Nachhaltigkeitsbericht: adidas’ Engagement für eine grünere Zukunft

adidas setzt sich intensiv dafür ein, die Umweltauswirkungen seiner Betriebsstätten und der gesamten Wertschöpfungskette zu minimieren. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Dekarbonisierung durch Reduzierung des absoluten Energieverbrauchs und der CO2e-Emissionen sowie dem Übergang zu sauberer Energie. Gleichzeitig strebt das Unternehmen eine stetige Erhöhung des Einsatzes nachhaltigerer Materialien und den Ausbau zirkulärer Dienstleistungen an. Auch die Wassereffizienz und -qualität bleiben im Fokus, unterstützt durch ein fortschrittliches Chemikalienmanagement.

DEKARBONISIERUNG: CLIMATE ACTION BEI ADIDAS

Angesichts der globalen Herausforderung Klimawandel hat adidas sich wissenschaftlich fundierte Dekarbonisierungsziele gesetzt, um den Anstieg der globalen Temperaturen zu begrenzen. Bis 2025 strebt das Unternehmen Klimaneutralität (CO2e) in den eigenen Betrieben an. Bis 2030 sollen die absoluten Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette um 30 % gegenüber dem Basisjahr 2017 reduziert werden, mit dem Ziel, bis 2050 Klimaneutralität über die gesamte Wertschöpfungskette zu erreichen. adidas unterstützt zudem globale Initiativen wie den Fashion Pact und die UN Fashion Industry Charter for Climate Action. Die Science Based Targets initiative (SBTi) erkannte die Ziele von adidas im Frühjahr 2021 an.

Ein wesentlicher Bestandteil dieser Bemühungen ist das “Environmental Footprint Tool”, das es adidas ermöglicht, Umweltauswirkungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu quantifizieren, zu überwachen und transparent darzustellen – von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung der Produkte. Dieses Tool ist entscheidend für das Verständnis der Emissionsquellen und die Festlegung von Reduktionszielen. Für 2022 ist die vollständige Integration des Tools in bestehende Datensysteme geplant, um Echtzeit-Simulationen zu ermöglichen. Die Ergebnisse für 2021 zeigen, dass der Großteil der Umweltauswirkungen (über 90 %) in der Lieferkette entsteht, insbesondere bei der Produktion und Verarbeitung von Rohstoffen. Daher ist die Zusammenarbeit mit Lieferanten zur Reduzierung ihrer Emissionen und die Suche nach nachhaltigeren Rohmaterialien ein Kernbestandteil des Programms.

LIEFERKETTE: NACHHALTIGKEIT IN DER PRODUKTION

Angesichts des erheblichen Anteils der Umweltauswirkungen, die in der Lieferkette entstehen, konzentriert sich adidas nicht nur auf Produktqualität und pünktliche Lieferung, sondern auch auf die Zusammenarbeit mit Lieferanten zur Optimierung ihres Umweltfußabdrucks in Bezug auf Energieverbrauch, CO2-Emissionen, Wasser, Abwasser, Chemikalien und Abfall. Strategische Lieferanten auf Tier-1- und Tier-2-Ebene sind in das Umweltprogramm eingebunden und erhalten Schulungen zur Erreichung ihrer Umweltziele.

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Im Jahr 2021 wurden Lieferanten befähigt, eigene Dekarbonisierungsgeschäftsstrategien zu entwickeln. Zudem wurden sie ermutigt, am “UNFCCC Climate Action Training” teilzunehmen. Initiativen zur Förderung erneuerbarer Energien und zur Steigerung der Energieeffizienz wurden vorangetrieben:

  • Zunahme erneuerbarer Energien: Bis 2025 sollen die Emissionen durch verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien auf dem Niveau von 2017 gehalten werden. Die Installation von Dachsolaranlagen bei Lieferanten wurde gefördert, und die Kapazität stieg 2021 auf 93 MWp.
  • Ausphasen von Kohleheizkesseln: Bis spätestens 2025 sollen kohlebefeuerte Kessel bei allen direkten Lieferanten auf Tier 1 und Tier 2 ausgemustert werden. Machbarkeitsstudien und Schulungen unterstützen diesen Prozess.
  • Vorbereitung von Lieferanten in Vietnam: In Vietnam wurde wichtige technische Unterstützung für die Nutzung von Stromabnahmeverträgen (DPPA) für erneuerbare Energien geleistet.
  • Steigerung der Energieeffizienz: Ein Selbstverwaltungsmodell für Lieferanten wurde etabliert, was zu einer Reduzierung des Energieverbrauchs um 3 % im Vergleich zu 2019 führte.
  • Branchenweite Schulungen in Asien: Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) wurde ein Online-Schulungsprogramm zu Klimaschutzmaßnahmen entwickelt und ausgerollt.

