unerlässlich. Unerklärliche Systemabstürze können nicht nur frustrierend sein, sondern auch erhebliche Auswirkungen auf Ihre Arbeitsabläufe und Projekte haben. Dieses Problem tritt häufig bei der Nutzung von leistungsintensiver Software wie Adobe Premiere Pro auf, wie ein aktueller Fall eines iMac-Nutzers zeigt. Nach monatelanger Fehlersuche und der Zusammenarbeit mit Support-Teams von Apple und Adobe bleibt die Ursache für unerwartete Systemabschaltungen während der Bearbeitung unklar.
Technische Details und aufgetretene Probleme
Der betroffene iMac ist ein Retina 5K, 27 Zoll, 2017 Modell mit einem 4,2 GHz Intel Core i7 Prozessor, 32 GB RAM und einer Radeon Pro 580 Grafikkarte mit 8 GB VRAM. Installiert ist macOS Mojave (10.14.2) und Adobe Premiere Pro CC 2019. Die Abstürze ereignen sich während einfacher Bearbeitungsfunktionen wie Abspielen, Stoppen, Überschreiben, Navigation durch die Timeline mittels Pfeiltasten sowie Kopieren und Einfügen. Es handelt sich nicht um spezifische Rendering-Vorgänge, die die Abstürze auslösen. Die Probleme traten erstmals unter macOS High Sierra und Premiere Pro 2018 auf und bestanden auch nach dem Upgrade auf die neuesten Versionen fort.
Bisherige Lösungsversuche und Support-Interaktionen
Der Benutzer hat umfangreiche Fehlersuche betrieben und dabei sowohl Apple Support als auch Adobe Support kontaktiert. Apple Support-Techniker und das lokale Apple Store-Team führten eine Woche lang Tests durch, ohne jedoch ein Problem mit dem iMac festzustellen. Die Diagnosetools zeigten keine Fehler an. Auch die Interaktion mit dem Adobe Support verlief wenig ergiebig. Ein Techniker schlug eine Änderung von Berechtigungen vor, was das Problem nicht löste. Ein weiterer Techniker riet zur Ausführung von Premiere Pro im abgesicherten Modus, was jedoch die Audioüberwachung deaktivierte und die Bildanzeige stark einschränkte. Dies führte zu der Schlussfolgerung, dass das Problem beim iMac liegen müsse, da Adobe im abgesicherten Modus funktionierte.
Durchgeführte Fehlerbehebungsschritte
Es wurden zahlreiche grundlegende Fehlerbehebungsschritte für Kernel-Panics unternommen:
- SMC-Reset (System Management Controller): Zurücksetzen der systemweiten Steuerung.
- PRAM-Reset (Parameter RAM): Zurücksetzen von speicherresidenten Parametern.
- Peripheriegeräte abtrennen: Alle externen Geräte wurden entfernt, um mögliche Konflikte auszuschließen.
- Festplattendienstprogramm: Überprüfung und Reparatur der Festplatte.
- Malwarebytes Anti-Malware: Scan auf schädliche Software, wobei keine Bedrohungen gefunden wurden.
- Test mit anderen Stromquellen: Der iMac wurde sowohl an einer unterbrechungsfreien Stromversorgung (UPS) als auch direkt an einer Steckdose, einer anderen Steckdosenleiste und in einem anderen Raum betrieben, ohne dass sich das Problem änderte.
- Neuinstallation des Betriebssystems und der Software: Der iMac wurde gelöscht, macOS Mojave und Adobe Premiere Pro 2019 wurden sauber neu installiert. Es wurden keine weiteren Programme oder Dateien auf dem iMac installiert.
- Verwendung des internen Laufwerks: Sämtliche Medien wurden auf das interne Laufwerk verschoben, um Tests ohne Peripheriegeräte durchzuführen. Die Abstürze traten weiterhin auf.
- Deaktivierung von iCloud und Creative Cloud Sync: Es wurde geprüft, ob Synchronisierungsprozesse die Abstürze verursachen, was jedoch keine Änderung brachte.
- Wiederherstellung über Time Machine: Der Versuch, den iMac auf ein früheres Backup vor Beginn der Abstürze zurückzusetzen, war ebenfalls erfolglos.
Die Abstürze treten sporadisch auf; manchmal innerhalb von Minuten, manchmal erst nach ein bis zwei Stunden Bearbeitungszeit. Es spielt keine Rolle, ob mit neuen oder älteren Projekten und Medien gearbeitet wird. Im Gegensatz dazu funktioniert ein anderer iMac-Laptop, der dieselben Projekte mit denselben Medien bearbeitet, ohne Probleme.
Diese fortwährenden und schwerwiegenden Probleme unterstreichen die Notwendigkeit einer gründlichen Analyse und Lösung, um die Arbeitsfähigkeit von Videobearbeitern wiederherzustellen.
Mögliche Ursachen und weitere Schritte
Obwohl alle grundlegenden Software- und Hardware-Tests keine Defekte aufzeigen, deuten die konsistenten Abstürze während der Nutzung von Adobe Premiere Pro auf ein komplexes Zusammenspiel zwischen der Software, dem Betriebssystem und der spezifischen Hardware-Konfiguration des iMac hin. Mögliche, aber schwer zu diagnostizierende Ursachen könnten sein:
- Tiefergehende Hardware-Probleme: Seltene Fehlerkomponenten, die von Standarddiagnosetools nicht erkannt werden.
- Software-Konflikte: Interaktionen zwischen macOS, Premiere Pro und möglicherweise im Hintergrund laufenden Prozessen, die nicht offensichtlich sind.
- Problem mit Grafikkartentreibern: Obwohl die Grafikkarte als solche möglicherweise intakt ist, könnten spezifische Treiberversionen in Verbindung mit Premiere Pro Probleme verursachen.
- Überhitzung: Trotz fehlender offensichtlicher Anzeichen könnte eine unzureichende Wärmeableitung unter Last zu Abschaltungen führen.
Angesichts der bisherigen Erfahrungen ist es ratsam, weitere spezialisierte Foren und Communities zu konsultieren, die sich mit Adobe Premiere Pro und macOS-Problemen befassen. Möglicherweise haben andere Benutzer ähnliche Konstellationen erlebt und Lösungen gefunden. Eine detaillierte Protokollierung der Systemaktivitäten zum Zeitpunkt des Absturzes könnte ebenfalls hilfreich sein, um die genauen Auslöser zu identifizieren.

