Abführmittel: Ein Leitfaden zur Auswahl und Anwendung

Wenn der Stuhlgang zur Herausforderung wird, greifen viele Menschen zu Abführmitteln, um die Entleerung des Darms zu beschleunigen. Diese Mittel, auch Laxantien genannt, wirken auf unterschiedliche Weise und unterscheiden sich in ihrer Geschwindigkeit und möglichen Nebenwirkungen. Dieser Leitfaden hilft Ihnen, die verschiedenen Arten von Abführmitteln zu verstehen und die richtige Wahl für Ihre Bedürfnisse zu treffen.

Was Sie bei Abführmitteln beachten sollten

Abführmittel lassen sich grob in vier Hauptkategorien einteilen, basierend auf ihrer Wirkungsweise im Körper. Jede Kategorie hat spezifische Eigenschaften und Anwendungsbereiche, die für eine informierte Entscheidung entscheidend sind. Das Verständnis dieser Unterschiede ist der erste Schritt zu einer effektiven Linderung.

Quell- und Füllstoffe

Diese natürlichen Abführmittel, wie Flohsamen, Weizenkleie oder Leinsamen, quellen im Darm auf. Dies vergrößert das Stuhlvolumen, macht den Stuhl weicher und regt die Darmtätigkeit auf natürliche Weise an.

Wichtiger Hinweis: Es ist unerlässlich, bei der Einnahme von Quell- und Füllstoffen viel Flüssigkeit zu trinken (mindestens 2 Liter), damit die Samen richtig quellen können. Mögliche Nebenwirkungen sind Blähungen, und die abführende Wirkung tritt in der Regel erst nach ein bis drei Tagen ein.

Darmstimulierende Abführmittel

Diese Mittel wirken, indem sie die glatte Muskulatur des Darms direkt stimulieren. Sie können synthetisch sein (z.B. Natriumpicosulfat, Bisacodyl) oder pflanzlichen Ursprungs (z.B. Sennesblätter, Rhabarberwurzel, Faulbaumrinde). Durch die verstärkte Darmbewegung wird der Stuhl weiterbefördert. Zudem wird Flüssigkeit im Darm zurückgehalten, was das Stuhlvolumen erhöht und einen Dehnungsreiz auslöst, der zur Entleerung führt.

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Zu beachten: Bei der Anwendung können Krämpfe, Blähungen oder Durchfälle auftreten. Der Wirkeintritt erfolgt typischerweise nach sechs bis acht Stunden.

Im Darm wirkende Abführmittel (osmotische Laxantien)

Osmotische Abführmittel wie Glaubersalz, Bittersalz, Macrogol, Milchzucker oder Lactulose entfalten ihre Wirkung, indem sie Wasser aus dem Blutkreislauf in den Darm ziehen. Dies erhöht das Stuhlvolumen und aktiviert Rezeptoren in der Darmwand, was den Stuhlgang auslöst.

Wichtige Hinweise: Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Mögliche Nebenwirkungen umfassen Blähungen, Krämpfe und Elektrolytverluste. Der Wirkeintritt variiert je nach Wirkstoff und kann zwischen ein bis drei Stunden oder ein bis zwei Tagen liegen.

Im Stuhl wirkende Abführmittel

Diese Abführmittel, wie z.B. Miniklistiere, wirken direkt auf den Stuhl. Sie setzen das im Stuhl gebundene Wasser frei, wodurch der Stuhl weicher und geschmeidiger wird und die Entleerung erleichtert wird.

MICROLAX® – Die schnelle und planbare Alternative

Im Gegensatz zu oral eingenommenen Laxantien muss MICROLAX®, ein lokal wirkendes Abführmittel, nicht den gesamten Magen-Darm-Trakt passieren. Dies ermöglicht einen deutlich kürzeren Wirkeintritt, der meist schon innerhalb von 5 bis 20 Minuten eintritt, oft ohne die Begleiterscheinungen wie Bauchkrämpfe oder Durchfall, die bei anderen Mitteln auftreten können. MICROLAX® wirkt osmotisch auf den Stuhl, indem es gebundenes Wasser freisetzt und den Stuhl aufweicht.