Darüber hinaus wurden die Wassereinsparungsbemühungen ausgeweitet, mit dem Ziel, die Wasserintensität bis 2025 um 40 % gegenüber 2017 zu reduzieren. Im Jahr 2021 erreichten Tier-1-Lieferanten eine Reduzierung von 15 % und Tier-2-Lieferanten von 18 %. Die Abfallvermeidungsrate bei Lieferanten im Umweltprogramm lag Ende 2021 bei 93 %, unterstützt durch Programme zur Nutzung von Produktionsabfällen als Energiequelle.

CHEMIKALIENMANAG: SICHERE PRODUKTE DURCH GANZHEITLICHEN ANSATZ

adidas verfolgt seit Jahren ein ganzheitliches Chemikalienmanagementprogramm. Ziel ist es, gefährliche Chemikalien zu vermeiden, die Chemikalienhandhabung in der Lieferkette zu überwachen und die Leistung der Lieferanten öffentlich zu berichten.

  • Sicheres Input-Chemikalienmanagement: Lieferanten werden angehalten, Chemikalien gemäß dem höchsten Konformitätslevel (Stufe 3) der Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC) Manufacturing Restricted Substances List (MRSL) zu verwenden. Ende 2021 erreichten 42 % der Lieferantenanlagen die ZDHC MRSL Stufe 3, mit dem Ziel von 80 % bis 2025.
  • Überwachung des Output-Chemikalienmanagements: Das Abwassermanagement ist kritisch für die Textilindustrie. 87 % der Lieferanten erreichten 2021 das ZDHC “Foundational Level” für Abwasserqualität, womit das Ziel von 80 % bis 2025 übertroffen wurde.
  • Branchenweite Zusammenarbeit: adidas unterstützt die ZDHC bei der Entwicklung technischer Leitlinien und arbeitet mit Industriepartnern zusammen, um das Verständnis und die Transparenz bezüglich gefährlicher Chemikalien in recycelten Materialien zu verbessern.
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TRANSPORTATION: UMWELTFREUNDLICHE LOGISTIK

Die Umweltauswirkungen des Transports werden kontinuierlich erfasst. Trotz eines Anstiegs des Luftfrachtverkehrs im Jahr 2021 zur Bewältigung von Lieferkettenherausforderungen, fand der Großteil des Transports weiterhin per Seefracht statt (97 % bei Schuhen, 93 % bei Bekleidung, 72 % bei Accessoires und Ausrüstung).

MEHR NACHHALTIGE MATERIALIEN: INNOVATION UND ZIRKULARITÄT

adidas hat sich zum Ziel gesetzt, den Einsatz nachhaltigerer Materialien in Produktion, Produkten und Geschäften stetig zu erhöhen. Bis 2025 sollen 90 % der Artikel nachhaltig sein, definiert durch den Einsatz von umweltfreundlicheren Materialien wie recycelten Fasern oder nachhaltigerer Baumwolle. Innovative Materialien wie biobasierte Kunststoffe werden ebenfalls erforscht und eingesetzt.

Die Kriterien für nachhaltige Artikel variieren je nach Produktkategorie, wobei ein Mindestanteil an umweltfreundlichen Materialien erforderlich ist. Für 2021 wurde eine Neudefinition der Standards vorgenommen, was zu einer Steigerung des Anteils nachhaltiger Artikel führte.

Die Basis für umweltfreundliche Materialien bilden:

  • Nachhaltigere Baumwolle: Seit Ende 2018 bezieht adidas zu 100 % nachhaltigere Baumwolle.
  • Recyceltes Polyester: Bis 2024 soll virgin Polyester durch recyceltes Polyester ersetzt werden, wo immer möglich. 91 % des 2021 verwendeten Polyesters war bereits recycelt.
  • Parley Ocean Plastic: In Zusammenarbeit mit “Parley for the Oceans” wird aus Plastikmüll der Meere und Küstenregionen Garn hergestellt, das als Ersatz für virgin Kunststoff in adidas-Produkten verwendet wird. 2021 wurden fast 18 Millionen Paar Schuhe mit Parley Ocean Plastic produziert.

Darüber hinaus adressiert adidas das Problem der Mikroplastikfreisetzung durch die Beteiligung am “The Microfibre Consortium” (TMC).

