Erholsamer Urlaub: Tipps von Experten für die perfekte Auszeit

Der Sommer naht und mit ihm die langersehnte Urlaubszeit. Doch wie sorgt man dafür, dass die Erholung auch wirklich von Dauer ist und man gestärkt aus dem Urlaub zurückkehrt? Prof. Dr. Dirk Windemuth vom Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG) gibt wertvolle Einblicke, wie eine gute Urlaubsplanung aussieht, wie man im Urlaub richtig abschaltet und wie Führungskräfte die Rückkehr erleichtern können. Die richtige Erholung im Urlaub ist entscheidend für die langfristige Arbeitsfähigkeit und das allgemeine Wohlbefinden.

Die Herausforderung des Abschaltens: Warum fällt es uns so schwer?

Umfragen zeigen immer wieder: Viele Beschäftigte können im Urlaub nicht richtig von der Arbeit abschalten. Die Gründe dafür sind vielfältig und oft individuell verschieden. Grundsätzlich gilt: Je größer die täglichen beruflichen Herausforderungen und Belastungen, desto schwerer fällt es, im Urlaub den Kopf freizubekommen. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen im hektischen Arbeitsalltag ohnehin zu sehr, was oft gesundheitliche Folgen nach sich zieht. Doch regelmäßige Auszeiten sind essenziell für Regeneration und den Erhalt der Arbeitskraft. Selbst das kurze Checken von E-Mails oder ein kurzer Anruf mit der Firma kann den Erholungsprozess stören und verhindern, dass man zur Ruhe kommt.

Ein klassisches Problem sind die letzten Arbeitstage vor dem Urlaub. Oft sind diese gefüllt mit Meetings, Überstunden und dem Wunsch, noch alles schnell fertigzustellen. Dies kann dazu führen, dass man pünktlich zum Urlaubsbeginn krank wird oder sich völlig erschöpft fühlt. Dieses Phänomen ist ein klares Zeichen dafür, dass man sich vor dem Urlaub zu sehr verausgabt hat, was eine wirkliche Erholung erschwert.

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Die Kunst der Vorbereitung: So starten Sie entspannt in den Urlaub

Sowohl die Vorbereitung als auch die Dauer und die konkrete Gestaltung des Urlaubs spielen eine wichtige Rolle für die Erholung. Auch wenn manche Menschen den Reiz des Spontanen lieben, sollten bestimmte Dinge im Vorfeld geplant werden. Dazu gehören organisatorische Formalitäten oder auch notwendige Impfungen. Eine frühzeitige Beschäftigung mit diesen Themen verhindert, dass die letzten Wochen vor dem Urlaub in Hektik ausarten. Die Beschaffung eines Visums kann Wochen dauern, und einige Impfschemata erfordern ebenfalls einen langen Vorlauf.

Optimale Urlaubslänge für maximale Erholung

Grundsätzlich müssen Beschäftigte einmal im Jahr mindestens zwei Wochen Erholungsurlaub am Stück nehmen. Für eine tiefgreifende Erholung sind jedoch sogar drei Wochen empfehlenswert. Ein solcher längerer Zeitraum führt zu einem deutlich größeren und länger anhaltenden Erholungseffekt. Bei der konkreten Ausgestaltung des Urlaubs sollte Abwechslung im Vordergrund stehen: Wer im Arbeitsalltag körperlich hart arbeitet, sollte im Urlaub auf eine schonendere Gangart setzen. Wer hingegen den Großteil des Tages am Schreibtisch verbringt, profitiert von aktiven Phasen.

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Gute Urlaubsplanung in der Praxis

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](https://topeins.dguv.de/umfragen/urlaubsplanung/)

Berufliche Angelegenheiten im Blick: Eine gute Urlaubsplanung ist essenziell

Die Vorbereitung auf den Urlaub ist besonders wichtig, wie bereits erwähnt. Konkret bedeutet dies im Berufsleben, dass auch berufliche Angelegenheiten berücksichtigt werden müssen. Steht frühzeitig der Start eines wichtigen Projekts bevor, ist es wenig sinnvoll, genau dann in den Urlaub zu fahren, insbesondere wenn man weiß, dass man im Urlaub voraussichtlich oft unterbrochen würde. Wichtig ist auch die Absprache mit Kolleginnen und Kollegen, die während des eigenen Urlaubs Aufgaben übernehmen müssen und selbst ebenfalls ihren Urlaub planen. Planen Sie Ihre Abwesenheit so, dass Unterbrechungen durch die Arbeit unbedingt vermieden werden.