Natürliche Abführmittel – Unsere Top 5

Für diejenigen, die eine sanftere und natürlichere Lösung bevorzugen, gibt es eine Reihe von bewährten pflanzlichen Mitteln. Diese sind oft gut verträglich und können bei regelmäßiger Anwendung die Verdauung auf natürliche Weise unterstützen.

1. Rizinusöl

Rizinusöl ist ein natürliches Abführmittel, das bei korrekter Dosierung und kurzfristiger Anwendung gut verträglich ist und relativ schnell wirkt. Es wird jedoch nicht für Schwangere, Stillende oder Kinder unter zehn Jahren empfohlen.

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Anwendung und Wirkung: Ein bis zwei Esslöffel (10 bis 30 ml) werden auf nüchternen Magen eingenommen. Die Rizinolsäure im Rizinusöl hemmt die Aufnahme von Natrium und Wasser im Darm, was zu einer erhöhten Konzentration von Elektrolyten und Wasser im Darminhalt führt. Zusätzlich reizt eine im Öl entstehende Seife die Darmschleimhaut, was die abführende Wirkung verstärkt. Um Nebenwirkungen wie Blähungen, Krämpfe und Durchfälle zu vermeiden, ist eine genaue Dosierung wichtig. Langfristige Einnahme sollte vermieden werden, da sie zu Wasser- und Elektrolytverlusten führen kann.

2. Sauerkraut

Sauerkraut kann bei leichter Darmträgheit als mildes natürliches Abführmittel Linderung verschaffen. Die sanfte Wirkung setzt in der Regel nach bis zu sechs Stunden ein.

Anwendung und Wirkung: Rohes Sauerkraut, besonders auf nüchternen Magen, ist effektiv. Alternativ kann Sauerkrautsaft aus dem Reformhaus verwendet werden, der eine mildere Wirkung hat. Die Milchsäurebakterien im Sauerkraut wirken probiotisch und unterstützen die Darmgesundheit, während die enthaltenen Ballaststoffe die Verdauung anregen. Leichte Blähungen sind als mögliche Nebenwirkung zu erwarten.

3. Trockenfrüchte und Obst

Trockenfrüchte und Obstsäfte sind aufgrund ihres angenehmen Geschmacks und ihrer milden Wirkung beliebte natürliche Abführmittel. Ihre Wirkung tritt typischerweise nach ein bis drei Tagen ein.

Anwendung und Wirkung: Trockenfrüchte können pur verzehrt oder über Nacht in Wasser eingeweicht und dann zusammen mit dem Einweichwasser gegessen werden. Pflaumen-, Birnen- oder Ananassaft sind ebenfalls gute Optionen für eine sanfte Linderung. Die Kombination aus Fruchtsäuren, Pekinen und Ballaststoffen in Früchten und Säften regt die Verdauung auf natürliche Weise an.

4. Leinsamen

Leinsamen gehören, ähnlich wie Weizenkleie oder Flohsamen, zu den Quell- und Füllstoffen, die die Verdauung anregen können. Ihre Wirkung entfaltet sich meist nach ein bis drei Tagen.

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Anwendung und Wirkung: Leinsamen sollten geschrotet und mit ausreichend Flüssigkeit verzehrt werden, um im Darm aufquellen zu können. Sie lassen sich gut in das morgendliche Müsli integrieren. Durch das Aufquellen erhöhen die pflanzlichen Stoffe das Stuhlvolumen, was die Darmwand dehnt und die Verdauung stimuliert. Achten Sie darauf, über den Tag verteilt mindestens zwei Liter Flüssigkeit zu trinken.

5. Papaya

Die Papaya zeichnet sich durch einen hohen Wasser- und Ballaststoffgehalt aus und ist reich an den Vitaminen A, C und E. Sowohl die Frucht als auch ihr Saft können die Verdauung unterstützen.

Anwendung und Wirkung: Es wird empfohlen, Papaya nach proteinreichen Mahlzeiten zu verzehren, um die Verdauung zu fördern. Die Papaya enthält das Enzym Papain, das die Aufspaltung von Proteinen im Dickdarm unterstützt. Eine halbe Papaya pro Morgen kann bereits ausreichen, um die Verdauung positiv zu beeinflussen.