ZIRKULÄRE DIENSTLEISTUNGEN: PRODUKTLEBENSZYKLEN VERLÄNGERN

Neben der Verwendung recycelter Materialien erweitert adidas sein Angebot an zirkulären Dienstleistungen. Das Konzept “Made To Be Remade” (MTBR), das 2019 mit dem Futurecraft.Loop begann, wurde mit der Markteinführung des Ultraboost MTBR im April 2021 kommerzialisiert. Ergänzend dazu ermöglicht das Programm “Choose to Give Back” die Rückgabe von Sportbekleidung und -schuhen aller Marken, unabhängig von ihrem Zustand, zur Wiederverwendung oder zum Recycling.

Zudem experimentiert adidas mit innovativen Materialien wie Mycelium (Stan Smith Mylo) und arbeitet mit Start-ups zusammen, um fossile Kunststoffe durch pflanzenbasierte Rohstoffe zu ersetzen, ohne die Leistung zu beeinträchtigen. Gemeinsam mit Allbirds wurde der klimafreundlichste Performance-Laufschuh mit einem CO2e-Fußabdruck von nur 2,94 kg entwickelt.

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VERPACKUNG: REDUZIERUNG DES PLASTIKFUßABDRUCKS

adidas ist bestrebt, seinen Plastikfußabdruck global zu reduzieren. Wo Plastik unvermeidlich ist, wie bei Transportverpackungen, werden nachhaltige Alternativen gesucht. Gemeinsam mit “Fashion for Good” wurde die Entwicklung einer Recyclinginfrastruktur für gebrauchte Polybags erforscht. Bis Ende 2021 wurden nahezu alle Polybags von Lieferantenanlagen von Neuware auf 100 % recyceltes LDPE umgestellt.

PRODUKTSICHERHEIT UND -INTEGRITÄT: HÖCHSTE STANDARDS

Produktsicherheit hat oberste Priorität.adidas verfügt über unternehmensweite Richtlinien, die die Einhaltung physischer und chemischer Sicherheits- und Konformitätsstandards gewährleisten. Die “Restricted Substances Policy (A-01)”, die 1998 eingeführt wurde, deckt die strengsten lokalen Anforderungen ab und wird jährlich aktualisiert. Ein “Product Safety and Compliance”-Arbeitsbereich im Intranet bietet Mitarbeitern die notwendigen Informationen. Eigene und externe Labore überwachen die Materialproben auf Konformität. Im Jahr 2021 gab es keine Produktrückrufe. adidas trägt maßgeblich zur branchenweiten “Restricted Substances List” (RSL) bei und arbeitet an der Pilotierung eines Bewertungstools für Laboratorien.

EIGENE BETRIEBE: KLIMANEUTRALITÄT BIS 2025

Die eigenen Betriebsstätten, Distributionszentren und Einzelhandelsgeschäfte umfassen eine Gesamtfläche von über 3,6 Millionen m². Bis 2025 strebt adidas Klimaneutralität (CO2e) in diesen Bereichen an, verbunden mit einer Reduzierung des Wasserverbrauchs und einer Steigerung der Abfallvermeidungsrate auf 95 %.

  • Dekarbonisierung: Maßnahmen wie die Installation erneuerbarer Energien, Energieeffizienzsteigerung und der Bezug von Ökostrom werden umgesetzt. 2021 wurden 13 Initiativen zur Dekarbonisierung durchgeführt, darunter Solarprojekte und Energieeffizienzmaßnahmen in Distributionszentren. Der Stromverbrauch in Europa und Nordamerika stammt zu 100 % aus erneuerbaren Quellen.
  • Wassereffizienz: Investitionen in effizientere Systeme und die Abwasseraufbereitung führen zu einer Reduzierung des Wasserverbrauchs.
  • Abfallvermeidungsraten: Eine Steigerung der Abfallvermeidungsrate auf 92 % wurde erreicht.
  • Nachhaltige Prozesse: Das Integrierte Managementsystem (IMS) sichert ISO-Zertifizierungen (u.a. ISO 14001 für Umweltmanagement), die zur Erreichung der Umweltziele beitragen.
  • Grüne Gebäude: adidas setzt auf “Green Building”-Zertifizierungen wie LEED und BREEAM für neue Anlagen und Renovierungen.
  • Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz: Die Einhaltung des ISO-Standards 45001 gewährleistet ein sicheres Arbeitsumfeld. Die Unfallraten (Lost Time Incident Rate) waren 2021 niedrig.

Mit diesen umfassenden Maßnahmen unterstreicht adidas sein Engagement für eine nachhaltigere Zukunft und eine verantwortungsvolle Unternehmensführung.