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Urlaubsvertretung optimal organisieren

Wenn Aufgaben delegiert werden müssen, ist es ratsam, festzulegen, wer die notwendigen täglichen Routineaufgaben übernimmt. Erstellen Sie klassische Vollmachten oder nutzen Sie entsprechende Optionen in IT-Programmen. Klären Sie, wer für Sie unterschreiben darf. Entscheidend ist auch: Wer sorgt dafür, dass Ihr E-Mail-Postfach nicht überquillt? Viele E-Mails können auch von anderen Beschäftigten beantwortet werden. Wenn Sie nach dem Urlaub nicht erst Hunderte von Mails durchgehen müssen, gelingt auch der Wiedereinstieg in die Arbeit reibungsloser.

Für einen guten Wiedereinstieg ist es außerdem hilfreich, andere Beschäftigte, Kunden und wichtige Geschäftspartner über Ihre anstehende Abwesenheit zu informieren. Eine automatisch generierte Abwesenheitsnotiz an diejenigen, die Ihnen schreiben, ist dabei ein Muss. Wertvoll ist es auch, für den äußersten Notfall die Erreichbarkeit zu klären. Ein enger Kollege oder eine Kollegin sollte wissen, wie Sie erreichbar sind, aber auch, was einen solchen Notfall ausmacht. Diese Person sollte Ihre Kontaktdaten selbstverständlich nicht weitergeben. Wer diese Ansprechperson ist, sollte im Betrieb bekannt sein. Grundsätzlich gilt jedoch: Sie müssen im Urlaub nicht dienstlich erreichbar sein.

Den Urlaubseffekt verlängern: Strategien für den Wiedereinstieg

Um gut in den Arbeitsalltag zurückzukommen und den Urlaubseffekt möglichst lange aufrechtzuerhalten, gibt es einige wichtige Tipps. Wenn Sie sich an den ersten Tagen nach dem Urlaub gleich wieder verausgaben, ist der Urlaubseffekt schnell verflogen. In der Summe führt dies dazu, dass Ihre Leistung schon nach wenigen Wochen schlechter ist, als sie es urlaubsbedingt sein könnte. Daher ist es wichtig: Organisieren Sie bereits vor dem Urlaub Ihren Kalender für die erste Arbeitswoche so, dass Sie genügend Puffer für die Bearbeitung von E-Mails und für Gespräche mit Ihren Kolleginnen und Kollegen haben. Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken – ebenso wie der Erhalt Ihrer Leistungsfähigkeit.

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Die Rolle der Führungskräfte: Unterstützung beim Wiedereinstieg

Führungskräfte können maßgeblich dazu beitragen, den Wiedereinstieg ihrer Beschäftigten in den Arbeitsalltag zu erleichtern. Bereits während der gesamten Urlaubsplanung können sie Leitlinien vorgeben: In welchen Zeiträumen ist Anwesenheit erwünscht, wie ist die Vertretung zu regeln usw. Dadurch können Mitarbeitende gut planen und auch ihre Rückkehr vorbereiten. Nach dem Urlaub bieten strukturierte Briefings mit klar definierten Aufgaben Orientierung und erleichtern den Einstieg. Führungskräfte sollten ihren Mitarbeitenden zudem Zeit geben und sie nicht direkt am ersten Arbeitstag mit zu vielen Aufgaben überhäufen.

Damit der Urlaubseffekt nicht sofort verpufft, ist es wichtig, klar zu kommunizieren, dass Pausen und ein pünktlicher Feierabend auch bei großem Arbeitsaufkommen wichtig und in Ordnung sind. Die Förderung einer gesunden Arbeitskultur, die Erholung wertschätzt, ist somit ein wichtiger Beitrag zur langfristigen Leistungsfähigkeit und zum Wohlbefinden der Belegschaft.