Fieber ist ein häufiges Symptom, das auf eine Infektion oder andere gesundheitliche Probleme hinweisen kann. Die genaue Messung der Körpertemperatur ist entscheidend, um den Schweregrad des Fiebers zu beurteilen und die richtige Behandlung einzuleiten. Insbesondere bei Erwachsenen gibt es verschiedene Methoden zur Fiebermessung, die jeweils ihre Vor- und Nachteile haben. Die Wahl der richtigen Methode kann den Unterschied zwischen einer groben Schätzung und einer präzisen Diagnose bedeuten.
Die Bedeutung der genauen Fiebermessung
Eine korrekt durchgeführte Fiebermessung liefert wichtige Informationen über den Gesundheitszustand. Abweichungen von der normalen Körpertemperatur (ca. 37°C) können auf eine Vielzahl von Erkrankungen hindeuten, von leichten Erkältungen bis hin zu ernsteren Infektionen. Die präzise Erfassung der Temperatur hilft Ärzten, die Schwere einer Erkrankung einzuschätzen und die Wirksamkeit von Behandlungen zu überwachen. Beispielsweise kann eine plötzliche Temperaturerhöhung ein Warnsignal für eine bakterielle Infektion sein, die eine sofortige antibiotische Behandlung erfordert. Die genaue Messung ist somit ein grundlegender Schritt im diagnostischen Prozess.
Methoden der Fiebermessung bei Erwachsenen
Es gibt mehrere gängige Methoden, um Fieber bei Erwachsenen zu messen, darunter die rektale, aurikuläre (Ohr), axillare (Achsel) und orale (unter der Zunge) Messung. Jede Methode hat spezifische Anforderungen und liefert Ergebnisse von unterschiedlicher Genauigkeit.
Rektale Messung (im Po)
Die rektale Messung gilt als die genaueste Methode zur Bestimmung der Kerntemperatur des Körpers. Sie wird besonders bei Säuglingen und Kleinkindern empfohlen, da sie die Körperkerntemperatur am direktesten widerspiegelt.
Vorgehensweise:
- Fetten Sie die Spitze des Fieberthermometers mit einer geeigneten Creme (z. B. Vaseline) ein.
- Legen Sie sich am besten auf den Rücken oder auf die Seite.
- Führen Sie das Thermometer vorsichtig etwa zwei Zentimeter in den After ein.
- Halten Sie das Thermometer während des gesamten Messvorgangs fest, um ein Herausgleiten oder -pressen zu verhindern.
- Nach dem akustischen Signal (Piepton) können Sie das Thermometer herausziehen und den Wert ablesen.
Diese Methode liefert die genauesten Ergebnisse, da sie dem Körperkern am nächsten ist.
Aurikuläre Messung (im Ohr)
Die Messung im Ohr erfasst die Temperatur über den äußeren Gehörgang in der Nähe des Trommelfells. Diese Methode ist schnell und relativ einfach durchzuführen.
Vorgehensweise:
- Ziehen Sie das Ohr leicht nach hinten und oben, um den Gehörgang zu begradigen und eine freie Messung zu ermöglichen.
- Führen Sie die Messsonde des Thermometers in den Gehörgang ein.
- Warten Sie auf das akustische Signal und lesen Sie den Wert ab.
Wichtiger Hinweis: Liegen Sie unmittelbar vor der Messung nicht auf dem betreffenden Ohr, da dies das Ergebnis verfälschen kann. Die Temperatur im Ohr ist in der Regel etwa 0,3 bis 0,5 Grad Celsius niedriger als die rektal gemessene Temperatur. Bei Kindern unter drei Jahren wird diese Methode aufgrund der Gefahr einer Verletzung des Gehörgangs nicht empfohlen.
Axillare Messung (unter der Achsel)
Die Messung unter der Achsel ist eine weit verbreitete, aber auch die ungenaueste Methode zur Fieberbestimmung. Sie wird oft als am bequemsten empfunden.
Vorgehensweise:
- Schieben Sie die Messspitze des Fieberthermometers tief in die Achselhöhle.
- Klemmen Sie den Arm fest an den Körper, um das Thermometer sicher zu positionieren und einen guten Hautkontakt zu gewährleisten.
- Nach dem akustischen Signal können Sie den abgelesenen Wert notieren.
Die Temperatur unter der Achsel kann um bis zu zwei Grad Celsius von der tatsächlichen Körperkerntemperatur abweichen. Dies liegt daran, dass die Durchblutung der Haut in den Extremitäten bei Infektionen oft reduziert ist, was zu niedrigeren Messwerten führt. Dies ist besonders relevant, wenn man fieber hat.
Orale Messung (unter der Zunge)
Die orale Messung ist eine weitere Option, die relativ einfach durchzuführen ist, aber ebenfalls Genauigkeitseinbußen mit sich bringen kann.
Vorgehensweise:
- Platzieren Sie die Messspitze des Thermometers unter der Zunge, möglichst weit hinten.
- Schließen Sie die Lippen während des Messvorgangs vollständig um das Thermometer.
- Nach dem akustischen Signal können Sie den Wert ablesen.
Die oral gemessene Temperatur liegt etwa 0,4 Grad Celsius niedriger als die rektal gemessene. Es ist wichtig, etwa 30 Minuten vor der Messung nichts Heißes oder Kaltes zu trinken oder zu essen, da dies das Ergebnis verfälschen kann. Personen mit einer verstopften Nase sollten diese Methode meiden, da das Atmen durch den Mund die gemessene Temperatur beeinflussen kann.
Wo misst man am besten?
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass für die genauesten Ergebnisse bei Erwachsenen die Messung im Ohr empfohlen wird, wobei man sich bewusst sein sollte, dass der Wert tendenziell etwas niedriger ausfällt. Bei Kindern unter drei Jahren ist die rektale Messung die Methode der Wahl, um die präziseste Temperaturerfassung zu gewährleisten. Bei Erwachsenen, die unter leichten Beschwerden leiden, aber eine schnelle Einschätzung wünschen, kann auch die orale Messung eine Option sein, sofern die genannten Einschränkungen beachtet werden. Unabhängig von der Methode ist es entscheidend, die Anweisungen des Thermometerherstellers genau zu befolgen, um verlässliche Messergebnisse zu erzielen. Bei Unsicherheiten bezüglich der Messergebnisse oder bei anhaltendem Fieber sollte stets ein Arzt konsultiert werden.
Die Bedeutung von Blutdruck und Fieber
Es ist wichtig zu verstehen, wie Fieber den Körper beeinflusst und welche Rolle andere Vitalparameter wie der Blutdruck dabei spielen. Fieber ist eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers auf Infektionen, kann aber auch zu einer erhöhten Herzfrequenz und Veränderungen des Blutdrucks führen. Ein Blutdruck von 120/60 mmHg bei Fieber kann beispielsweise auf eine normale Reaktion des Körpers hindeuten, während signifikante Abweichungen Anlass zur Sorge geben können. Die Kombination aus Fiebermessung und Blutdruckkontrolle bietet ein umfassenderes Bild des Gesundheitszustandes.
Es ist auch von Interesse zu wissen, ab welchem Alter Fieber bei Erwachsenen als relevant eingestuft wird. Generell gilt eine Temperatur von über 38,0 Grad Celsius als Fieber. Bei Kindern unter drei Jahren können leicht erhöhte Temperaturen unterschiedlich bewertet werden.
Die Wahl des richtigen Fiebermittels hängt von der gemessenen Temperatur und dem Alter des Patienten ab.

