Fieber bei Erwachsenen: Wann Sie handeln sollten und was hilft

Fieber ist eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers auf Infektionen und muss nicht immer sofort gesenkt werden. Doch ab wann ist Fieber bei Erwachsenen bedenklich und welche Maßnahmen sind sinnvoll? Dieser Artikel gibt Aufschluss.

Fieber: Mehr als nur erhöhte Temperatur

Die normale Körpertemperatur eines Erwachsenen liegt zwischen 36 und 37 Grad Celsius. Bereits Temperaturen bis 38 Grad Celsius gelten als erhöhte Temperatur, darüber spricht man von Fieber. Gefährlich wird es, wenn die Körpertemperatur 42 Grad Celsius übersteigt, da dies zur Zerstörung von Proteinen im Körper führen kann. Fieber selbst ist keine Krankheit, sondern ein Symptom und signalisiert, dass der Körper aktiv gegen Viren und Bakterien kämpft.

Wie Fieber dem Körper hilft

Wenn Krankheitserreger in den Körper eindringen, kann das Gehirn die Körpertemperatur erhöhen. Dies geschieht, indem die Durchblutung der Körperoberfläche reduziert wird, um die Wärme im Inneren zu halten. Gleichzeitig wird der Stoffwechsel angekurbelt, was zu einer erhöhten Wärmeentwicklung und möglicherweise zu Schüttelfrost führen kann. Diese erhöhte Temperatur erschwert es vielen Viren und Bakterien, sich zu vermehren, und unterstützt die Arbeit des Immunsystems. Spezielle Proteine, sogenannte Heat-Shock-Proteine, werden freigesetzt, die Abwehrzellen wie Lymphozyten aktivieren und deren Kampf gegen Erreger beschleunigen. In den meisten Fällen normalisiert sich das Fieber innerhalb weniger Tage von selbst.

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Ab wann sollte Fieber bei Erwachsenen gesenkt werden?

Es gibt keine pauschale Antwort darauf, ab welcher Temperatur Fieber medikamentös gesenkt werden sollte. Der Berufsverband Deutscher Internisten rät zur Fiebersenkung bei Temperaturen über 40 Grad Celsius oder bei anhaltendem Fieber. Besonders bei älteren Menschen, Personen mit Vorerkrankungen oder bei Babys kann hohes Fieber schneller zu Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen, Dehydrierung oder im schlimmsten Fall zum Organversagen führen. Länger anhaltendes hohes Fieber erfordert zudem eine ärztliche Abklärung, um ernste Erkrankungen wie eine Blutvergiftung (Sepsis) auszuschließen.

Fieber bei Kindern: Besondere Vorsicht

Bei Kindern gelten andere Grenzwerte. Ab 38,5 Grad Celsius sprechen Ärzte von Fieber bei Kindern, bei Säuglingen unter drei Monaten bereits ab 38 Grad Celsius. Ein Arztbesuch ist insbesondere ratsam, wenn das Fieber über 39 Grad steigt (bei Säuglingen über 38 Grad), länger als drei Tage andauert, schubweise auftritt oder das Kind teilnahmslos, unruhig oder verwirrt wirkt. Auch bei anhaltendem Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen oder Hautausschlag sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.

Die Forschungslage zur Fiebersenkung

Die wissenschaftliche Evidenz für den Nutzen einer Fiebersenkung ist überraschend begrenzt. Eine umfassende Analyse von 42 Studien aus dem Jahr 2022 kam zu dem Schluss, dass Fiebertherapie das Risiko von Tod oder schweren unerwünschten Ereignissen nicht zu beeinflussen scheint. Ob eine Fiebersenkung den Krankheitsverlauf verkürzt, ist ebenfalls unklar. Die deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin gibt keine absolute Fiebergrenze für die medikamentöse Senkung vor. Kinderärzte empfehlen jedoch, bei Temperaturen deutlich über 39 Grad Celsius und in Absprache mit einem Arzt fiebersenkende Mittel zu verabreichen.

Die Entscheidung zur Fiebersenkung sollte auch vom Allgemeinzustand des Kindes abhängen. Ist das Kind munter, isst und trinkt normal, sind oft keine Maßnahmen nötig. Fühlt es sich jedoch schlecht, hat Gliederschmerzen oder keinen Appetit, kann eine Fiebersenkung auch bei niedrigeren Temperaturen sinnvoll sein.

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Medikamentöse Fiebersenkung: Ibuprofen und Paracetamol

Medikamente wie Paracetamol, Ibuprofen oder das verschreibungspflichtige Novaminsulfon können helfen, das Krankheitsgefühl zu lindern, indem sie Kopf- und Gliederschmerzen reduzieren und fiebersenkend wirken. Diese Medikamente setzen im Gehirn an und senken den Sollwert der Körpertemperatur. Die Wirkung hält in der Regel bis zu sechs Stunden an. Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Mittel nur die Symptome lindern und eine Besserung “vortäuschen”. Der Körper benötigt weiterhin Ruhe, um die Infektion zu bekämpfen. Überanstrengung sollte daher unbedingt vermieden werden.

Um einer Dehydrierung durch Fieber entgegenzuwirken, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr entscheidend. Als Faustregel gilt: Für jedes Grad erhöhte Körpertemperatur benötigt der Körper täglich einen halben bis einen Liter zusätzliche Flüssigkeit. Bei 39 Grad Celsius sind das mindestens 2,5 Liter Wasser pro Tag. Wer Schwierigkeiten hat, ausreichend zu trinken, sollte das Fieber lieber medikamentös senken.

Hausmittel zur Fiebersenkung: Wadenwickel und Co.

Neben Medikamenten gibt es auch bewährte Hausmittel zur Fiebersenkung. Wadenwickel mit handwarmem Wasser können helfen, die Körperwärme abzugeben. Die Tücher sollten nur leicht unter der gemessenen Körpertemperatur liegen, da zu kaltes Wasser die Blutgefäße verengt und die Wärmeabgabe behindert. Bei Kindern sollten Wadenwickel nicht angewendet werden, wenn Hände oder Füße kalt sind. Auch das Befeuchten des Bettlakens kann kurzfristig Linderung verschaffen.

Weitere unterstützende Hausmittel sind:

  • Bettruhe: Gibt dem Körper die nötige Erholung.
  • Schweißtreibende Tees: Tees aus Schafgarbe, Linden- oder Holunderblüten können durch Schwitzen zur Kühlung beitragen.
  • Leichte Kost: Belastet den Verdauungstrakt nicht zusätzlich.
  • Suppen: Liefern wichtige Mineralien, die durch Schwitzen verloren gehen.

Fiebermessen: Die zuverlässigste Methode

Die Körperkerntemperatur ist die aussagekräftigste Messung für Fieber. Die rektale Messung (im Po) liefert hier die genauesten Ergebnisse. Messungen im Mund oder unter den Achseln können Schwankungen unterliegen und niedrigere Werte anzeigen. Spezielle Ohrthermometer können in geübten Händen ebenfalls exakte Ergebnisse liefern, jedoch können Ohrenschmalz oder ein falscher Winkel das Messergebnis verfälschen.

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Expertenmeinungen und weiterführende Informationen

Für detaillierte Informationen und fachkundige Beratung stehen verschiedene medizinische Einrichtungen und Experten zur Verfügung:

Bei anhaltendem oder hohem Fieber ist es immer ratsam, ärztlichen Rat einzuholen, um die Ursache abzuklären und die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten.