Fieber ist ein häufiges Symptom, das auf eine Vielzahl von Erkrankungen hinweisen kann. Das Verständnis der möglichen Ursachen und der richtigen Vorgehensweise ist entscheidend, um die Gesundheit zu schützen. Dieser Artikel beleuchtet, wie Ärzte Fieber diagnostizieren und welche Faktoren bei der Ursachenfindung eine Rolle spielen, um Ihnen wertvolle Informationen für Ihre persönliche Gesundheitsvorsorge zu bieten.
Anamnese und körperliche Untersuchung: Die Grundlage der Diagnose
Die ärztliche Untersuchung beginnt stets mit einem ausführlichen Gespräch über Ihre Symptome und Ihre medizinische Vorgeschichte. Darauf folgt eine gründliche körperliche Untersuchung. Die gesammelten Informationen aus Anamnese und Untersuchung geben oft bereits entscheidende Hinweise auf die Ursache des Fiebers und notwendige weiterführende Tests.
Der Arzt wird gezielt nach aktuellen und früheren Symptomen, bestehenden Erkrankungen, eingenommenen Medikamenten, Bluttransfusionen, Infektionsrisiken, kürzlichen Reisen, Impfungen sowie kürzlich erfolgten Krankenhausaufenthalten, Operationen oder anderen medizinischen Eingriffen fragen. Das Fiebermuster selbst liefert selten eine eindeutige Diagnose. Ein Fieber, das jeden zweiten oder dritten Tag wiederkehrt, kann jedoch ein Indikator für Malaria sein. Malaria und andere durch Insekten übertragene Infektionen werden primär in Betracht gezogen, wenn Sie sich in einem Gebiet aufgehalten haben, in dem diese Erkrankungen endemisch sind.
Reiseanamnese und Exposition: Hinweise aus der Umwelt
Kürzliche Reisen können dem Arzt wichtige Anhaltspunkte für die Ursache eines Fiebers liefern, da bestimmte Infektionen geografisch begrenzt auftreten. Ein Beispiel hierfür ist die Coccidioidomykose, eine Pilzinfektion, die hauptsächlich im Südwesten der Vereinigten Staaten vorkommt.
Auch das Risiko, dem Sie kürzlich ausgesetzt waren, ist von Bedeutung. Personen, die in Fleischverarbeitungsbetrieben arbeiten, haben beispielsweise ein erhöhtes Risiko, an Brucellose zu erkranken, einer bakteriellen Infektion, die durch Kontakt mit Nutztieren übertragen wird. Weitere Risikofaktoren umfassen den Kontakt mit kontaminiertem Wasser oder unsicheren Lebensmitteln (wie Rohmilch und -produkte, rohes oder unzureichend gegartes Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte), Insektenstiche (von Zecken oder Mücken), ungeschützten Geschlechtsverkehr sowie berufliche oder Freizeitrisiken wie Jagen, Wandern und Wassersport.
Zusätzliche Symptome und chronische Erkrankungen
Schmerzen sind ein wichtiger Indikator für die mögliche Fieberquelle. Daher erkundigt sich der Arzt nach Schmerzen in Ohren, Kopf, Nacken, Zähnen, Rachen, Brust, Bauch, Flanken, Analbereich, Muskeln und Gelenken.
Weitere Symptome, die bei der Ursachenfindung helfen, sind eine verstopfte und/oder laufende Nase, Husten, Durchfall und Symptome beim Wasserlassen (wie häufiger Harndrang oder Schmerzen beim Wasserlassen). Vergrößerte Lymphknoten oder Hautausschläge, einschließlich ihres Aussehens, ihrer Lokalisation und ihres Auftretens im Verhältnis zu anderen Symptomen, können dem Arzt ebenfalls bei der genauen Bestimmung der Ursache helfen. Personen mit wiederkehrendem Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust könnten an einer chronischen Infektion wie Tuberkulose oder einer Endokarditis – einer Infektion des Herzbeutels und oft auch der Herzklappen – leiden.
Der Arzt könnte auch Fragen stellen bezüglich:
- Kontakt mit infizierten Personen.
- Bekannter Erkrankungen, die das Infektionsrisiko erhöhen, wie eine HIV-Infektion, Diabetes, Krebs oder nach einer Organtransplantation. Auch Zustände wie Sichelzellanämie, ein Herzschrittmacher oder Herzklappenerkrankungen, insbesondere bei Vorliegen einer künstlichen Herzklappe, sind relevant.
- Bekannter chronischer Erkrankungen, die das Infektionsrisiko erhöhen, wie Lupus, Gicht, Sarkoidose, eine überaktive Schilddrüse (Hyperthyreose) oder Krebs.
- Einnahme von Medikamenten, die die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen können, wie Chemotherapeutika, Kortikosteroide oder andere immunsuppressive Medikamente.
- Drogenkonsum durch Injektion.
Die körperliche Untersuchung: Bestätigung und Indikationen
Die körperliche Untersuchung beginnt mit der Bestätigung des Fiebers. Die genaueste Methode zur Fiebermessung ist die rektale Temperaturmessung. Häufiger werden jedoch die Temperatur im Mund oder im Ohr gemessen. Die Messung der Stirntemperatur ist weniger präzise als die rektale Messung, kann aber als Screening-Methode dienen. Die Messung der Temperatur in den Achselhöhlen ist am ungenauesten und wird daher selten zur Fieberbestätigung verwendet. Anschließend erfolgt eine gründliche Ganzkörperuntersuchung, um nach einer Infektionsquelle oder Hinweisen auf eine zugrunde liegende Krankheit zu suchen.
Wenn Sie unsicher sind oder Ihr Fieber anhält, zögern Sie nicht, ärztlichen Rat einzuholen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend für eine schnelle Genesung.

