Formula-Diäten, auch bekannt als Abnehm-Shakes, versprechen oft eine schnelle Lösung für überschüssiges Gewicht. Angeblich sollen sie die Fettverbrennung ankurbeln, Muskeln aufbauen und die Pfunde purzeln lassen. Doch was steckt wirklich hinter diesem Trend, und sind sie eine gute Wahl für den Einstieg in eine Diät oder für die Bikini-Saison? Dieser Artikel beleuchtet die Vor- und Nachteile von Formula-Diäten, gibt Ratschläge zur Auswahl der richtigen Produkte und erklärt, für wen sie geeignet sind und wann Vorsicht geboten ist. Wir werfen einen genauen Blick auf die Inhaltsstoffe und gesetzlichen Vorgaben, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.
Was genau sind Formula-Diäten?
Grundsätzlich basiert gesundes Abnehmen auf einem Kaloriendefizit durch reduzierte Nahrungsaufnahme und erhöhte Bewegung. Das Ziel ist es, den Körper dazu zu bringen, gespeichertes Fett langsam, aber stetig abzubauen. Formula-Diäten können als Unterstützung für den Beginn einer langfristigen Ernährungsumstellung dienen. Dabei wird mindestens eine tägliche Mahlzeit durch einen speziellen Protein-Shake ersetzt, um das notwendige Kaloriendefizit zu erreichen. Für Personen mit starkem Übergewicht oder einer Fettleber kann dies im Rahmen einer ernährungsmedizinischen Therapie eine sinnvolle Option sein. Der Einsatz solcher Produkte sollte jedoch nach einem individuell festgelegten Plan erfolgen, der das Ausgangsgewicht, den Grundumsatz und vor allem mögliche Begleiterkrankungen sowie deren Medikation berücksichtigt. Eine falsche Dosierung kann die gewünschte Gewichtsabnahme verhindern, den Hunger nicht ausreichend stillen und sogar zum Muskelabbau führen. Allergien gegen bestimmte Proteine, wie Soja oder Milch, müssen ebenfalls beachtet werden. Formula-Diäten sind auf maximal zwölf Wochen begrenzt, und bei einer Dauer von über drei Wochen sollte stets ärztlicher Rat eingeholt werden.
Der ideale Mix: Hochwertiges Eiweiß, wenig Kohlenhydrate und Zucker
Die Auswahl des richtigen Protein-Shakes ist entscheidend, da es zahlreiche Qualitätsmerkmale zu beachten gilt. Ernährungsexperten empfehlen Shakes mit einem hohen Eiweißanteil, optional ergänzt durch Fette, aber mit wenig Kohlenhydraten und vor allem ohne Zucker. Ein guter Eiweiß-Shake sollte pro 100 Gramm Pulver maximal sieben Gramm Kohlenhydrate enthalten. Der Eiweißanteil sollte dabei etwa 70 Prozent ausmachen. Es gibt Eiweiße tierischer Herkunft (z. B. Milch, Molke) und pflanzlicher Herkunft (z. B. Soja, Weizen). Eine Mischung verschiedener Proteine ist vorteilhaft, da der Körper diese am besten verwerten kann. Achten Sie ebenfalls auf einen ausreichenden Gehalt an Ballaststoffen (wie Inulin oder Beta-Glucan), um Verstopfung vorzubeugen – viele Produkte enthalten hier zu wenig, obwohl täglich mindestens 30 Gramm empfohlen werden. Künstliche Aromen, Süßstoffe und Zuckerersatzstoffe, Emulgatoren und Co sollten möglichst gemieden werden. Solche Zusatzstoffe stehen im Verdacht, die Darmflora langfristig zu schädigen, was den Abnehmerfolg behindern und zu diversen Beschwerden führen kann.
Gesetzliche Vorgaben für Protein-Shakes
Formula-Produkte, die als Mahlzeitenersatz für eine gewichtskontrollierende Ernährung dienen, unterliegen gesetzlichen Vorschriften. Sie müssen eine ausreichende Nährstoffversorgung gewährleisten und pro Portion zwischen 200 und maximal 400 Kilokalorien (kcal) enthalten. Zudem sind Vorgaben für den Gehalt an Fett, Protein und Kohlenhydraten sowie für Vitamine und Mineralstoffe festgelegt. Achten Sie beim Kauf auf die Kennzeichnung als “Mahlzeitenersatz”.
Für wen sind Formula-Diäten nicht geeignet?
Eine hohe Proteinzufuhr belastet die Nieren stärker, daher ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unerlässlich, um diese zu schützen. Menschen mit Leber- oder Niereninsuffizienz sollten Protein-Diäten nur eingeschränkt oder gar nicht anwenden. Bei Stoffwechselerkrankungen und während der Schwangerschaft ist ebenfalls Vorsicht geboten. Generell gilt: Wer Vorerkrankungen hat, sollte vor Beginn einer Diät unbedingt ärztlichen Rat einholen. Eine ernährungstherapeutische Begleitung durch eine erfahrene Fachkraft ist ratsam, um die Formula-Diät individuell anzupassen und korrekt zu dosieren.
Langfristige Ernährungsumstellung statt kurzfristiger Formula-Diät
Ernährungsmediziner setzen Eiweiß-Shakes manchmal als kurzfristige Unterstützung ein, betonen jedoch stets, dass sie keine solide und individuell passende Ernährungsumstellung ersetzen können, die langfristig machbar ist. Für den anhaltenden Abnehmerfolg sind vor allem zwei Faktoren entscheidend: die dauerhafte Umstellung auf eine ausgewogene, gemüsebetonte Vollwertkost und regelmäßige Bewegung.
Protein-Shakes und Muskelaufbau
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für gesunde Erwachsene eine tägliche Proteinzufuhr von 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Leistungssportler, Schwangere und ältere Menschen haben einen etwas höheren Bedarf. Die meisten Menschen decken ihren Proteinbedarf jedoch problemlos ohne zusätzliche Shakes. Zusätzliche Proteine sind also in der Regel nicht notwendig. Dennoch können proteinreiche Mahlzeiten helfen, ein Kaloriendefizit zu erreichen, da Proteine gut sättigen. Dafür genügt es oft, auf proteinhaltige Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Tofu, Milchprodukte, mageres Fleisch oder Fisch zu achten. Diese können auch den Muskelaufbau unterstützen, sofern regelmäßig Krafttraining betrieben wird.
Eiweiß-Shakes selbstgemacht
Gesunde Eiweißshakes als Mahlzeitenersatz lassen sich auch mit geeigneten Rezepten selbst herstellen. Dabei können ballaststoffreiche Lebensmittel wie Haferflocken, Kokosflocken oder Leinsamen verwendet werden. Ballaststoffe wirken sättigend und fördern zusätzlich die Verdauung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Formula-Diäten eine Option für den kurzfristigen Einstieg in eine Gewichtsreduktion sein können, jedoch keine nachhaltige Lösung darstellen. Eine ausgewogene Ernährungsumstellung und ausreichend Bewegung sind unerlässlich für langfristigen Erfolg. Bei Vorerkrankungen ist stets ärztlicher Rat einzuholen.
Expertin aus dem Beitrag:
Hamburg
Hinweis:
In den verschiedenen Folgen der Ernährungs-Docs werden unterschiedliche Eiweiß-Pulver genutzt. Wir können keine einzelnen Produkte oder Handelsnamen empfehlen.
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