Der Wunsch nach Gewichtsverlust ist bei vielen Deutschen präsent, doch der Weg dorthin ist oft steinig. Eine Methode, die in den 1970er Jahren für Furore sorgte und bis heute Anhänger findet, ist die Atkins-Diät. Sie verspricht schnelles Abnehmen durch den weitgehenden Verzicht auf Kohlenhydrate. Doch was steckt wirklich hinter diesem Ansatz, und welche Vor- und Nachteile bringt er mit sich? Ernährungsumstellung abnehmen kann eine Herausforderung sein, und die Atkins-Diät stellt dabei eine besondere Form dar.
Das Prinzip der Atkins-Diät: Kohlenhydratverzicht als Schlüssel
Die Atkins-Diät, entwickelt vom amerikanischen Arzt Dr. Robert Atkins, basiert auf der Prämisse, dass eine stark kohlenhydratreduzierte Ernährung den Stoffwechsel so verändert, dass der Körper vermehrt Fett verbrennt. Im Kern bedeutet dies: Verzicht auf zuckerhaltige Lebensmittel, Brot, Nudeln, Kartoffeln und viele Obstsorten. Stattdessen stehen protein- und fettreiche Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch, Käse, Eier und Wurst im Vordergrund. Erlaubt sind zudem viele Gemüsesorten, die wenig Kohlenhydrate enthalten, wie Spargel oder Brokkoli.
Mögliche kurzfristige Erfolge und gravierende Nebenwirkungen
Kurzfristig kann die Atkins-Diät tatsächlich zu einem schnellen Gewichtsverlust führen. Ernährungswissenschaftler wie Angela Clausen von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen weisen jedoch eindringlich auf mögliche Risiken hin. Eine einseitige Ernährung kann zu einem Mangel an wichtigen Vitaminen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen führen. Der hohe Konsum von salzreichen Lebensmitteln wie Wurst und Käse kann bei empfindlichen Personen den Blutdruck in die Höhe treiben.
Zu den weiteren möglichen Nebenwirkungen zählen Verstopfung, Kopfschmerzen, extreme Abgeschlagenheit, Muskelkrämpfe und Mundgeruch. Viele Menschen empfinden die strikte Einhaltung der Diät zudem als sehr schwer durchhaltbar, da der Körper nach kurzer Zeit nach gewohnten Kohlenhydratquellen verlangt.
Fett und Eiweiß: Warum sie nicht sofort “dick” machen und worauf man achten muss
Die Atkins-Diät nutzt die Tatsache, dass der Körper Fette ohne Kohlenhydrate anders verarbeitet. Dies kann dazu führen, dass die aufgenommene Fettmenge nicht so schnell auf den Hüften landet. Dennoch kann sich eine fettreiche Ernährung ungünstig auf die Blutfettwerte auswirken.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der hohe Eiweißanteil. Für Menschen mit Nierenerkrankungen kann dies gefährlich werden, da die Nieren die erhöhte Konzentration von Eiweißabbauprodukten nur schwer filtern können. Dies kann zu einer Anreicherung von Harnsäure im Blut führen und Gichtanfälle auslösen. Auch gesunde Personen sollten auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, um die Nieren zu entlasten. Langfristig sollte die Eiweißzufuhr zwei Gramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag nicht überschreiten. Der höhere Eiweißanteil sorgt zwar für eine länger anhaltende Sättigung, birgt aber Risiken.
Weiterentwicklungen und Alternativen
Auf dem Prinzip der Atkins-Diät basieren heute zahlreiche Diätvarianten wie die Dukan-, Low-Carb- oder South-Beach-Diät. Diese erlauben in der Regel mehr Kohlenhydrate und sind weniger restriktiv bezüglich des Obstkonsums. Sie gelten als etwas gesünder, sind aber laut Expertenmeinung immer noch nicht optimal empfehlenswert. Moderne, wissenschaftlich fundierte Low-Carb-Varianten können jedoch gute Abnehmresultate erzielen, wenn sie ausgewogen gestaltet sind. Gesund abnehmen funktioniert am besten mit einer Kombination aus mehr Bewegung, einer moderaten Kalorienreduktion und ausreichend Schlaf.
Umweltauswirkungen einer eiweißreichen Ernährung
Der hohe Eiweißbedarf in der Atkins-Diät wird oft durch tierische Produkte wie Eier, Käse, Wurst und Steak gedeckt. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf Umwelt und Klima. Die Produktion tierischer Lebensmittel ist ressourcenintensiv und verursacht einen größeren ökologischen Fußabdruck. Es ist daher ratsam, auch bei der Wahl der Eiweißquellen auf pflanzliche Alternativen wie Hülsenfrüchte und Getreide zurückzugreifen, sofern dies im Rahmen der gewählten Diät möglich ist.
Tipp: Wer nachhaltig und gesund abnehmen möchte, setzt am besten auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst, reduziert die Kalorienaufnahme moderat und integriert regelmäßige Bewegung in den Alltag. Eine umfassende Ernährung ist der Schlüssel zum Erfolg.

